Abgeschnittene Beine: Die Skelette zweier Männer geben Rätsel auf
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Abgeschnittene Beine: Die Skelette zweier Männer geben Rätsel auf

In England haben Archäologen auf der Baustelle für die künftige Autobahn, die Cambridge mit Huntington verbinden wird, einen überraschenden Fund gemacht. Ihre Ausgrabungen haben zwei Skelette von Männern ans Tageslicht gebracht, die neben ihren abgetrennten Beinen beerdigt wurden. Doch wie konnte es dazu kommen?

Als die Archäologen des Archäologischen Museums von London (MOLA) am Ausgrabungsort arbeiteten, der sich nahe der künftigen Autobahn A14 befindet, welche Cambridge mit Huntington verbinden soll, haben sie eine überraschende Entdeckung gemacht. Unter der Erde befanden sich die Skelette zweier Männer, deren amputierte Beine neben ihnen begraben wurden.

Eine makabere Szene

Das Grab stammt aus dem Zeitraum zwischen dem Ende des Weströmischen Reiches und dem Beginn der angelsächsischen Epoche, etwa dem 5. Jahrhundert. Sie wurden noch nicht im Detail analysiert, aber es wurden bereits mehrere Elemente dokumentiert. Ihre Körper wurden an einem Ort beerdigt, der zur damaligen Zeit ein Abfallhaufen gewesen sein muss, der hauptsächlich aus Muschelresten bestand.

Sie wurden im rechten Winkel zueinander beerdigt, sodass ihre Skelette zusammen ein T bilden. Ihre Köpfe zeigen voneinander weg. An letzteren befinden sich Verletzungen, von denen noch unbekannt ist, ob sie ihnen vor ihrem Tod zugefügt worden sind oder das Ergebnis von Jahrhunderten unter der Erde sind. Die abgetrennten Beine der beiden Personen wurden vor ihrem Begräbnis neben ihnen platziert. Fünfzig Meter von ihnen entfernt wurde ein Torso in einem ehemaligen Brunnen aus der Römerzeit gefunden.

Ein schockierendes historisches Zeugnis

Die Aktivität des MOLA umfasst über 40 Ausgrabungsstätten, die Aufschlüsse über 6.000 Jahre römischer Besatzungszeit in der Grafschaft Cambridgeshire zulassen. Die Entdeckung, die vor Kurzem die Archäologen erstaunte, scheint keine Ausnahmeerscheinung zu sein und ist ein weiteres Beispiel dafür, dass die Beziehungen zwischen den Römern und den Angelsachsen nicht immer allzu friedlich aussahen.

„Es gab jemanden, der diese beiden Kerle wirklich nicht ausstehen konnte“, sagt der Archäologe Jonathan House. Auch wenn es noch ungeklärte Elemente gibt, besteht für ihn und einige seiner Kollegen kein Zweifel daran, dass diese beiden Individuen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gerade auf eine friedliche Weise gestorben sind. „Dienten [die Amputationen] dazu, sie daran zu hindern, aus ihrem Grab zu fliehen?“, fragt die Chef-Archäologin Kasia Gdaniec. „Oder handelte es sich um eine Bestrafung, die ein Exempel statuieren sollte, weil sie zuvor versucht hatten zu fliehen?“ Für den Augenblick bleibt das Rätsel ungeklärt.

Von Fred Eilig
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