Vom Unfall bis heute: Eine Michael-Schumacher-Chronologie

Vom Unfall bis heute: Eine Michael-Schumacher-Chronologie

Ein schwerer Skiunfall, verzweifelte Minuten danach und 5 Jahren mit dem Versuch, ins Leben zurückzufinden. Zum 50. Geburtstag von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher hat Gentside eine Chronologie der Ereignisse erstellt, seit das Rennsport-Idol am 20. Dezember 2013 verunglückte.

Seine Geschichte hat uns alle berührt, geschockt, trauern lassen. Michael Schumacher gehört zu den bekanntesten Sportlern Deutschlands. Der Formel-1-Rennfahrer hat in seiner Karriere 91 Grand-Prix-Siege geholt, stand 155 Mal auf dem Podium und wurde sieben Mal Weltmeister. Er liebte die Geschwindigkeit und seine Fans liebten ihn.

Schumi war auch privat viel unterwegs. Still sitzen war nichts für den Rekordweltmeister der Formel 1. Er war immer auf dem Sprung, immer aktiv, lebte für den Sport nicht nur auf der Rennstrecke. Eine weitere Leidenschaft: Das Skifahren. Beim Wintersport tobte sich Schumi aus, genoss seine Freiheit. So auch am Sonntag, 29. Dezember 2013. Der damals 44-jährige Michael Schumacher ist mit Freunden und seinem Sohn Mick beim Skifahren in den französischen Alpen, als er schwer stürzt. Danach ist nichts, wie es einmal war. Schumacher erleidet derartig schlimme Kopfverletzungen, dass er in den darauffolgenden Jahren komplett von der Öffentlichkeit abgeschirmt wird. Über seinen Gesundheitszustand ist wenig bis gar nichts bekannt.

Es ist ein Unfall, der große Wellen weit über die Grenzen des Rennsports hinaus schlägt. Die Bestürzung über das Schicksal des Renn-Helden ist wochenlang in nationalen wie internationalen Medien präsent und auch 5 Jahre danach stürzen sich Fans auf jedes neue Detail zum Zustand von Michael Schumacher.

Was wir über Schumis Zustand wissen

18. Dezember 2018 - Neues Statement von Vater Rolf

Schumis Vater Rolf Schumacher meldet sich in einem überraschenden Statement zu Wort. Sein Sohn werde demnach weiterhin in seiner Villa in der Schweiz behandelt. Jeden Tag stehen ihm zahlreiche Ärzte zur Seite, die ihm für die stolze Summe von 56.000 Euro pro  Woche begleiten. Aber immerhin: Schumi sei „nicht mehr ans Bett gefesselt.“  

23. November 2018 - Sohn Mick spricht offen in Reportage

In der RTL-Reportage „Schumacher – die nächste Generation“, spricht Sohn Mick offen wie nie über seinen Vater: „Ich habe kein Problem mit Vergleichen zu meinem Papa. Denn mein Papa ist der Beste, darum ist er auch mein Vorbild. Selbst andere Weltmeister vergleichen sich mit meinem Papa“, so der Formel-3-Weltmeister.

13. Oktober 2018 - Mick Schumacher gewinnt Formel-3-WM

Schumis Sohn Mick gewinnt den größten Titel seiner bisherigen Karriere und tritt damit in die Fußstapfen seines Vaters. Der 19-Jährige holt vorzeitig den Titel der Formel-3-WM: Der Weg in die Formel 1 ist geebnet. Getrübt wurde die Stimmung lediglich von seinem größten Gegner Daniel Ticktum, der mit einem indirekten Betrugsvorwurf gegen Mick Schumacher ausholt: „Leider kämpfe ich eine Schlacht, die ich nicht gewinnen kann, da mein Nachname nicht Schumacher ist.“

6. Oktober 2018 - Jean Todt spricht über Schumacher

In einem erstaunlich offenen Interview äußerst sich Ex-Ferrari-Chef Jean Todt zum aktuellen Gesundheitszustand des Rennfahrers. „Ich besuche ihn immer wieder, mindestens zwei Mal im Monat“, bestätigt Todt gegenüber der britischen Times.  Doch die wenigen Worte klingen kaum hoffnungsvoll: „Ich wünschte, die Situation wäre eine andere.“

22. Juli 2018 - Corinna kauft Villa auf Mallorca

Wie bekannt wird, soll Corinna Schumacher soll für sich und ihre Familie eine 30-Millionen-Villa auf Mallorca gekauft haben. Ob Schumi selbst dort Urlaub machen können wird, ist fraglich.

10. Januar 2018 - Kartbahn in Kerpen soll geschlossen werden

Die legendäre Kartbahn in Michael Schumachers Heimat Kerpen wird dicht gemacht, wie heute bekannt gegeben wird. Hier legte die Rennsport-Ikone den Grundstein für die spätere Karriere. Ein trauriger Tag für die Familie Schumacher und alle Rennsport-Fans. 2020 soll dort endgültig Schluss sein.

3. Januar 2018 - Ein Arzt macht Hoffnung

An seinem 49. Geburtstag, vier Jahre nach dem dramatischen Unglück, wird Schumis Zustand von einem deutschen Arzt äußerst optimistisch bewertet. Der Leiter des Zentrums für Neurologie der Asklepios-Klinik in Seesen, Prof. Dr. Mark Obermann, berichtet von ähnlich schweren Fällen und macht Hoffnung : „Zwischen 30 und 40 Prozent der Patienten erlangen innerhalb von vier Jahren das Bewusstsein wieder.“

5. Dezember 2017 - Jean Todt eröffnet Hall of Fame der Formel 1

Ex-Ferrari-Chef Jean Todt gibt bei der Eröffnung der Hall of Fame der Formel 1 neue Details zu Michael Schumachers Gesundheitszustand bekannt: „Ich wünschte, Michael wäre heute bei uns. Michael fehlt uns. Er kämpft noch immer. Sein Kampf geht weiter. Michael ist jemand ganz Besonderes für den Motorsport. Jemand ganz Besonderes für mich, er ist ein Freund.“

8. November 2017 - Freundin der Familie verrät Details

In einem Interview mit der Zeitung Bunte soll sich eine Freundin der Familie geäußert haben. Demnach hoffen „Corinna, seine Frau, und seine Kinder, dass es zu einem medizinischen Wunder kommt.“ Außerdem soll es dem siebenfachen Weltmeister dank seines „guten physischen Zustandes zum Zeitpunkt des Unfalls“ den Umständen entsprechend gut gehen.

12. März 2016 - Managerin Kehm spricht über die Verschwiegenheit der Familie

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Managerin Kehm, warum die Familie mit dem Gesundheitszustand des Formel-1-Profis hinterm Berg halte: „Jeder Satz ist doch der Auslöser für neue Nachfragen, jedes Wort ist Fanal für weitere Information. Es wäre nie Ruhe.“ In den vorangegangenen Wochen war immer mehr Unverständnis über die Verschwiegenheit der Familie aufgekommen.

22. Mai 2015 - Gute Nachrichten von Managerin Sabine Kehm

„Wir sind froh weiter sagen zu können, dass er Fortschritte macht und ich sage das immer in Anbetracht der Schwere seiner Kopfverletzungen“ – nach langer Zeit der Stille meldet sich Schumacher-Managerin Sabine Kehm mit guten Nachrichten zurück.

2. März 2015 - Mick Schumacher fährt in der Formel 4

Mick Junior tritt in die Fußstapfen seines Vaters. Der mittlerweile 16-Jährige fährt in der kommenden Saison in der ADAC Formel 4 für das niederländische Team Van Amersfoort Racing. Eineinhalb Monate später sichert er sich seinen ersten Sieg.

13. November 2014 - Michael Schumacher erhält einen Bambi

Michael Schumacher erhält passend zum 20. Jubiläum seines 1. WM-Titels von 1994 in Adelaide den Millenium Bambi für sein Lebenswerk. Die emotionale Laudatio hält sein Freund und ehemaliger Rennfahr-Kollege Sebastian Vettel.

5. Oktober 2014 - Jean Todt spricht über Schumachers Zustand

Michael Schumachers enger Freund und Ex-Ferrari-Chef, Jean Todt, besucht den Rekord-Weltmeister in seinem Anwesen am Genfer See. Der französischen Tageszeitung L’Equipe sagt er: „In den letzten Wochen und Monaten hat er Fortschritte gemacht – vor allem in Hinblick auf die Schwere seiner Verletzung. Aber es liegt noch ein langer und schwerer Weg vor ihm. Hoffentlich verbessern sich die Umstände weiter. Seine Familie ist jetzt ganz nah bei ihm. Er braucht Zeit und Frieden.“ 

9. September 2014 - Schumacher kehrt in sein Haus zurück

Über acht Monate hat es gedauert, doch nun kann Schumacher endlich die Kliniken hinter sich lassen: Seine Reha wird in seinem Haus am Genfer See fortgesetzt. Managerin Kehm lässt wissen: „Er hat in den vergangenen Wochen und Monaten der Schwere seiner Verletzung entsprechend Fortschritte gemacht, aber es liegt weiterhin ein langer und harter Weg vor ihm.“

16. April 2014 - Schumi erwacht aus dem Koma

Michael Schumacher ist aus dem Koma erwacht. Er wird von der Uni-Klinik in ein Reha-Zentrum in Lausanne verlegt, um „seine lange Phase der Rehabilitation fortzusetzen.“  

4. April 2014 - "Momente des Bewusstseins und des Erwachens"

Endlich gute Nachrichten aus dem Uniklinikum Grenoble. „Michael macht Fortschritte auf seinem Weg. Er zeigt Momente des Bewusstseins und des Erwachens“, informiert Managerin Kehm. 

30. Januar 2014 - Schumacher wird langsam aus dem Koma geholt

Schumacher-Managerin Sabine Kehm gibt erstmals seit Anfang Januar ein Update: „Michaels Narkosemittel werden seit kurzem reduziert, um ihn in einen Aufwachprozess zu überführen, der sehr lange dauern kann.“ Bis zur nächsten Nachricht zu seinem Zustand werden über zwei Monate vergehen.

3. Januar 2014 - Schumis Geburtstag

Es ist der 45. Geburtstag Michael Schumachers – die Ärzte kämpfen weiterhin um sein Leben.

31. Dezember 2013 - "Situation besser unter Kontrolle"

48 Stunden nach dem Unfall gibt das Ärzteteam eine zweite Pressekonferenz. Schumacher schwebt weiterhin in Lebensgefahr, aber immerhin: „Wir haben die Situation nun etwas besser unter Kontrolle“, heißt es von den Ärzten. In den nächsten Tagen und Wochen wird sich an Schumis Zustand nicht viel ändern – kritisch, aber weiterhin stabil. Die Familie bittet Medien und Fans, seine Privatsphäre zu achten. Doch die Spekulationen um den Gesundheitszustand des Jahrhundertsportlers halten an.

30. Dezember 2013 - Erste Pressekonferenz zum Zustand von Schumacher

In einer Pressekonferenz gibt es zum ersten Mal Details zum verunglückten Weltmeister. Schumacher habe bei seinem Sturz ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Zwei Notoperationen retten ihm in der Uniklinik Grenoble das Leben. Doch durch die vielen Blutungen im Gehirn wurden viele Bereiche nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt. Er fällt ins Koma.  „Wir sind beunruhigt über seinen Zustand“, sagt sein ärztlicher Wegbegleiter Gérard Saillant.

29. Dezember 2013 - Ein folgenschwerer Skiausflug

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Michael Schumacher bricht mit Freunden und seinem Sohn Mick zu einem Skitag in den französischen Alpen auf. Im Ort Méribel, im beliebten Skigebiet Les 3 Vallées, fährt der damals 44-Jährige gegen 11 Uhr etwas abseits von der Piste in einen felsigen Bereich. Er kollidiert mit einem schneebedeckten Felsen und stürzt mehrere Meter ab, knallt mit dem Kopf gegen einen weiteren Stein. Sohn Mick (14) muss zusehen.

Die von einem Begleiter alamierte Bergrettung trifft wenige Minuten später ein, findet Schumacher zunächst bei Bewusstsein vor. Er versucht, zu sprechen, ist aber verwirrt. Sein Helm ist bei dem Sturz zerbrochen – ein Indiz für die Wucht des Aufpralls. Eine halbe Stunde später wird er mit einem Rettungshubschrauber abtransportiert.

Doch noch während des Fluges verschlechtert sich der Zustand des Ausnahme-Rennfahrers dramatisch. Der Helikopter muss notlanden, Schumacher beatmet werden. Im nächstgelegenen Krankenhaus angekommen, wird der Verletzte sofort weiter nach Grenoble geschickt. Dort ist man spezialisiert auf Kopfverletzungen und kämpft ab diesem Moment um das Leben des deutschen Profisportlers.

Carina Levent
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