„Fasziniert von der Macht und von sich selbst“ Wie US-Präsident Donald Trump beim WM-Finale für Gesprächsstoff sorgte © @potus
Veröffentlicht am 20/07/2026 um 13:00 von der Redaktion

„Fasziniert von der Macht und von sich selbst“ Wie US-Präsident Donald Trump beim WM-Finale für Gesprächsstoff sorgte

Die Fußballwelt blickte kürzlich nach New York: US-Präsident Donald Trump sorgte beim WM-Finale nicht nur durch seine Anwesenheit für Aufsehen, sondern auch mit einer Geste, die viel Kritik und einige Lacher nach sich zog. Warum wurde der Präsident plötzlich selbst zum Mittelpunkt des Geschehens?

Nur Sekunden vor dem Anpfiff im MetLife Stadium, East Rutherford bei New York, landete Donald Trump standesgemäß per Hubschrauber – und stieg direkt ins Rampenlicht der Fußballwelt ein. Die letzten Spiele des Turniers hatte sich der damalige 80-Jährige kaum blicken lassen, doch zur großen Finalnacht am 19. Juli saß er prominent neben Melania Trump und FIFA-Boss Gianni Infantino auf der Ehrentribüne. Dass schon die Fernsehbilder, die während der Nationalhymne auf Trump zoomten, das Stadion zu einer lauten Mischung aus Pfiffen und „USA“-Rufen animierten, hätte wohl niemanden überraschen dürfen. Wie gewohnt zog Trump Aufmerksamkeit magisch an – diesmal sogar wortwörtlich am goldenen WM-Pokal.

Trump tätschelt den Pokal und löst Wirbel aus

Der Moment, in dem der ehemalige Fußballstar Ronaldo mit dem WM-Pokal in der Hand an Trumps Loge vorbeiging, hatte es in sich. Ohne zu zögern, tätschelte Trump unter aller Augen den Weltmeisterpokal – den Ronaldo eigentlich erst nach Spielende dem siegreichen Kapitän überreichen sollte. Fast gleichzeitig wurden die Fernsehkameras Zeuge dieser eigenwilligen Szene. Der ZDF-Kommentator Oliver Schmidt konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen:

„Fasziniert von der Macht und von sich selbst“.

Für viele ein Sinnbild der Selbstinszenierung Trumps.

Doch das war nicht der einzige Aufreger rund um den einstigen US-Präsidenten: Bereits zwei Tage vor dem Finale hatte Trump vor der Presse im Trump Tower, mitten in New York, erneut für Schlagzeilen gesorgt. Mit gewohntem Selbstbewusstsein erklärte er:

„Ich dachte, wir wären kein Fußballland. Es hat sich herausgestellt, dass wir es doch sind. Ich glaube, das wird auch so bleiben.“

Und ganz amerikanisch-ambitioniert legte er nach:

„Diese Weltmeisterschaft war so erfolgreich, dass wir einfach wieder die USA wählen sollten“ – gefolgt vom augenzwinkernden Seitenhieb: „Dieses Mal lassen wir Mexiko und Kanada außen vor.“

Der Fall Balogun: Politische Einmischung und ihre Folgen

Trumps Einfluss reichte bei dieser Weltmeisterschaft über symbolische Gesten hinaus. Im Zentrum eines kleinen Skandals stand der Fall des US-Stürmers Folarin Balogun. Dieser war ursprünglich nach einer Roten Karte für das Achtelfinale gesperrt worden. Doch Trump persönlich schaltete sich ein. Bereits im Vorfeld hatte er gegenüber FIFA-Chef Infantino eine Neubewertung des Urteils gefordert. Prompt setzte die Disziplinarkommission der FIFA die Strafe aus, Balogun durfte auflaufen. Auch wenn das US-Team gegen Belgien mit 1:4 scheiterte – das politische Gewicht Trumps machte sich bemerkbar.

Für FIFA-Präsident Gianni Infantino war ohnehin klar, wem die Welt zu danken hat. Beim gemeinsamen Auftritt im Trump Tower erklärte er freimütig:

„Dies war und ist nicht nur die großartigste Weltmeisterschaft aller Zeiten. Es ist das großartigste menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt und gesehen hat“ – und ergänzte mit Blick auf Trump: „[Sie] brauchen zwar 'keine Komplimente', 'aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie nicht so ein unglaublicher Erfolg gewesen'.“

Echos im Stadion und die Selbstinszenierung eines Präsidenten

Selten zuvor traf so viel politische Symbolik auf das größte Sportereignis der Welt. Ob Trumps Auftritt das WM-Finale für die US-Fans zu einem denkwürdigen Abend machte oder für diskrete Fremdscham sorgte, dürfte jeder Besucher anders sehen. Immerhin versuchten die Kameras, neben den Fußballstars auch die Reaktionen auf der Tribüne einzufangen: Mal erhoben sich „USA“-Rufe, dann verabschiedeten sich Buhrufe in Richtung Box. Für Gesprächsstoff war jedenfalls gesorgt – und das nicht nur wegen des Spiels.

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Verwendete Quelle:

Fußball-WM: Donald Trump tätschelt Pokal – ZDF-Kommentator mit Kritik