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Veröffentlicht am 02/09/2026 um 17:00 von der Redaktion

Drohnenvorfall in Leipzig: AfD zweifelt an Russlands Verantwortung

Nach dem missglückten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle gehen die politischen Wellen hoch. Wer steckt wirklich dahinter – und reichen die deutschen Reaktionen auf diesen brisanten Vorfall?

Ein Drohnenanschlag mit Sprengstoff am Flughafen Leipzig/Halle – Anfang August hat ein solches Ereignis nicht nur in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem die Bundesregierung am Dienstag, dem 1. September, öffentlich Russland für das Attentat verantwortlich gemacht hat, ist heftige Unruhe in Berlin wie auch auf europäischer Ebene entstanden. Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten: Das russische Generalkonsulat in Bonn wird geschlossen, das Russische Haus in Berlin muss seinen Kulturbetrieb beenden, russische Bürger werden an den Grenzen strenger unter die Lupe genommen – und auf EU-Ebene trommelt Außenbeauftragte Kaja Kallas für weitere Sanktionen gegen Moskau.

Politische Reaktionen: SPD, Grüne und AfD gehen auf Konfrontationskurs

Aus Sicht der SPD sind die Maßnahmen der Bundesregierung konsequent und überfällig. Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, betonte im ZDF-"Morgenmagazin" am 2. September:

"ist konsequent, er ist richtig".

Für ihn ist das Leipziger Ereignis lediglich der "Spitze des Eisbergs" und Teil einer "ganzen Reihe von einer Art russischer hybrider Kriegsführung". Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass Russland auch Desinformation betreibe, "leider auch unterstützt von der AfD hier in Deutschland". Dass auch künftig mit ähnlichen Angriffen zu rechnen sei, machte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf im RTL/ntv 'Frühstart' deutlich:

"Wir müssen uns darauf einstellen, dass auch weitere solche Attacken zu erwarten sind."

Anders sehen das die Grünen: Sie fordern noch konsequentere Schritte. Die Vorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann (Bündnis 90/Die Grünen) erklären gegenüber der dpa:

"Die Bundesregierung muss mehr tun, um die Bürger gegen das immer aggressivere Vorgehen Russlands besser schützen".

Sie werfen der Regierung vor, zu lange gezögert zu haben:

"die hohe Wahrscheinlichkeit zu benennen, dass Russland hinter den Anschlägen auf den Leipziger Flughafen steckte". Zwar sei es "gut, dass sie es jetzt endlich tut. Doch die Antwort Deutschlands auf diesen ungeheuerlichen Akt russischer Aggression reicht nicht aus."

Wenig überraschend schlägt die AfD einen ganz anderen Ton an. Laut Götz Frömming auf X könnte ein "durch diese Aktion forcierter Einsatz deutscher Mittel gegen Russland sehr zupass" kommen. Hinter vorgehaltener Hand wird auch eine mögliche Inszenierung durch die Ukraine in den Raum gestellt – Beweise dazu gibt es jedoch bisher nicht.

Russland und Europa: Eskalation auf dem diplomatischen Parkett

Während Berlin die Daumenschrauben anzieht, reagiert Moskau empört. Die russische Botschaft in Berlin spricht in einer Stellungnahme von "unbelegt, absurd und dem gesunden Menschenverstand widersprechend" und bezeichnet die deutschen Maßnahmen als "beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen Beziehungen". Auch auf dem Hinweisschild der internationalen Diplomatie gibt es Gegenwind: Mehrere europäische Staaten wie Frankreich und Belgien beriefen die russischen Botschafter ein, die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas pocht deutlich auf Solidarität und sieht "alle Merkmale von staatlich gefördertem Terrorismus". Die Ministerin für Außenpolitik aus Ungarn signalisierte öffentlich Unterstützung für die deutsche Position.

Die europäischen Standpunkte sind klar, doch vor allem Deutschland bleibt das Zentrum der Debatte. Armin Schuster, Innenminister von Sachsen, wählt drastische Worte: Die vereitelte Drohnenattacke sei nichts anderes als "Staatsterrorismus". Sogar vonseiten der Bundesregierung wird offen über eine Bedrohung durch eine "russische Schattenflotte" gesprochen – ein Zeichen, dass in Berlin die Nerven blank liegen.

Neue Bedrohungslage – wie geht es weiter?

Die Luft wird für russische Diplomatie und Wirtschaft in Deutschland und Europa zunehmend dünner. Der politische Wille zur Konsequenz ist stärker denn je. Ob die Maßnahmen tatsächlich zur Eindämmung künftiger Angriffe beitragen, bleibt abzuwarten. Klar aber ist: Die Angst vor neuen hybriden Attacken wächst – und damit auch der Druck auf die deutsche Politik, Schutz und Aufklärung zu verbessern. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie viel Substanz die angekündigten Verschärfungen haben und ob der Fall Leipzig vielleicht nur ein Vorgeschmack auf weitere Konflikte im Schatten digitaler und physischer Fronten bleibt.

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