Verkauft Trump jetzt auch noch Benzin? © potus
Veröffentlicht am 10/07/2026 um 14:00 von der Redaktion

Verkauft Trump jetzt auch noch Benzin?

Mitten im Sommer sorgt ein neues Tankstellen-Netz in den USA für Aufsehen: Freedom Fuel. Zwischen Preisversprechen, Wahlkampf und einem dichten Schleier an Geheimnissen – was verbirgt sich hinter den auffällig günstigen Zapfsäulen?

Seit Anfang Juli gibt es in Pennsylvania und New Jersey plötzlich 25 Tankstellen, die mit Kampfpreisen an den Start gehen. Das "Freedom Fuel Network" macht genau das, was Donald Trump schon lange angekündigt hat: günstig tanken, während drumherum alles teurer wird. Der Zeitpunkt könnte kaum auffälliger sein – mitten im Wahlkampf präsentiert das Weiße Haus diese Aktion als sichtbaren Erfolg des Präsidenten im Kampf gegen hohe Spritpreise.

Der aktuelle Preis bei Freedom Fuel: 3,47 Dollar pro Gallone. Zum Vergleich: Laut American Automobile Association (AAA) kostete der Sprit zur selben Zeit in Pennsylvania durchschnittlich 3,98 Dollar, in New Jersey immerhin 3,86 Dollar. Der nationale Mittelwert lag am 8. Juli sogar bei 3,79 Dollar. Ein Augenzwinkern an die Autofahrer, das spart bares Geld – zumindest kurzfristig. Laut way.com und GasBuddy.com, zwei Preisvergleichsportalen, liegen die Freedom-Preise "rund 40 bis 50 Cent niedriger" als im Umland. Genau das wird politisch ausgeschlachtet: Taylor Rogers, die Adjointe der Pressesprecherin Karoline Leavitt, betont stolz:

"Dank der starken Führung durch Präsident Trump sehen wir Entlastung bei den Spritpreisen."

Und sie legt nach: Es gebe eine „echte Einsparung“ von 50 Cent pro Gallone. Ein Link zum Netz der Tankstellen durfte bei ihrer Social-Media-Offensive natürlich nicht fehlen, unterlegt mit:

„Finden Sie eine FREEDOM FUEL-Tankstelle in Ihrer Nähe.“

Woher kommen die günstigen Preise von Freedom Fuel?

Die politische Symbolik ist eindeutig: Wer günstiges Benzin will, der profitiert vom Kurs der Regierung. Aber wie kann "Freedom Fuel Network LLC" so günstige Preise anbieten und trotzdem überleben? Laut Berichten ist das Unternehmen am 23. Juni 2026 im Bundesstaat Delaware unter exakt diesem Namen gegründet und von der bekannten "Corporation Trust Company" ins Handelsregister eingetragen worden – eine Adresse, an der schon öfter Firmen mit Trump-Bezug angemeldet wurden. Das ist brisant, denn trotz öffentlicher Vorstellung weigert sich das Weiße Haus bislang, Details zu den Hintermännern oder zur genauen Finanzierung zu verraten.

Selbst auf Nachfrage bekamen Medien keine Auskünfte: Wer steckt wirklich hinter den Millionen für das Benzin-Dumping? Auch „Freedom Fuel Network LLC“ antwortet nicht auf Pressefragen. Die einzige offizielle Linie: Es handelt sich angeblich um ein reines Privatunternehmen, ohne staatliche Förderung. Experten wundern sich, denn bei ohnehin knappen Margen an der Zapfsäule müssten solche Preise irgendwo gegenfinanziert werden. Genau das sorgt für Spekulationen, ob hier eine beispiellose Wahlkampfshow auf die Beine gestellt wurde — in der Hoffnung, dass die Botschaft "Trump senkt die Preise!" hängen bleibt, egal wie lange das Modell durchhält.

Mehr Show als Substanz? Die politische Dimension rund um Freedom Fuel

Nicht alle sind begeistert von den günstigen Freedom-Preisen. Kritiker nennen die Aktion einen klassischen „political stunt“ und werfen Trump vor, bewusst Erwartungen zu schüren, die er langfristig kaum einlösen kann. Das Timing fällt in eine ereignisreiche politische Phase: Der große öffentliche Auftritt von Trump auf der National Mall zum 250. Unabhängigkeitstag der USA am 4. Juli brachte ihn in den Fokus, wo er vor "dem Kommunismus" warnte. Auch der jüngste Konflikt mit dem Iran dürfte die Preisentwicklung angetrieben haben, sodass das neue Projekt zur richtigen Zeit als "Lösung" präsentiert wird. Trump selbst bleibt provokant und sagt: "I love the inflation". Die knallharte Realität ist: Der Präsident kann den internationalen Ölpreis kaum steuern, wohl aber die politischen Schlagzeilen in seinem Sinne nutzen. Und so bleibt Freedom Fuel vor allem eines: ein medienwirksamer Testlauf im Superwahljahr, bei dem günstiges Tanken nur die halbe Wahrheit erzählt.

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Verwendete Quelle:

"Freedom Fuel": Was steckt hinter Trumps mysteriösen Billig-Tankstellen?