Russland: Ex-Boxweltmeister Waluyew muss zum Militär

Er zählte einst zu den besten Boxern der Welt, doch nun soll er nicht mit den Fäusten, sondern an der Waffe kämpfen. Im Zuge des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat Nikolai Waluyew eine Vorladung vom russischen Militär erhalten.

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Der Ukraine-Krieg wird möglicherweise bald um einen prominenten Teilnehmer reicher. Der ehemalige Boxweltmeister und jetzige Duma-Abgeordnete Nikolai Walujew könnte Russland bald aktiv im Angriffskrieg gegen die Ukraine vertreten.

Gefreiter Waluyew

Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet, dass Walujew noch vor der von Putin angeordneten Mobilmachung eine Vorladung zum militärischen Melde- und Rekrutierungsbüro erhalten hat.

Mit der kürzlich verordneten Teil-Mobilisierung in Russland scheint dies aber nichts zu tun haben. Laut dem Brief, den Walujew auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichte, hätte er sich nämlich bereits am 15. September zum Militärdienst in St. Petersburg melden müssen.

In dem Schreiben steht, dass er sich melden müsse, um gewisse Informationen zu klären und Änderungen an seinen militärischen Dokumenten vorzunehmen.

Waluyews militärischer Rang ist "Gefreiter", was bedeutet, dass er in der Befehlskette sehr weit unten angesiedelt ist und im Falle einer Einberufung direkt an der Front kämpfen würde.

Waluyew nimmt Termin nicht wahr

Obwohl der ehemalige Boxchampion ein treuer Putin-Anhänger ist und sich bereits vor dem Krieg für die Autonomie und Anerkennung von Donezk und Luhansk als Volksrepubliken eingesetzt hat, ist er nicht zu seiner Vorladung erschienen.

Das hat allerdings triftige Gründe: Gegenüber den russischen Medien erklärte er, er habe wegen einer Reise in den Donbass keine Zeit gehabt, den Termin wahrzunehmen. Auf Telegram schreibt er:

Wenn das Vaterland mich ruft, werde ich gehen. Nach den Plenarwochen werde ich im Einberufungsbüro der Armee sein.

Allem Anschein nach könnte der ehemalige Boxweltmeister und jetzige Duma-Abgeordnete Nikolai Walujew demnächst die russischen Armee in ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine vertreten. Abgeneigt scheint er jedenfalls nicht zu sein.

Im Krieg sind alle gleich

Wie die Einberufung des prominenten Duma-Mitglieds zeigt, macht die russische Regierung scheinbar keine Unterschiede bei ihrer Mobilisierung von einsatzfähigen Soldaten.

Zuletzt hatte der russische Parlamentschef Wjatscheslaw Wolodin die Abgeordneten der Staatsduma nach dem Mobilmachungsbefehl zur Teilnahme am Krieg in der Ukraine aufgerufen. Die Welt berichtet von seiner Rede, in der er sagt:

Jeder, der die Voraussetzungen für eine Teilmobilisierung erfüllt, sollte helfen, indem er an der militärischen Sonderoperation teilnimmt. Es gibt keinen Schutz für die Abgeordneten.

Putins Mobilmachung hat in den vergangenen Tagen die größten Proteste in Russland seit Beginn des Krieges und eine große Flüchtlingswelle ausgelöst, doch der ehemalige Weltklasseboxer präsentiert sich als loyaler Soldat.

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