Manchmal erscheinen selbst sonnige Tage grau – diese Stimmung kennt Brigitte Macron mittlerweile nur zu gut. Seit Emmanuel Macron 2017 zum Präsidenten gewählt wurde, steht sie permanent im Fokus der Öffentlichkeit. Die letzten fast zehn Jahre im Élysée haben Spuren hinterlassen – wie tief genau, berichtet sie nun offen in einem Interview mit La Tribune Dimanche.
Sie erzählt, wie stark sich ihr Leben durch die Rolle als Präsidentengattin verändert hat:
„Früher hatte ich ein normales Leben, Kinder, einen Job, Höhen und Tiefen, wie alle anderen auch.“
Ein geregelter Alltag, Familie und Beruf prägten ihr früheres Leben – doch seit dem Einzug in den Élysée-Palast ist nichts mehr so wie früher.
Neben den offiziellen Verpflichtungen prägen vor allem Angriffe und Falschmeldungen über sie den Alltag. Immer wieder kursieren absurde Gerüchte, etwa, dass sie „eigentlich ein Mann“ sei. Solche Falschmeldungen, unter anderem verbreitet von der US-Amerikanerin Candace Owens, belasten sie stark. Die angegriffene First Lady klagt und führt ein Verleumdungsverfahren gegen die Urheber dieser Diffamierungen.
Brigitte Macrons Umgang mit Hass und Fake News
Im Laufe der Jahre hat Brigitte Macron eine spürbare Veränderung durchgemacht.
„Manchmal fällt es mir schwer, den blauen Himmel zu sehen“, gibt sie ehrlich zu.
Die ständigen Angriffe und falschen Behauptungen haben ihr den Optimismus geraubt und Lasten aufgebürdet, die kaum jemand kennt.
Als Schutzmechanismus führt sie ein Tagebuch, in dem sie ihre Erlebnisse und Gefühle niederschreibt. „Nicht einmal meinem Mann“ zeigt sie diese Einträge, die ihr helfen, den öffentlichen Druck zu verarbeiten. Die Belastungen bleiben aber nicht allein bei ihr: Ihre Familie leidet ebenfalls unter dem Dauerfeuer.
Tiphaine Auzière, Brigitte Macrons Tochter, bestätigte bei einem Prozess Anfang 2026 vor Gericht, wie sehr die Familie unter den Beleidigungen leidet. Im selben Verfahren wurden acht Männer und zwei Frauen wegen Cybermobbings gegen Brigitte Macron verurteilt.
Online-Hetze und juristischer Widerstand
Die Angriffe im Netz und die immer wieder neuen Gerüchte hinterlassen tiefe Spuren. Die First Lady bringt es auf den Punkt:
„Ich sah die Dunkelheit der Welt, die Dummheit, die Bosheit. Manchmal bin ich traurig wie nie zuvor.“
Dieses Eingeständnis ist zugleich ein stiller Appell gegen Hass und Anonymität im Internet.
Die Verurteilungen der zehn Täter sind laut französischen Medien ein wichtiger Schritt gegen digitale Gewalt öffentlicher Personen. Brigitte Macron zeigt sich davon unbeirrt, auch wenn der Druck bleibt und das Positive nicht immer leicht zu sehen ist.
Statt sich unterkriegen zu lassen, steht sie fest an der Seite ihres Mannes und ihrer Familie. Sie zieht Bilanz, verarbeitet alles in ihrem Tagebuch – manchmal wirkt sie dadurch nachdenklicher, dennoch ungebrochen und authentisch.
Familie, Alltag, Widerstand: Was bleibt?
Nach fast zehn Jahren im öffentlichen Fokus bleibt eine gestärkte, aber auch nachdenkliche Brigitte Macron zurück. „Manchmal bin ich traurig wie nie zuvor“, sagt sie und zeigt damit ihre verletzliche Seite. Doch die Familie hält zusammen und findet Halt im Austausch, sei es im Gespräch oder in den privaten Seiten ihres Tagebuchs.
In diesen Momenten wirkt Brigitte Macron unverstellt: offen, verletzlich, zugleich kämpferisch. Selbst im mächtigsten Palast Europas bleibt man nicht verschont von Anfeindungen. Doch wer so spricht, hat gelernt, mit Widerstand umzugehen und sorgt für einen halben Blick hinter die Fassade.
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Brigitte Macron: "Manchmal bin ich traurig wie nie zuvor"








