CDU-Politker über Putin: "Das Ende ist unvorhersehbar"

Nach dem gescheiterten Putschversuch in Russland hält die Regierung in Deutschland sich mit Kommentaren zum Geschehen weitgehend bedeckt. Erste Einschätzungen von Außenpolitikern gehen nun jedoch in die Richtung, wie sich die jüngsten Ereignisse nun auf das weitere Geschehen im Ukraine-Krieg auswirken werden.

CDU-Politker über Putin: "Das Ende ist unvorhersehbar"
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CDU-Politker über Putin: "Das Ende ist unvorhersehbar"

Am vergangenen Samstag haben Nachrichten aus Russland die Runde gemacht, die von einem militärischen Aufstand der Söldner-Truppe "Wagner" berichtet haben. Wie der WDR berichtet, hat der Chef der "Wagner"-Truppe, Jewgeni Prigoschin, seine Armee auf russisches Gebiet vorgeschickt, soll sogar bereits in Richtung Moskau unterwegs gewesen sein.

Bereits zuvor hat Prigoschin die militärische Führung der russischen Armee immer wieder offen kritisiert. Noch am Samstagabend hat der "Wagner"-Chef seine Truppen jedoch schon wieder zurückgerufen. Der Grund: Ein Deal mit Präsident Putin, der ihm eine sichere Ausreise nach Belarus ermöglichen soll.

Brutaleres Vorgehen Putins wird befürchtet

Wie es in Russland nun, gerade mit Blick auf den Krieg in der Ukraine, weitergeht, bleibt abzuwarten. Einige deutsche Außenpolitiker befürchten allerdings, dass der russische Präsident nun aufs Ganze gehen könnte, um nicht den Eindruck einer geschwächten und überrumpelten russischen Führung zu vermitteln. Das berichten unter anderem der Tagesspiegel sowie das Magazin Made in Bocholt.

Roderich Kiesewetter von der CDU vermutet daher etwa, Putin werde sein innerpolitisches Image stärken wollen und demzufolge sein Vorgehen im Ukraine-Krieg noch mehr "intensivieren" und "brutaler machen". Man solle sich aus deutscher Sicht nun mehr denn je auf die Unterstützung der Ukraine konzentrieren.

Putin versucht, seine Schwäche zu kaschieren

Insgesamt stuft man Putin somit durch den Söldner-Aufstand als "geschwächt" ein - er stehe "am Anfang seines Endes", so Kiesewetter. Dennoch müsse man aufpassen, denn wie dieses Ende aussieht, das sei "unvorhersehbar".

Auch FDP-Außenpolitiker Ulrich Lechte vermutet, dass der russische Präsident nun sein "Terror-Regime" ausweitet, um seine Schwäche zu kaschieren. Jürgen Trittin von den Grünen bewertet es gar als "besorgniserregend", dass Russland von einer Söldner-Truppe bedroht worden sei. Auf das, was nun folgen könnte, sei laut seiner Einschätzung nicht einmal die USA vorbereitet. Wie sich die Lage in Russland weiter entwickelt, bleibt abzuwarten.

Verwendete Quellen:

Tagesspiegel: "Nach Putschversuch in Russland: 'Putin wird den Krieg noch brutaler machen'

WDR: "Nach dem Wagner-Aufstand – Was passiert da gerade in Russland?"

Made in Bocholt: "Außenpolitiker befürchten aggressiveren Putin"

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