Kaum ein Politiker ist so auf die Presse fixiert wie Donald Trump. Nach seiner Vereidigung zum zweiten Mal als Präsident der USA am 20. Januar 2025 hat sich die politische Lage weiter zugespitzt. Immer häufiger gerät Trump wegen seines Umgangs mit Medien in die Kritik. Besondere Brisanz erhielt die Situation, als unabhängige Journalisten wie Don Lemon, ein ehemaliger CNN-Moderator, festgenommen wurden – ein Vorgang, der für große Unruhe in der Presse sorgte. Die Atmosphäre ist angespannt, vor allem im Vorfeld wichtiger politischer Entscheidungen.
Trump und das Spiel mit der Medienaufmerksamkeit
Im politischen Betrieb der USA ist Trump ein Meister der Inszenierung. Jede Kamera, jedes Interview, jede Überschrift – Trump nutzt die Bühne so intensiv, dass Kritiker ihm längst eine regelrechte Abhängigkeit von der Medienpräsenz nachsagen. Der frühere CNN-Journalist Jim Acosta analysiert offen: Donald Trump ist abhängig von der Anwesenheit der Presse, vom Fotografiertwerden und von Fernsehübertragungen. Das ist es, was er liebt und begehrt.
Egal, wie groß die Skandale ausfielen – ob militärische Interventionen im Ausland wie der Angriff auf Venezuela mitsamt der Festnahme von Präsident Maduro oder die wiederholten Grenzverletzungen gegenüber Medienvertreter:innen: Trumps Machtbasis blieb stets stabil. Auch eine Amtsenthebung blieb aus, obwohl andere Politiker bei vergleichbaren Vorfällen vermutlich zurücktreten mussten.
„Wir haben vielleicht die Phase erreicht, in der Journalisten verhaftet werden“
Aktuell wird der politische Ton auf beiden Seiten schärfer. Die jüngsten Verhaftungen, darunter der Fall Don Lemon, sorgten nicht nur in Journalist:innen-Kreisen für Bestürzung. Jim Acosta warnt: Wir haben vielleicht die Phase erreicht, in der Journalisten verhaftet werden – im Rahmen seines autoritären Projekts. Die Operation des FBI gegen eine Wahlbehörde im Landkreis Fulton und weitere ähnliche Aktionen werden zum Symbol eines gesellschaftlichen Klimas, das sich zunehmend gegen kritische Pressearbeit richtet.
Mit den bevorstehenden Midterm-Wahlen im November wächst auch der Druck auf Trump selbst. Acosta beschreibt dessen Stimmung so: Donald Trump ist derzeit sehr nervös wegen der bevorstehenden Zwischenwahlen.
Medien als Machtfaktor: Acostas radikaler Vorschlag
Im Fernsehinterview mit MSNBC stellt Jim Acosta eine ziemlich provokante Idee vor: Die Medien sollten Trump die Aufmerksamkeit entziehen – und damit sein „Lebenselixier“. Er meint wörtlich: Er wurde im vergangenen Jahr so oft gewährt, dass es ihn gestärkt hat. Damit fordert Acosta einen kollektiv organisierten Medienboykott: Ginge diese Taktik auf, würde Trumps zentrales Machtwerkzeug – die ständige Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit – wegfallen.
Doch kann man so jemanden wie Trump tatsächlich „aushungern“? Während sich manche Journalist:innen und Kommentator:innen mit der Strategie anfreunden können, ist klar: Die Frage nach journalistischer Verantwortung in einer Demokratie bleibt brisant. Die Rolle der Medien bei der Kontrolle der Macht zeigt sich gerade mit Blick auf Trumps anhaltendem Einfluss als entscheidend.
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Verwendete Quelle:
Donald Trump: Ohne dieses Lebenselixier wäre "The Don" am Ende










