Saharastaub auf dem Prüfstand: Forschungsprojekt untersucht gesundheitliche Auswirkungen

Neueste Forschungsergebnisse werfen ein Schlaglicht auf die potenziellen Gesundheitsgefahren von Saharastaubpartikeln. Wissenschaftliche Studien enthüllen die Auswirkungen des Wüstenstaubs auf Lunge und Immunsystem.

Saharastaub, Gesundheit, Atemwege, Krankheit
© Ana Rocio Garcia Franco@GettyImages
Saharastaub, Gesundheit, Atemwege, Krankheit

Saharastaub besteht aus feinen Staubpartikeln, die ihren Ursprung in den Wüstenregionen Nordafrikas, vor allem der Sahara, haben. Von dort wird er verbreitet, wobei der Staub unter Umständen Tausende Kilometer zurücklegen kann.

Was ist dieser Staub überhaupt?

Bei bestimmten Wetterlagen, wie zum Beispiel dem warmen Scirocco-Wind, der aus der Sahara über das Mittelmeer weht, kann der Staub bis in den Süden Europas und gelegentlich sogar darüber hinaus transportiert werden, so ARD alpha.

Die Anwesenheit von Saharastaub in der Atmosphäre kann vielfältige Effekte nach sich ziehen. In ökologischer Hinsicht kann er bei seinem Niederschlag auf der Erde laut ARD alpha als Mineralstofflieferant für Böden dienen.

Klimatisch gesehen hat Saharastaub das Potential, die Menge des Sonnenlichts, die den Erdboden erreicht, zu reduzieren und so zu einer Abkühlung in den betroffenen Regionen beizutragen, während er im gleichen Atemzug das Algenwachstum in Gewässern fördern kann, wenn er dort landet.

Wie gefährlich ist der Saharastaub für Menschen?

Zudem kann die Präsenz des Staubes in der Luft die Sichtverhältnisse signifikant beeinträchtigen, was wiederum den Verkehr erschweren kann. Satellitenbilder zeigen oft eindrucksvolle Ansichten dieser Staubwolken und dienen Wissenschaftler:innen dazu, Wetter- und Klimamodelle zu verfeinern.

Saharastaubereignisse stehen weiterhin im Fokus der Forschung, da ihre Frequenz und Intensität durch Faktoren wie Wüstenbildung und Klimawandel beeinflusst werden können. Forscher:innen versuchen laut Rheinischer Post zu verstehen, welche genauen Auswirkungen diese Phänomene auf Umwelt und Klima haben.

Das ist der aktuelle Wissensstand

Die Frage nach der Gesundheitsgefährdung beschäftigt die Wissenschaftler:innen am Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung (IUF) in Düsseldorf schon seit geraumer Zeit. Die aktuellen Studien des Forschungsprojekts DUSTRISK, das von mehreren Leibniz-Instituten und Partner:innen von den Kapverden durchgeführt wird, verdeutlichen das Ausmaß.

Es wurde laut Rheinischer Post untersucht, wie sich Saharastaub, der aus Quarz, verschiedenen Spuren von Metallen, Sulfaten, Kieselerde und mikrobiellen Bestandteilen zusammensetzt, auf Lungen und Immunzellen auswirkt.

Die Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass die mikrobiellen Bestandteile des Staubs die Zellen schädigen können. Entzündungsfördernde Botenstoffe (Zytokine) werden verstärkt produziert – was zu vermehrten Atemwegserkrankungen führen kann.

Gerrit Bredeck ist für seine Forschungsarbeiten über die gesundheitlichen Folgen von Saharastaub laut Ärzte-Zeitung mit dem Rudolf-Buchheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie (DGPT) geehrt worden. Er sagt zu dem Thema:

Da man Saharastaub nicht regulieren kann, möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die Risikoabschätzung zu verbessern und Strategien zum Gesundheitsschutz zu identifizieren.

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Verwendete Quellen:

Rheinische Post: So sehr belastet Saharastaub die Gesundheit
Ärzte-Zeitung: Preis für Forschung zu Sahara-Staub
watson.de: Saharastaub: Ist er eigentlich gefährlich?
ARD alpha: Wenn Wüstensand die Sonne trübt

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