Stell dir vor, du bist dreizehn und plötzlich interessiert sich die ganze Weltpolitik für dich. So geht es aktuell Kim Ju-ae, der Tochter von Kim Jong-un, die scheinbar für große Pläne vorgesehen wird. Während in Nordkorea der Personenkult um die Familie Kim Tradition hat, sorgt Ju-aes ständige Präsenz bei Militärshows, Paraden und Zeremonien für internationales Stirnrunzeln. Offiziell hält Nordkorea sich bedeckt, doch Fans von Machtspielchen und Rätselraten kommen auf ihre Kosten: Geht hier wirklich die nächste Generation an den Start – und diesmal weiblich?
Ein Mädchen im Rampenlicht
Als Kim Ju-ae vor ein paar Jahren zum ersten Mal öffentlich gezeigt wurde – ausgerechnet bei einem Raketenstart –, rieben sich viele die Augen. Dafür war sie noch ein Kind. Doch seitdem vergeht kaum ein großer Staatsakt in Pjöngjang ohne sie. Dabei tritt sie auffallend selbstbewusst und stets eng an der Seite ihres Vaters auf. Die nordkoreanischen Staatsmedien setzen sie dabei gekonnt in Szene und sprechen von der „geliebten Tochter“ und zuletzt sogar von „hyangdo“. Das ist ein Ehrenname, der normalerweise nur den mächtigsten Führern oder deren Erben vorbehalten ist. Kein Wunder also, dass Beobachter außerhalb Nordkoreas inzwischen Alarm schlagen.
Rätselhafte Familie, eindeutige Zeichen
Offiziell gibt es nach wie vor keine Details über ihr Alter, ihre Funktion oder ihre exakte Rolle im Familienclan – nicht ungewöhnlich für das nordkoreanische Machtgefüge. Klar ist nur: Kim Ju-ae hat scheinbar noch zwei Brüder, deren Identität Nordkorea aber geheim hält. Trotzdem fügen sich die Puzzleteile für viele Experten langsam zusammen. Wie der The Wall Street Journal am 12. Februar berichtete, bewerteten südkoreanische Geheimdienste die Anzeichen als „ausreichend seriös“, um über eine mögliche Nachfolge zu spekulieren. Verantwortliche aus Südkorea sprechen sogar davon, sie hätten:
„Hinweise gesammelt, die beweisen, dass das Mädchen kurz davor steht, zur Nachfolgerin ernannt zu werden."
Dabei unterscheidet sich ihre Präsentation deutlich von früheren Generationen. Weder Kim Jong-il noch Kim Jong-un selbst wurden als Jugendliche in den Medien präsentiert. Sie tauchten erst als Erwachsene oder zur Machtübernahme auf. Kim Ju-ae aber bekommt die volle politische Aufmerksamkeit und steht quasi schon in den Startlöchern – im schicken Kostüm und mit High Heels, wie es in Berichten heißt. Inzwischen soll sie fast so groß wie ihr Vater sein.
Mächtige Aussichten: Eine Frau als Oberhaupt?
Das wäre für Nordkorea ein Novum: Noch nie stand eine Frau an der Spitze des Landes. Sollte Kim Ju-ae wirklich offiziell zur Nachfolgerin bestimmt werden, wäre das nicht nur ein Bruch mit der streng patriarchalen Tradition der Kim-Dynastie, sondern auch ein politisches Signal weit über Asien hinaus. Auffällig bleibt ebenfalls ihre offenbar schon aktive Beteiligung an Staatsgeschäften. Ihre Ansichten bei Inspektionen sollen laut Geheimdienstberichten bereits Gewicht haben. Selbst beim Neujahrsbesuch im Mausoleum der Ahnen war sie prominent im Bild. Ist das alles Show oder bereits Vorbereitung auf das höchste Amt?
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