Atacama-Wüste: Hier bringt der Regen den Tod!

Atacama-Wüste: Hier bringt der Regen den Tod!

Eine Studie hat kürzlich gezeigt, dass Regen nicht unbedingt lebensspendendes Nass bedeuten muss. In der Atacama-Wüste, dem trockensten Gebiet unserer Erde, bringt Regen den Tod und nicht etwa aufblühendes Leben, wie sonst angenommen. Tatsächlich haben hier ungewöhnliche Regenfälle zum Absterben zahlreicher hier lebender Mikroorganismen geführt.  

Die Atacama-Wüste an der Westküste Südamerikas ist ein beliebter Ort für Astronomen. Ihr ungewöhnlich klarer Himmel bietet ideale Bedingungen zum Beobachten des nächtlichen Himmels. Doch wer sich hierherwagt, der sollte gut ausgerüstet sein. Denn für die meisten Erdenbewohner ist das trockenste Gebiet unseres blauen Planeten die Hölle. In der ältesten Wüste der Welt spielt sich so manches anders ab als anderswo. Hier bringt Leben kein explosionsartiges Aufblühen des Lebens, sondern den Tod.

Wenn der Regen den Tod bringt

Wissenschaftlichen Beobachtungen nach herrscht in dieser Wüste der Wüsten schon seit fünfzehn Millionen Jahren extreme Trockenheit und soll es hier innerhalb der letzten fünfhundert Jahr zu keinen nennenswerten Niederschlägen gekommen sein. Dann kam es im März und im August 2015 und im Juni 2018 zu ungewöhnlichen starken Regenfällen.

Entgegen der allgemeinen Meinung, Regen sei lebensbringend, waren die Auswirkungen für die an die extreme Trockenheit der Atacama-Wüste gewöhnten Mikro-Organismen katastrophal. „Als es in der Atacama-Wüste geregnet hat, haben wir gehofft, die Wüste aufblühen und zu neuem Leben erwachen zu sehen“, erinnert sich der Exobiologe Alberto Fairén. „Doch das Gegenteil war der Fall. Die extremen Regenfälle hatten ein Massensterben der in diesem Trockengebiet lebenden Mikro-Organismen zur Folge.“

Vergleichbar mit den Bedingungen auf dem Mars

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Aufgrund ihrer extremen klimatischen Bedingungen wird die Wüste oft als Beispiel für die Lebensbedingungen auf dem Mars genommen. In einer inmitten des Trockengebiets genommenen Bodenprobe konnten sechzehn verschiedene Arten dort lebender Mikro-Organismen nachgewiesen werden. Natürlich ist das nicht viel im Vergleich zu den Mikro-Organismen in einem Wald oder in einer Stadt. Das macht die Tatsache, dass 75 bis 87 Prozent dieser Mikro-Organismen durch die Regenfälle ausgelöscht wurden, umso schwerwiegender.

„Während in den hypertrockenen Böden vor den Regenfällen bis zu sechzehn verschiedene Mikrobenarten lebten, konnten wir in den Lagunen nur noch zwei bis vier Mikrobenarten finden“, berichtet Fairén. „Unsere Ergebnisse [die in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurden] zeigen zum ersten Mal, dass große Wassermengen für die den Lebensbedingungen in extremer Trockenheit angepassten Mikro-Organismen aufgrund des osmotischen Schocks tödlich sein können“, führt der Wissenschaftler aus. Das heißt, dass ihre Zellwände dem durch die große Wasserzufuhr in ihrem salzreichen Lebensraum bedingten Stress nicht standgehalten können.

Zahlreiche Arten haben sich so entwickelt, dass sie den osmotischen Schock aushalten. Doch in dem extrem trockenen Lebensraum der Atacama-Wüste gab es für die dort lebenden Organismen bisher keinen Grund, sich derartigen Bedingungen anzupassen. Die Ergebnisse der Studie lassen die Forscher zu dem interessanten Schluss kommen, dass das Auftreten von Wasser auf Mars ähnlich verheerende Wirkungen für eventuell dort existierende Mikro-Organismen haben könnte. Sie raten daher zur Vorsicht mit dem Umgang von Wasser auf dem Mars.

Fred Eilig
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