Schon länger ist der Streit um das venezolanische Öl ein Polit-Krimi mit Drehungen und Wendungen. Jetzt bringt Donald Trump frischen Wind ins Geschäft. Laut Aussagen auf seiner Plattform Truth Social sollen die gewonnenen Einnahmen aus neuen Ölverträgen, die Venezuela mit den USA abschließt, ausschließlich in den Kauf von US-Waren fließen. Auch die Menge ist kein Zufall: Die Rede ist von 30 bis 50 Millionen Barrel venezolanischem Rohöl, das trotz Sanktionen nach Amerika geliefert werden kann. Trump will dabei genau hinschauen: Er kündigt an:
„persönlich die Einnahmen zu überwachen, im Interesse des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten“.
Venezolanisches Öl auf dem US-Markt: Nur noch Made in USA?
Worum geht es konkret? Trump präsentiert den Mega-Deal als Win-win-Situation für beide Länder. Venezuela verpflichtet sich,
„die Einnahmen aus Ölexporten in den Kauf von landwirtschaftlichen Produkten, Medikamenten, medizinischen Geräten sowie Ausrüstung zur Modernisierung des Stromnetzes und der Energieanlagen zu investieren“.
Die amerikanische Seite will sicherstellen, dass das Geld am Ende tatsächlich in Produkte aus den eigenen Reihen gesteckt wird – davon könnte nicht nur die US-Wirtschaft profitieren, sondern auch der Zustand im krisengebeutelten Venezuela.
Zahlen, Mächte und der Blick nach China
Hinter dem Schein des „guten Deals“ steckt natürlich auch harter wirtschaftlicher Wettbewerb: Bislang galt China als der größte Abnehmer des venezolanischen Öls. Die angekündigte Neuordnung dürfte dort für Stirnrunzeln sorgen. Gleichzeitig kündigte die US-Regierung an, „die Kontrolle über venezolanische Ölexporte für eine unbestimmte Zeit zu übernehmen“, um so direkten Einfluss auf den Marktfluss zu nehmen. Die US-Seite erlaubt mit der Lockerung von Sanktionen nun sogar, dass venezolanisches Öl wieder international gehandelt werden darf – die Details, wann und wie das wirklich wirksam wird, bleiben bislang aber offen. Die nationalen Ölgesellschaften wie PDVSA bestätigen: Es wird „über Verkäufe an die USA verhandelt“.
Politik, Profit und humanitäre Hoffnung?
Trump verkauft das angekündigte Handelsembargo als „gute Entscheidung für das venezolanische und das amerikanische Volk“. Doch ob die Mittel aus dem Ölgeschäft tatsächlich wie vorgesehen eingesetzt werden, könnte sich noch zeigen. Die politischen Hintergründe bleiben jedenfalls spannend: Während Washington mit der Öffnung des Marktes für sich und amerikanische Firmen eine Win-win-Lage schaffen will, sieht der venezolanische Staat vielleicht seine Chance, dringend benötigte Infrastrukturprojekte mit frischem Kapital aus den USA anzuschieben. Klar ist nur: Der Öl-Deal könnte die Dynamik in Lateinamerika nachhaltig verschieben.
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