Donald Trump nach einem Jahr: USA im Ausnahmezustand und Welt in Aufruhr

Ein Jahr nach seinem Amtsantritt bringt Donald Trump die amerikanische und internationale Politik durcheinander, verschärft die Spannungen mit der NATO, Russland und China und polarisiert gleichzeitig die Gesellschaft.

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20 spannende Fakten über Donald Trump

Ein Jahr nach dem Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus hat sich die politische Landschaft in den USA und weltweit kräftig gewandelt. Viele fragen sich: Wie lange können die USA und ihre Partner dieses Tempo, diesen Stil und diesen Kurs aushalten?

Neue Spielregeln für die Welt: Trumps Außenpolitik

Mit Beginn seiner zweiten Amtszeit krempelt Donald Trump nicht nur die amerikanische Innenpolitik radikal um, sondern sorgt vor allem international für gewaltige Unruhe. Die Europäer merken in diesen Monaten besonders stark, wie abhängig sie in Sachen Sicherheit und Verteidigung doch noch von den USA sind – gerade angesichts der russischen Gefahr. Trumps Forderungen an die NATO-Partner sind knallhart: Mehr Geld für die Verteidigung und für die Ukraine, und das möglichst schnell. Die Länder Europas müssen laut Trump mindestens fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts fürs Militär ausgeben. Die "Unsicherheit um den Fortbestand der NATO" schwebt wie ein Damoklesschwert über den Staaten. Und als hätte all das nicht gereicht, nimmt Trump den Dänen kurzerhand den Plan ab, den Grönland-Deal mitzumachen.

Auch Putin schaut interessiert auf das, was jenseits des Atlantiks passiert. Moskau wittert Verhandlungsspielraum, allen voran beim Thema Ukraine-Krieg. Nach ersten Zeichen der Annäherung übt Trump aber zuletzt wieder Druck aus – jüngst mit neuen Sanktionen gegen Russland, sobald der Krieg kein Ende findet.

Der Blick nach Fernost zeigt: China fackelt nicht lange. Neue US-Zölle? Peking schlägt sofort zurück, spielt seine Macht bei wichtigen Rohstoffen aus und punktet im globalen Süden – etwa, weil sich Amerika aus internationalen Organisationen zurückzieht und durch Aktionen wie die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Maduro für Stirnrunzeln sorgt. All das verschafft Xi Jinping international einen Vorteil.

Die US-Handelspolitik ist jetzt knallhart: Trump setzt auf massive Einfuhrzölle, um US-Firmen und Arbeiter zu schützen.

"Er ignoriert die Kritiker, die vor steigenden Preisen für die Verbraucher warnen."

Ob diese Zollpolitik überhaupt rechtlich haltbar ist, könnte am Ende der Supreme Court entscheiden.

Streit im eigenen Land: Trumps Innenpolitik und die großen Gräben

Trump hat auch im eigenen Land einiges angestoßen – und polarisiert mehr denn je. Seine harte Haltung gegenüber Migranten drückt sich in zahlreichen ICE-Operationen aus. In vielen Großstädten gibt es heftigen Widerstand, nachdem eine US-Bürgerin bei einem ICE-Einsatz erschossen wurde. Die Proteste reißen nicht ab.

Auch das Verhältnis zur Tech-Szene hat sich gewandelt. Plötzlich stehen bekannte Unternehmer wie Elon Musk an Trumps Seite und unterstützen ihn finanziell. Gleichzeitig lockert Meta unter Mark Zuckerberg die Faktenchecks – ein Schachzug, über den sich Trumps Fans freuen dürften. Mit Apple spürt ein weiteres Tech-Schwergewicht am eigenen Geschäft, was Trumps Wirtschaftspolitik in Sachen Zölle bedeuten kann.

Aber nicht alles läuft glatt: Bei den sogenannten Midterms – also den Zwischenwahlen zum Kongress – könnten die Republikaner die ohnehin knappe Mehrheit verlieren. Das wäre für Trump ein möglicher Rückschlag.

Nicht zu vergessen: In der Angelegenheit Epstein bekam Trump selbst aus den eigenen Reihen Gegenwind, da er entgegen seiner Wahlversprechen Unterlagen zur Untersuchung nicht freigegeben hat.

"Das sorgt für Enttäuschung unter den Anhängern."

Aussichten und Risiken: Wie lange geht das noch gut?

Trumps Kurs setzt nicht nur die NATO-Partner und Europa unter Druck. Es gibt jetzt ein neues Kräfteverhältnis zwischen den USA, Russland und China, und beide Länder nutzen die neuen Spielräume geschickt. Das Resultat: Europa muss seine Militärausgaben hochfahren, während in den USA die Polarisierung und die gesellschaftlichen Spannungen zunehmen.

Die Frage bleibt: Kann Trump seinen harten Kurs halten, wenn die Republikaner die Mehrheit verlieren und ihm im eigenen Land der politische Spielraum fehlt? Die nächsten Monate bleiben jedenfalls spannend. Die Welt zittert, die US-Gesellschaft ist gespaltener denn je – und Trump geht seinen eigenen Weg, das Recht des Stärkeren als Motto.

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