Trump droht Öl-Debakel "Schlimmer als im Irak"

Nach dem Sturz von Präsident Maduro schaut die Welt gespannt nach Venezuela. Kann ausgerechnet das Chaosland zum neuen Hoffnungsträger für die Ölindustrie werden?

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20 spannende Fakten über Donald Trump

Die politischen Ereignisse in Venezuela sorgen weltweit für Aufsehen: Nach einer spektakulären militärischen Aktion ist Präsident Nicolás Maduro festgenommen und nach New York gebracht worden. Jetzt spricht Donald Trump von einer „neuen Ära“ für das Land. Sein großes Ziel: Mit frischem US-Kapital soll die marode Ölindustrie wieder auf Vordermann gebracht werden – und allen Beteiligten viel Geld einbringen.

„Die USA und Venezuela werden gemeinsam viel Geld verdienen“, verspricht Trump.

Doch wie realistisch ist dieses Szenario wirklich?

Venezuelas Öl – Segen oder Fluch

Venezuela besitzt mit mehr als 300 Milliarden Barrel die größten Erdölreserven der Welt. Was auf dem Papier nach einem echten Schatz klingt, ist in Wirklichkeit ein Problem: Das venezolanische Öl ist extrem schwer zu raffinieren, die Technik im Land ist alt und marode. Nach Jahren der Misswirtschaft und fehlender Investitionen liegt die gesamte Förder-Infrastruktur fast am Boden. Selbst internationale Experten wie Francisco Monaldi vom Baker Institute meinen:

„Das ist ein Mammutprojekt.“

Die US-Firma Chevron ist als einziger großer Ölkonzern noch im Land aktiv, während Konzerne wie ConocoPhillips zwar theoretisch großes Interesse am Comeback hätten, aber noch auf Geld aus alten Zeiten warten. Damals, vor knapp zwanzig Jahren, war das Ölgeschäft in Venezuela verstaatlicht worden – das führte zu hohen Forderungen der westlichen Firmen, verhindert aber eben auch den schnellen Neustart.

Noch dazu kommt: Bereits jetzt zeigen Beispiele wie Irak oder Libyen, wie heikel Ölgeschäfte in solchen politisch unsicheren Situationen für US-Konzerne sind. Doch Trump bleibt dabei:

„Wir investieren Milliarden“, sagt er über die Pläne für Venezuela.

Milliardeninvestition – doch die Skepsis bleibt

Auf den ersten Blick klingt Trumps Versprechen verlockend: Massive US-Investitionen, ein Wirtschaftswunder, Milliarden für alle Beteiligten. Doch der Preis des Öl-Barrels soll laut Energy Aspects bis Ende 2025 unter 60 Dollar bleiben. Das macht große Investitionen für Unternehmen riskant und wenig attraktiv – vor allem, weil laut dem Thinktank rund zehn Milliarden Dollar nötig wären, nur um die tägliche Förderung überhaupt um 500 000 Barrel zu steigern – das wären schon satte 50 Prozent mehr als heute.

Aber nicht nur die Wirtschaftlichkeit schreckt ab: Laut Analyst Thomas O’Donnell fehlen aktuell – neben politischer Stabilität – schlicht die Grundlagen für eine schnelle Modernisierung. Branchenkenner wie Ed Hirs von der University of Houston und Landon Derentz, Berater mehrerer US-Regierungen, verweisen zudem auf die ganz realen Gefahren im Land. Unsichere Gesetze, marode Technik, mögliche neue Unruhen – für viele Investoren eine zu große Unsicherheit. Auch Rory Stewart, britischer Politiker und Podcaster, sieht Risiken:

„Es ist nicht wie Irak, aber wir sollten trotzdem vorsichtig sein.“

Politischer Druck hin oder her – die großen Ölkonzerne zögern. Auch wenn Chevron wie ein Platzhirsch wirkt, warten viele andere große Namen lieber ab. Selbst ConocoPhillips springt noch nicht auf, zu groß erscheint das Risiko nach den Erfahrungen im Irak oder in Libyen.

Langfristige Aussichten und unerwartete Stolpersteine

Das große Venezuela-Ölwunder bleibt vorerst aus. Experten schätzen, dass es fünf bis zehn Jahre dauern könnte, bis sich der Markt überhaupt stabilisiert – falls überhaupt! Die Zukunft bleibt offen: Ohne stabile Regierung, absolut verlässliche Rahmenbedingungen und mutige Investoren wird eine Erholung der Industrie dauern oder sogar ganz ausbleiben.

Die vielen Unsicherheiten machen einen schnellen Aufschwung praktisch unmöglich, so warnen Analystinnen und Analysten von Reuters bis Politico. Neue Kämpfe oder ein erneutes Abrutschen in Unsicherheit könnten die Hoffnungen auf den großen Geldregen schnell zunichte machen. Trump träumt zwar groß – „schlimmer als im Irak“, heißt es aus Investorensicht – doch ein Selbstläufer wird die Öl-Offensive sicher nicht.

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Verwendete Quelle:
Trump spricht von Milliarden: Öl-Debakel in Venezuela droht – "schlimmer als im Irak"

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