Alle Opfer identifiziert: Viele 14- und 15-Jährige unter den Toten von Crans-Montana

Bei einem verheerenden Brand in der Silvesternacht im Nachtclub „Le Constellation“ in Crans-Montana sind zahlreiche, meist junge Menschen ums Leben gekommen. Die Katastrophe erschüttert ganz Schweiz und zieht nationale sowie internationale Anteilnahme nach sich. Ermittlungen zu den Ursachen und zur Verantwortung laufen auf Hochtouren.

Trauernde legen Blumen für die Opfer nieder
© Stephanie Lecocq
Trauernde legen Blumen für die Opfer nieder
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Die Schweiz ist tief erschüttert: Nach dem verheerenden Brand im Nachtclub „Le Constellation“ in Crans-Montana sind nun alle Opfer identifiziert. Das Ausmaß der Katastrophe, die sich in der Silvesternacht ereignete, erschüttert nicht nur das ganze Land, sondern hat auch international für Trauer gesorgt.

Junge Gäste aus vielen Ländern unter den Todesopfern

In der Nacht zum neuen Jahr feierten zahlreiche Jugendliche im beliebten Bar-Club „Le Constellation“ im Schweizer Skiort Crans-Montana. Dort, wo normalerweise ausgelassen getanzt wird, brach das Unheil aus: Mindestens 40 Menschen verloren in den frühen Morgenstunden ihr Leben. Wie die Polizei des Kantons Wallis jetzt mitteilte, wurden alle Opfer identifiziert. Besonders tragisch: „Die meisten Toten sind zwischen 14 und 24 Jahre alt“, viele von ihnen stammten aus dem Ausland oder hatten sogar eine doppelte oder dreifache Staatsangehörigkeit.

Unter den Toten befinden sich neben Schweizerinnen und Schweizern auch junge Menschen aus Frankreich, Italien, Portugal, Belgien, Israel, Großbritannien, Rumänien und der Türkei. Die internationale Anteilnahme ist riesig. Die Familien der Verstorbenen – viele von ihnen mussten ihre Angehörigen aus dem Ausland zurückholen – haben die Leichname inzwischen zurückerhalten.

Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen

Ersten Erkenntnissen zufolge wurden das Feuer durch sogenannte Fontänen ausgelöst: Funken dieser Dekorationsgeräte gerieten in das Deckendekor aus Schaumstoff. Die hochentzündlichen Materialien ließen die Flammen in Sekundenschnelle auf den gesamten Raum überspringen. Panik brach aus – viele Besucher konnten den einzigen, schmalen Treppenaufgang nicht schnell genug erreichen. Laut Polizei und Zeugenaussagen war die Situation im Inneren „kaum vorstellbar chaotisch“. Mehreren Anwesenden gelang die Flucht gar nicht erst, sie wurden von anderen hinter einer Tür aus Glas beobachtet.

Verschärft wurde das Drama durch gravierende Mängel: Bereits seit einem Umbau im Jahr 2015 sei das Treppenhaus stark verengt gewesen. Die Notausgänge waren zudem häufig versperrt oder mit Möbeln zugestellt.„Oft war der Notausgang komplett blockiert“, erinnert sich ein Mitarbeiter aus der Bar. Insgesamt wurden bei dem Vorfall weitere 119 Menschen verletzt, etliche davon schwer – viele mussten medizinisch evakuiert werden.

Die große Trauer und die Suche nach Verantwortung

Die Behörden reagieren konsequent: Gegen die Betreiber der Bar wurde ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet. Die Polizei des Kantons Wallis ermittelt zu den Ursachen und Verantwortlichen. Landesweit ist die Betroffenheit groß: Bereits für den 9. Januar ist eine offizielle Trauerfeier angesetzt. Das Gedenken findet im Beisein des Schweizer Bundespräsidenten statt, davor soll es eine landesweite Schweigeminute geben – begleitet vom Läuten aller Kirchenglocken. „Die Anteilnahme im Land ist riesig“, berichten Vertreter der Behörden.

Die Tragödie hinterlässt tiefe Spuren, nicht nur bei den Angehörigen der Opfer. Der schweizerische Präsident Guy Parmelin hat seine Teilnahme bei der Gedenkzeremonie persönlich angekündigt. Die Ermittlungen zur Brandursache und zur Verantwortlichkeit laufen weiter, während die Schweiz um ihre verlorenen Kinder und Jugendlichen trauert.

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Verwendete Quelle:
Alle Opfer von Crans-Montana identifiziert: Viele sehr junge Ausländer unter Toten

Feuer von Crans-Montana: Deutschland nimmt Brandverletzte aus der Schweiz auf Feuer von Crans-Montana: Deutschland nimmt Brandverletzte aus der Schweiz auf