Trump kündigt höhere Zölle auf Autos aus der EU an - Angst vor Handelskrieg

Die Ankündigung von Donald Trump sorgt für Nervosität auf beiden Seiten des Atlantiks. Steht ein neuer Handelskrieg vor der Tür, diesmal rund ums Auto und kräftige Zollerhöhungen?

Trump kündigt höhere Zölle auf Autos aus der EU an - Angst vor Handelskrieg
© @potus
Trump kündigt höhere Zölle auf Autos aus der EU an - Angst vor Handelskrieg

Kaum hat Donald Trump die Nachricht in die Welt gesetzt, brodelt die Diskussion: Ab nächster Woche sollen die Zölle für Autos und Lkw aus der Europäischen Union in die USA kräftig steigen – von bisher 15 auf satte 25 Prozent. Die Ansage kommt direkt von Trump selbst auf Truth Social, begleitet von scharfer Kritik an Brüssel. Dabei war das Thema Zölle eigentlich schon auf dem Papier gegessen: Im vergangenen Sommer einigten sich Washington und die EU unter Beteiligung von Ursula von der Leyen auf ein Handelsabkommen. Für europäische Fahrzeuge galt seitdem ein maximaler Zollsatz von 15 Prozent – ein dicker Schritt runter gegenüber den ehemals 27,5 Prozent.

Doch damit ist es jetzt vorbei. Trump wirft der EU vor, das vereinbarte Abkommen nicht einzuhalten:

„Da die Europäische Union unser vereinbartes Handelsabkommen nicht einhält, werde ich in der kommenden Woche die Zölle für aus der Europäischen Union in die USA eingeführte Pkw und Lkw erhöhen.“

Über Gründe schweigt sich das Weiße Haus aus. Klar ist nur: Die Erhöhung trifft besonders das Exportland Deutschland. Der Verband der Automobilindustrie nimmt kein Blatt vor den Mund und warnt vor einer

„erneuten und schwerwiegenden Belastung der transatlantischen Beziehungen

und fordert zur

„Deeskalation“

auf.

Deutschland im Fadenkreuz: Milliardenlast und Angst vor Rezession

Für die deutschen Autobauer hat die neue US-Strafzollrunde handfeste finanzielle Folgen. Nach Einschätzung des Branchenkenners Ferdinand Dudenhöffer steht eine Mehrbelastung von rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr im Raum – allein durch die neuen Zölle. Kein Pappenstiel: 2025 exportierte Deutschland satte 409.000 Neuwagen in die Vereinigten Staaten. Während BMW und Mercedes dank großer US-Werke mit einer gewissen Zollschutzmauer rechnen dürfen, müssen Hersteller ohne US-Produktion – etwa Porsche und Audi – die vollen 25 Prozent schultern.

Die Sorge vor einem Handelskrieg ist greifbar. Clemens Fuest, Chef des Ifo-Instituts, warnt:

„Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.“

Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie betont, dass die USA

„mit immer neuen Provokationen das gegenseitige Vertrauen“

beschädigen, warnt aber zugleich vor weiteren Eskalationen. Die Maßnahmen stellten eine

„erneute massive Herausforderung für die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen

dar, die deutlich über den Automobilsektor hinausreichen könnten.

Politik, Polemik und „REKORD“-Investitionen: Trump provoziert weiter

Das Timing von Trumps Ankündigung ist kein Zufall. Nur einen Tag zuvor hatte er den deutschen Kanzler Merz scharf attackiert, ihm geraten, sich

„auf das Ende des Kriegs in der Ukraine zu konzentrieren“

, statt sich in den Iran einzumischen oder das

„marode Land“

Deutschland zu kritisieren. Damit wird klar: Hier steht nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein politisches Tauziehen im Raum.

Trump selbst präsentiert die neuen Importbedingungen als Jobmotor:

„mit Investitionen von über 100 Milliarden Dollar – EIN REKORD in der Geschichte der Auto- und Lkw-Produktion“

und kündigt an, dass

„diese Werke, die mit amerikanischen Arbeitskräften besetzt sind, bald eröffnet werden – so etwas wie das, was heute in Amerika passiert, hat es noch nie gegeben!“

Wer also künftig als deutscher Autobauer direkt für den US-Markt produzieren will, muss sich ans US-Regelbuch halten – oder zahlt drauf. Während die EU-Kommission betont, dass die Europäische Union das Handelsabkommen einhält und derzeit an dessen rechtlicher Umsetzung arbeitet, faucht Bernd Lange, Vorsitzender der Handelskommission im EU-Parlament, Richtung Washington:

„schlichtweg inakzeptabel.“

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