Wladimir Putin: Laut Spitzendiplomat gäbe es einen Geheimplan für die "Opferung" des russischen Staatschefs

Der ehemalige ukrainische Außenminister glaubt, dass die russischen Eliten einen Plan zum Sturz von Wladimir Putin schmieden würden.

Wolodymyr Ohrysko, der von 2007 bis 2009 Kiews Spitzendiplomat ist, glaubt, dass es eine Spaltung der russischen Elite gäbe. Viel wichtiger als das ist jedoch die Analyse dessen, was hinter den Kulissen vor sich geht.

Austausch von Putin

Anfang des Monats sagt Ohrysko in einem Radiointerview, dass Wladimir Putin den Krieg bereits verloren habe. In einem Meinungsbeitrag für die The New Voice ofUkraine erklärt Ohrysko, dass die russischen Eliten seit einiger Zeit darüber nachdenken würden, wie sie Wladimir Putin loswerden können. Er schreibt:

Diese Verhandlungen werden von Menschen geführt, die bereits verstanden haben, dass es keinen Sieg geben wird, dass ihre Zukunft auf dem Spiel steht und dass es besser ist, Putin jetzt zu opfern, als sich selbst zu opfern.

Verängstigte Eliten

Ohrysko zufolge seien die russischen Eliten zu Beginn des Krieges in der Ukraine vor allem wegen der westlichen Sanktionen und des Verlusts ihrer Karrieren und der Lebensweise, an die sie sich vor Beginn des Konflikts gewöhnt hatten, verängstigt. Er fügt hinzu:

Nun, wer sind sie? Hier braucht man nicht lange nachzudenken. Es sind Leute, die einen sehr großen Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Situation in der Russischen Föderation haben und es gewohnt sind, sehr gut zu leben, Russland auszurauben und ihre gestohlenen Gelder im Westen auszugeben.

Laut Newsweek habe Dmitri Peskow, der Sprecher von Wladimir Putin, im vergangenen Monat Behauptungen zurückgewiesen, wonach die Macht des russischen Präsidenten durch Kriegsrückschläge und Illoyalität unter seinen Verbündeten gefährdet sei.

Das Schicksal Russlands sei bereits entschieden

Ohrysko ist nicht nur der Meinung, dass Putins Machtübernahme mit Sicherheit zu Ende geht, sondern er behauptet weiterhin, dass das Schicksal Russlands bereits durch einen unvermeidlichen Zusammenbruch bestimmt sei.

Er begründet dies damit, dass es neben der Ukraine noch viele andere Nationalitäten innerhalb Russlands gibt, z.B. die Tschetschenen, Tataren und Adyghen, die irgendwann nach Selbstbestimmung und ihrem Recht auf einen eigenen Staat streben würden.

Angst vor Zusammenbruch Russlands

Ohrysko zufolge habe der Westen Angst vor den Folgen eines Zusammenbruchs der Russischen Föderation. Dies sei der Grund, warum die Ukraine nicht mit schweren Offensivwaffen wie Panzern, Kampfflugzeugen und Raketen ausgestattet wird, die einen Zusammenbruch Russlands beschleunigen würden. Der Diplomat sagt laut Newsweek:

Wir müssen unseren lieben westlichen Partnern erklären, dass das Schicksal Russlands in jedem Fall bereits feststeht: Es wird zusammenbrechen. Es kann objektiv nicht in seinen derzeitigen Grenzen bleiben. Die Frage ist nur, wie schnell dieser Zusammenbruch sein wird. Oder ob es am Ende in einzelne kleine Teile zerfällt oder ganz zusammenbricht.

Verwendete Quellen:

Newsweek: 'Russia Elites in Secret Talks to Get Rid of Putin: Ex-Ukraine Official'

The New Voice of Ukraine: 'Backroom negotiations are already underway: what is happening now between Russia and the West'

Aus dem Englischen übersetzt von Ohmymag UK

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