January 2025 Official Vice Presidential Portrait of JD Vance © Photo by Daniel Torok on Wikimedia Commons — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:January_2025_Official_Vice_Presidential_Portrait_of_JD_Vance.jpg
Veröffentlicht am 04/09/2026 um 11:30 von der Redaktion

USA: Trump-Vize JD Vance findet Weltuntergang "okay"

Eine spektakuläre Aussage von Vizepräsident JD Vance sorgt für Aufregung bei evangelikalen Christen. Warum die Szene rund um Trump, Jesus-Bilder und Weltuntergangs-Fantasien Amerika elektrisiert.

Das Thema Religion bestimmt die US-Politik seit Jahrzehnten, doch mit einer neuen Aussage von JD Vance, aktuell Vizepräsident unter Donald Trump, steigt der Diskussionspegel erneut. In einer aktuellen Podcast-Folge mit dem evangelikalen Influencer Bryce Crawford sprach Vance offen über seine Vorstellungen zum möglichen Ende der Welt – auch religiöse Hintergründe und Spekulationen kamen dabei aufs Tapet. Wer glaubt, im politischen Amerika gäbe es keine Tabus mehr, wird hier eines Besseren belehrt.

Evangelikale Rückendeckung und die Angst vor dem Jüngsten Tag

Die evangelikal geprägten Protestanten in den USA gelten als wichtiger Rückhalt für die Republikaner und die derzeitige Trump-Administration, auch wenn sie nicht alles akzeptieren, was die Politik ihnen präsentiert. Ihr Glaube an eine buchstäbliche Endzeit ist tief verankert. JD Vance, seit 2019 zum katholischen Glauben konvertiert und damit traditionell eher symbolisch in Sachen Apokalypse unterwegs, versuchte im Gespräch mit Bryce Crawford Brücken zu schlagen: Er wolle "so viel von Gottes Werk wie möglich" tun, erklärte er offen und ergänzte:

„Und wenn sie dazu führt, dass wir eine bessere Welt aufbauen, die noch lange nach meinem Tod gedeiht und fortbesteht, dann ist das auch großartig.“

Es bleibt aber nicht bei allgemeinen Phrasen: Über die Frage, ob der Weltuntergang unmittelbar bevorstehe, meinte Vance laut Podcast:

„Es sei aber sicher, dass sie komme. Die Frage sei nur, ob in ein paar Tausend Jahren oder schon in wenigen Monaten.“


Und worauf viele religiös geprägte Amerikaner besonders spitzten:

"Es würde ihn auch nicht überraschen, wenn der Antichrist bereits unter den Menschen weile."

Für viele Hörer des Podcasts ein Satz, der mehr Unsicherheit als Hoffnung versprüht.

Trump als Jesus? Der Streit ums KI-Bild und Humor mit Risiko

Die jüngste Aufregung zwischen ultrareligiösen Republikanern und der Trump-Regierung entzündete sich allerdings an einem ganz anderen Punkt. Donald Trump veröffentlichte auf Truth Social ein durch künstliche Intelligenz manipuliertes Bild – die Darstellung: Er selbst als Jesus, der einen Kranken heilt. In religiösen US-Kreisen sorgte das für hitzige Debatten. Besonders in den sozialen Netzwerken war Kritik spürbar.

Podcaster Bryce Crawford, selbst überzeugter Christ, ließ im Gespräch mit Vance keinen Zweifel an seiner Verärgerung: Das Bild habe ihn „verärgert“. Wie reagierte der Vizepräsident darauf? Vance nahm es locker: Sein Chef habe einfach "ein gut Sinn für Humor" und habe niemanden beleidigen wollen. Doch diese Erklärung nahm nicht allen die Skepsis.

Die Szene zeigt einmal mehr, wie sensibel das Zusammenspiel zwischen Religion, Social Media und Politik ist. Auch wenn evangelikale Gruppen wichtige Unterstützer für Trumps Republikaner bleiben – nicht alles wird von ihnen kommentarlos hingenommen. Die Wahlkampf-Strategen werden sich gefallen lassen müssen, dass ausgerechnet religiöse Symbolik zum Stolperstein werden kann.

Politik, Religion und offene Fragen für die Zukunft

Die Debatte um Vance‘ Aussagen und das KI-Bild von Trump offenbart eine spannende Entwicklung: In einer Gesellschaft, in der religiöser Glaube und Politik oft Hand in Hand gehen, rücken heikle Themen in den Vordergrund. Spielt für die breite republikanische Wählerschaft am Ende wirklich nur Loyalität eine Rolle – oder gibt es Grenzen, die selbst begeisterte Christen ziehen? JD Vance hat die Türen für diese Diskussion weit aufgestoßen.

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