Spielt Donald Trump die Europäer mit Zöllen gegeneinander aus?

Neue Spannungen zwischen den USA und Europa: Donald Trump setzt auf Zolldruck, um die Europäer im Streit um den strategischen Norden auseinanderzubrechen. Was steckt hinter den plötzlichen Strafzöllen gegen NATO-Partner?

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20 spannende Fakten über Donald Trump

Der Machtkampf um das Donald Trump‘s Lieblingsobjekt geht in die nächste Runde. Während der amerikanische Präsident schon mehrfach seinen Blick auf das arktische Grönland gerichtet hat, sorgt er jetzt mit einer Zolloffensive gegen acht europäische NATO-Länder für Aufsehen. Der Auslöser? Mehrere europäische Staaten haben Soldaten auf die riesige Insel entsandt. Diese neue Entwicklung versetzt das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen den USA und ihren europäischen Verbündeten erneut auf den Prüfstand. Doch ist das wirklich nur eine Antwort auf die Militärpräsenz – oder steckt eine ganz andere Strategie dahinter?

Grönland als geopolitischer Zankapfel

Grönland – riesig, eisbedeckt, und plötzlich ein Symbol für globale Machtspiele. Der Streit um die Kontrolle dieses nördlichen Außenpostens hat eine neue Qualität erreicht. Europäische Länder entsenden Soldaten auf die Insel und argumentieren mit strategischen Interessen. Dieser Schritt bleibt in Washington nicht unbeantwortet: Donald Trump macht kurzen Prozess und verhängt sofort Strafzölle gegen acht betroffene europäische NATO-Partner. Für den US-Präsidenten ist Grönland nicht nur irgendein Stück Land – er spricht offen von einem „wichtigen Trophäe“.

Zolldrohungen als politisches Werkzeug?

Laut Laura von Daniels, Amerika-Expertin bei der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), steckt ein klarer Plan hinter Trumps Vorgehen: Trump sucht den maximalen Druck, um die bislang in der Grönland-Krise einheitlichen Europäer zu spalten. Besonders bemerkenswert: Die Trump-Administration nutzt das US-Notstandsgesetz IEEPA von 1977, das dem Präsidenten erlaubt, in Krisenfällen ohne Zustimmung des Kongresses zu handeln und harte Maßnahmen zu verordnen. Obwohl es weder offenkundige Sicherheits- noch wirtschaftliche Gründe für die Zölle gibt, vermuten Analysten, dass die Maßnahmen vor allem dazu dienen, die europäische Front gegen Washington zu schwächen. Das Ziel: Die Koalition, die sich für Grönland und das Völkerrecht einsetzt, zu spalten.

Folgen: Streit, Fragen zur Rechtmäßigkeit und Druck im NATO-Bündnis

Die Zolldrohung setzt gleich an mehreren Stellen an: Einerseits droht sie, die europäischen Länder im Grönland-Streit gegeneinander aufzubringen. Andererseits verschärft sie die Spannungen innerhalb der NATO – ausgerechnet unter Verbündeten. Die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahme wird bereits von Experten hinterfragt. Nicht nur in Washington steht sie zur Debatte, sondern auch an der amerikanischen Supreme Court. Ganz aktuell verbinden viele die Aktion auch mit Trumps bevorstehendem Auftritt beim Weltwirtschaftsforum in Davos – eine Machtdemonstration zur richtigen Zeit, um die US-Position deutlich zu unterstreichen. Besonders das Verhältnis der Europäer zu Dänemark und Grönland gerät so empfindlich unter Druck.

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Verwendete Quelle:

Expertin: Trump will mit Zoll-Drohung Europäer spalten

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