Als sie sieht, was hier vom Himmel fällt, packt sie die Angst

Als sie sieht, was hier vom Himmel fällt, packt sie die Angst

In Brasilien nimmt ein Anwohner eine gruselige Szene auf: Im Video sind viele kleine schwarze Punkte zu sehen, die es scheinbar vom Himmel regnet. Als sie einen genauen Blick darauf wirft, läuft es ihr kalt den Rücken runter - wir können es verstehen!

Wenn es stark regnet, dann regnet es bei uns "in Strömen" oder "wie aus Eimern". Bei unseren britischen Freunden regnet es sprichwörtlich "Katzen und Hunde", und in Brasilien tatsächlich...Spinnen! Und in letzterem Fall handelt es sich nicht nur um einen Ausdruck, sondern um die Wirklichkeit... oder zumindest fast.

Die Szene wurde von João Pedro Martinelli Fonseca gefilmt und dann in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Der Mann war auf den Ländereien seiner Großeltern in Espirito Santo do Dourado unterwegs, in der Nähe einer Stadt im Bundesstaat Minas Gerais ca. 20 km nordöstlich von São Paulo, als er am Himmel seltsame dunkle Punkte bemerkte, die sich... als Spinnen entpuppten!

Himmlische Nistplätze

Dieser Schwarm von Parawixia bistriata, einer Spinnenart, die in dieser feucht-warmen Region Brasiliens häufig vorkommt und für den Menschen ziemlich ungefährlich ist, hatte überhaupt nicht vor, wie ein schwerer Platzregen auf den Boden zu prasseln. Die kleinen Insekten leben normalerweise gemütlich auf ihren Netzen, die sie hoch oben in den Bäumen spannen. Sie bauen Nistplätze aus ihrer Seide, die mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen sind. So entsteht der Eindruck, die Spinnen würden tatsächlich in der Luft schweben. In Wirklichkeit befinden sie sich aber auf einem ihrer monumentalen Bauwerke.

"Tagsüber sitzen die Spinnen in einer großen Kugel in der Vegetation und kommen zu Beginn des Abends heraus, um die [aus Seide bestehende] riesige Decke zu bauen, die zwischen den Bäumen und Büschen hängt", erklärt Adalberto dos Santos, ein Archäologe an der Bundesuniversität von Minas Gerais, gegenüber dem Guardian. Die Maße dieses Spitzennetzes, das in den Lüften schwebt: bis zu vier Meter Breite und fast drei Meter Dicke.

Diese enormen Geflechte, die zwischen den Ästen aufgespannt werden, ermöglichen es den Spinnen, ihre Beute zu fangen: Häufig handelt es sich dabei um Insekten, manchmal aber auch um kleine Vögel. Für sämtliche kleinen, fliegenden Tiere ist es unmöglich, den engen Maschen dieses Netzes zu entgehen.

Keine Gefahr für den Menschen

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So beeindruckend dieses Schauspiel auch ist – dieser scheinbare "Spinnenregen" ist für den Menschen so gut wie ungefährlich, wie Adalberto dos Santos betont: "Die Menschen haben nichts zu befürchten: das Gift dieser Art ist nicht gefährlich [für sie] und die Bisse sind nicht schlimmer als die einer roten Ameise." Anders als vor diesen fünf giftigsten Spinnen der Welt müssen wir vor den Parawixia bistriata also keine Angst haben – sie sind sogar ziemlich nützlich für uns!

"Die riesigen Netze dieser Spinnen helfen dabei, die Insektenpopulation von Arten wie Fliegen und Mücken zu regulieren, die an schwülen Abenden herauskommen. [Diese Spinnen] sind also nicht schädlich für uns, sondern sogar nützlich", schließt Adalberto dos Santos. Im Gegensatz zu Mücken-, Bienen- oder Fliegenschwärmen ist dieser "Spinnenregen" also im Endeffekt nicht unangenehmer als ein leichter Sommerregen. Das Einzige, was fehlt, ist ein schöner Regenbogen...

Maximilian Kunze
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