Silvester sollte in Crans-Montana ein rauschendes Fest werden. Doch dann kam der Horror: Ein verheerender Brand verwandelte eine voll besetzte Bar in ein tödliches Inferno, und plötzlich war alles anders. Was folgt, ist europäische Hilfe für die vielen jungen Menschen, die zwischen Leben und Tod schweben – und Deutschlands Kliniken spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Branddrama in den Schweizer Alpen Die Nacht, die alles veränderte
Die Nacht auf den 1. Januar wird in Crans-Montana wohl niemals vergessen. In einem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebten Bar-Keller bricht ein Feuer aus, das sich rasend schnell ausbreitet. Das tragische Resultat: Mindestens 40 Tote und 119 Verletzte, darunter viele junge Leute im Alter von 16 bis 26. Fast 80 davon kämpfen in kritischem Zustand ums Überleben.
Die Ausmaße der Katastrophe überfordern schnell die schweizerischen Kapazitäten. Zitat der Behörden:
"Das Ausmaß der Verletzungen war so groß, dass zusätzliche Betten im Ausland benötigt wurden".
Rund 50 Schwerverletzte werden unmittelbar nach dem Unglück zum Teil in ausländische Fachkliniken verteilt. Besonders stark betroffen sind die Regionen in Mitteldeutschland, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg.
Deutsche Spezialkliniken übernehmen Verantwortung und Patienten
Sofort nach der Brandkatastrophe reagieren deutsche Krankenhäuser. Die Kliniken von Köln-Merheim nehmen eine schwer verletzte Person auf. Auch in Aachen, Bochum, Leipzig, Halle, Berlin, Stuttgart, Tübingen und Ludwigshafen kommen Patientinnen und Patienten an. Die Verteilung läuft nach dem sogenannten « Kleeblattprinzip », das bereits während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, um Überlastungen einzelner Krankenhäuser zu vermeiden.
Laut der Ärztin Leila Harhaus-Wähner, die die Brandopfer-Abteilung am Unfallkrankenhaus Berlin leitet, seien drei Brandverletzte aus Crans-Montana für das Berliner Spezialhaus vorgesehen. In Halle werden schwer verletzte Personen in der renommierten Klinik Bergmannstrost aufgenommen, während die St. Georg Klinik in Leipzig betont, sie sei zentrale Anlaufstelle für Brandopfer in Mitteldeutschland und versorge im Jahr etwa 200 derart schwer betroffene Patient*innen.
Nicht weniger bedeutsam ist die BG Klinik Tübingen, die ebenfalls zwei Opfer behandelt – nach eigenen Angaben könne die Klinik in kurzer Zeit viele Betroffene versorgen. In Rhénanie-Palatinat können maximal vier verletzte Personen in Ludwigshafen kompetent behandelt werden, eine dieser Patientinnen befinde sich dort bereits in stabilem Zustand.
Lange Wege zur Heilung Versorgung, Behandlung und Perspektiven der Brandopfer
Vor dem Transport erhalten die Schwerverletzten bereits in der Schweiz erste intensive Maßnahmen. Dazu gehören das Reinigen der Brandwunden, das sterile Abdecken der Verletzungen und die Stabilisierung der wichtigsten Körperfunktionen. Die Behandlung in Deutschland beginnt dann unmittelbar nach dem Eintreffen in den Fachzentren und ist langwierig: Mehrere Transplantationen, monatelange Aufenthalte auf der Intensivstation und anschließende Reha stehen auf dem Plan.
Die ersten zwei Tage sind laut Fachleuten kritisch, weil die verbrannte Haut entfernt und durch künstliche oder eigene Haut ersetzt werden muss. Eine Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin sagt dazu:
"Die nächsten 48 Stunden sind entscheidend für das Überleben".
Die Familien der Verletzten erhalten mentale Unterstützung, etwa an den Kliniken in Köln, die Einzelzimmer mit Operationsmöglichkeiten und Begleitbetten anbieten und so auch den Angehörigen das Gefühl vermitteln, nicht allein zu sein.
Insgesamt zeigt Deutschland nach der Tragödie Solidarität. Die Bundesrepublik nimmt bis zu 40 Brandopfer aus der Schweiz auf, wobei jeder einzelne Fall individuell nach medizinischem Bedarf und Klinik-Kapazität entschieden wird, wie aus Presseberichten hervorgeht. Schweizer Behörden bestätigen:
"Ohne internationale Hilfe wäre die Versorgung so vieler Patienten nicht möglich gewesen".
Europäisches Netzwerk im Krisenmodus Lehren und Ausblick für Notfälle
Die Brandkatastrophe von Crans-Montana zeigt, wie wichtig ein europäisches Netzwerk spezialisierter Kliniken in Krisenzeiten ist. Dank bestehender Kooperationen wie dem Kleeblatt-System können schwer verletzte Menschen aus dem In- und Ausland schnell verteilt und bestmöglich behandelt werden. Besonders in Deutschland, wo die Kliniken einsatzbereit sind und teils Tag und Nacht für solche Notfälle vorhalten.
Es bleibt ein schmerzhaftes Kapitel für Crans-Montana, aber ein hoffnungsvolles Zeichen für die europäische Zusammenarbeit in der Notfallmedizin.
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Verwendete Quelle:
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