„35 Jahre Eiszeit“ Wie Donald Trump Obamas Atomdeal mit dem Iran stoppte © @potus
Veröffentlicht am 02/06/2026 um 09:00 von der Redaktion

„35 Jahre Eiszeit“ Wie Donald Trump Obamas Atomdeal mit dem Iran stoppte

Der Atomdeal mit dem Iran galt als Meilenstein, doch Donald Trump zog 2018 den Stecker. Was trieb ihn zu diesem Schritt und welche Folgen spürt die Welt noch heute?

Es war der große diplomatische Coup – zumindest schien es für einen Moment so. Als Donald Trump 2018 den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran verkündete, schlug die Nachricht Wellen. Schließlich hatte der damalige US-Präsident Barack Obama 2015 lange und zähe Verhandlungen geführt, um den sogenannten Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) auf den Weg zu bringen. Das Ziel: eine nukleare Bewaffnung Irans zu verhindern und die jahrzehntelange Eiszeit zwischen Washington und Teheran hinter sich zu lassen. Doch Trump setzte alles auf Anfang und kippte das Abkommen – mit weitreichenden Konsequenzen, die bis ins Jahr 2026 zu spüren sind.

Ein „Neuanfang nach 35 Jahren Eiszeit“ – und dann der Bruch

Im April 2015 vereinten sich die sogenannten P5 – also die USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich – gemeinsam mit Deutschland in Lausanne, um mit dem Iran ein Rahmenabkommen zu verhandeln. Was auf dem Spiel stand, war nicht weniger als die Frage, ob Teheran unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms eine Bombe bauen könnte. Der Westen wollte das im Keim ersticken – und setzte auf scharfe Sanktionen, die dem Iran das Leben schwermachten. Im Juli 2015 wurde der JCPOA in Wien unterzeichnet. Der Iran bekräftigte darin ausdrücklich: „unter keinen Umständen“ werde er Atomwaffen anstreben. Im Gegenzug sollten die schlimmsten wirtschaftlichen Fesseln langsam gelockert und internationaler Handel wieder möglich werden.

Das Abkommen galt als Zeichen für einen „Neuanfang nach 35 Jahren Eiszeit“, nachdem die Beziehungen seit der Besetzung der US-Botschaft in Teheran 1979 und fast 18 Monaten Geiselkrise desolat gewesen waren. Die Aufhebung der Sanktionen sollte nicht auf Verdacht erfolgen: Ein umfängliches Kontrollregime der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollte bis zu 25 Jahre lang ein wachsames Auge auf das iranische Atomprogramm haben. Der Iran durfte die Urananreicherung nur bis zu 3,67 Prozent betreiben – genug für Brennstäbe, aber weit entfernt von Waffenfähigem Material.

Trumps Kurswechsel: Mehr Druck statt Dialog

Doch während die internationale Gemeinschaft den Deal als Triumph feierte, regte sich Widerstand – allen voran in den USA selbst. Zwar ließ der amerikanische Kongress das Abkommen passieren, stoppte aber jede schnelle Sanktionslockerung. Die Stimmung in Israel war regelrecht frostig: Premierminister Benjamin Netanjahu sprach von einer „existentiellen Bedrohung“ und hielt das Abkommen für zu lasch – er warf dem Iran vor, weiterhin im Geheimen an Atomwaffen zu arbeiten.

2018 dann die Kehrtwende:

„Trump betont stets, dass er anders vorgehen werde als Vorgänger Obama“, heißt es im dpa-Bericht.

Mit dem Rückzug der USA aus dem JCPOA und der Wiedereinführung schmerzhafter Sanktionen erwischte Trump auch die europäischen Partner auf dem falschen Fuß. Sie wollten am Atomdeal festhalten, doch ohne die wirtschaftliche Muskelkraft der USA wurden auch ihre Garantien wertlos.

Für den Iran folgte ein wirtschaftlicher Absturz. Die Ölexporte brachen ein, die Landeswährung Rial verlor massiv an Wert – Investitionen blieben aus, die Inflation stieg und die Armut verschärfte sich deutlich. Die Hoffnung auf Normalisierung zerschlug sich im Nu. Die iranische Führung reagierte ab 2019, indem sie das Atomprogramm wieder hochfuhr, den Grad der Urananreicherung schrittweise bis auf 60 Prozent hochschraubte und die internationale Kontrolle weiter einschränkte.

„Der Sprung von 60 zu 90 Prozent – wie für eine Atombombe nötig – ist technisch einfacher als die vorherigen Schritte“, so Experten.

Konflikt ohne Ende: Proteste und neue Eskalation

Bis 2021 hatte sich die Lage noch weiter zugespitzt: Teheran kappte große Teile der Zusammenarbeit mit der IAEA. Die Transparenz litt, das Misstrauen wuchs. Die Wirtschaft ächzte unter den Sanktionen so stark, dass Anfang 2026 im Iran Massenproteste ausbrachen. Das Volk forderte Erleichterung – nicht zuletzt durch die Freigabe eingefrorener Auslandskonten im Zuge neuer Verhandlungen. Auch regional spannte sich die Lage an: Laut Geheimdiensten und Fachleuten baute Teheran seine Netzwerke bei befreundeten Milizen und Kriegseinheiten aus. Das zeigte Wirkung – besonders in militärischen Auseinandersetzungen mit den USA und Israel in den letzten Jahren, bei denen der Iran gezielt auf Vergeltung setzte.

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Verwendete Quelle:

Donald Trump: Warum Trump einst Obamas Atom-Deal mit dem Iran durchkreuzte