Rund um die neue Gordie-Howe-International-Brücke brodelt der Ärger: Einmal mehr nutzt Donald Trump seine Stimme auf Truth Social, um gegen Kanada zu poltern. Sein wütender Post vom 10. Juni 2024 nimmt kein Blatt vor den Mund und droht der eigentlich geplanten Einweihung der Grenzbrücke ein jähes Ende zu setzen.
Kanada, China und die Brücke – Trump auf Konfrontationskurs
Trump sorgt in seinem langen Beitrag für klare Worte:
„Wie jeder weiß, hat Kanada die Vereinigten Staaten jahrzehntelang sehr unfair behandelt. Jetzt wendet sich das Blatt für die USA – und zwar rasant!“
Er ist mit der Art und Weise, wie Kanada mit den USA umgeht, sichtlich unzufrieden und attackiert besonders die neue Verbindung zwischen Ontario und Michigan, die noch im selben Jahr öffnen soll. Trumps Ärger entzündet sich daran, dass die Brücke – laut ihm – „praktisch ohne amerikanische Komponenten“ gebaut wurde, was auf eine Ausnahmegenehmigung von Barack Obama zurückgehen soll. Zudem ärgert er sich darüber, dass Ontario angeblich den Import amerikanischer Spirituosen und alkoholischer Getränke verbietet.
Handelsstreit, Zölle und ein Hauch von China
Das Säbelrasseln bleibt nicht bei Vorwürfen: Trump kündigt offen an, die feierliche Eröffnung der Grenzbrücke zu blockieren, solange seine Forderungen nicht erfüllt werden.
„Ich werde diese Brücke erst dann öffnen, wenn die Vereinigten Staaten für alles, was wir ihnen gegeben haben, vollständig entschädigt wurden und Kanada die Vereinigten Staaten mit der Fairness und dem Respekt behandelt, die wir verdienen.“
Er verlangt, dass „mindestens die Hälfte der Brücke“ unter US-Kontrolle stehen soll und will sofort Verhandlungen darüber einleiten. Auch alte Streitpunkte wie die kanadischen Importzölle auf US-Milchprodukte lässt Trump nicht unerwähnt – für ihn sind sie „inakzeptabel“ und schadeten den amerikanischen Landwirten.
Doch Trump schießt auch in eine ganz andere Richtung: Mit Seitenhieben gegen die Annäherung Kanadas an China, die durch neue Energie- und Handelsabkommen zwischen Ottawa und Peking untermauert wird, versucht er weiter Druck aufzubauen. Noch skurriler wird es, wenn der Altpräsident behauptet:
„Als Erstes wird China alle Eishockeyspiele in Kanada beenden und den Stanley Cup endgültig abschaffen.“
Konsequenzen und politische Brisanz
Was steckt politisch hinter Trumps Attacke? Eine mögliche Blockade der neuen Brücke hätte erhebliche Auswirkungen auf den grenzüberschreitenden Handel und die Logistik zwischen den USA und Kanada. Auch die öffentliche Kritik am engen Austausch mit China bringt Ottawa in eine unangenehme Lage. Laut Newsweek hätten Vertreter Kanadas und Chinas zuletzt gezielt gemeinsame Verträge unterzeichnet, um Zölle abzubauen und wirtschaftlich stärker zusammenzuarbeiten.
Trumps Wortwahl spitzt die Lage zu. Ein Beispiel:
„Und jetzt erwartet die kanadische Regierung von mir als Präsident der Vereinigten Staaten, dass ich ihnen erlaube, Amerika einfach so auszunutzen! Was bekommen die Vereinigten Staaten von Amerika? Absolut nichts!“
Zölle, Souveränitätsansprüche und kulturpolitische Seitenhiebe auf das kanadische Eishockey bringen wieder einmal frischen Zündstoff in die ohnehin angespannte Beziehung.
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Verwendete Quelle:
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