Gianni Infantino (2020) (cropped) (2) © Photo by United Nations Office on Drugs and Crime on Wikimedia Commons — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gianni_Infantino_(2020)_(cropped)_(2).jpg
Veröffentlicht am 02/09/2026 um 17:30 von der Redaktion

Fifa-Krise: Leverkusen-Boss Carro erklärt Infantino den Kampf

Die Fußballwelt steht vor einer heißen Debatte: Fernando Carro, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, fordert ein Ende der Ära Infantino an der Spitze des Weltverbands Fifa. Ob die Zeit wirklich reif ist für einen Wechsel ganz oben?

Auf dem internationalen Fußballparkett knallt es gerade gewaltig. Fernando Carro, 62, hat genug vom derzeitigen Fifa-Chef Gianni Infantino und macht das öffentlich wie kaum ein anderer Klubverantwortlicher. Sein Statement erschien jüngst in der Sport Bild und schlägt seitdem hohe Wellen: Carro verlangt nicht nur mehr Transparenz bei zentralen Fifa-Entscheidungen, sondern spricht sich offen gegen eine weitere Amtszeit Infantinos aus. Seine Worte sind eindeutig: „Wir führen jetzt einen Kampf gegen Infantino – und den müssen wir gewinnen“.

Ein echter Machtkampf: Transparenz und „echte Wahl“ gefordert

Im Hintergrund brodelt schon länger Unmut: Alles begann mit einem höchst umstrittenen Plan, Anteile an den Fifa-Turnieren an Investoren zu verkaufen – Gerüchten zufolge waren darunter auch Leute aus dem Umfeld des früheren US-Präsidenten Donald Trump. Nachdem diese Pläne vor Kurzem gekippt wurden, verschärfte sich der Streit zwischen Fifa und Uefa weiter. Für Carro ist die Sache klar: „Wir brauchen eine verlässliche Führung, die nötige Transparenz und dazu eine echte Wahl im März“ – gemeint ist März 2027, der nächste große Fifa-Kongress.

Uefa bereitet Strafanzeige vor: Infantino massiv unter Druck

Laut t-online bereitet die Uefa im Zuge des Streits sogar eine Strafanzeige gegen Infantino in der Schweiz vor. Ziel ist, ihn schon vor der Wahl im März 2027 aus dem Amt zu drängen. Von allen Seiten werden Zweifel an Infantinos Führungsstil lauter. Carro wählt dabei deutliche Worte:

„Ein 'Weiter so' mit Infantino sehe ich nicht, das wäre das schlechteste Ergebnis.“

Der Streit dreht sich auch darum, wie offen mit möglichen Vergehen umgegangen werden soll.

„Wenn es im Zusammenhang mit den aktuellen Vorgängen belastbare Hinweise auf ein Fehlverhalten gibt, müssen diese unabhängig und konsequent aufgeklärt werden. Man sollte nur nicht den Fehler machen, eine politische Strategie allein auf dieses Szenario hin auszurichten.“

Carro setzt also neben dem juristischen Weg vor allem auf politische Überzeugungsarbeit und eine breite Mehrheit gegen Infantino.

Wer folgt auf Infantino? Carro setzt auf Victor Montagliani

Im Fall eines Abgangs ist für Carro auch schon klar, wer übernehmen soll: Victor Montagliani, der aktuelle Präsident der Concacaf – also des Kontinentalverbands für Nord- und Mittelamerika samt Karibik – und zudem im ECA-Vorstand tätig. Warum ausgerechnet er? Carro findet deutliche Worte:

„Wer eine Veränderung an der Spitze der Fifa erreichen will, braucht deshalb einen Kandidaten, der auch außerhalb von Europa überzeugt und Mehrheiten gewinnen kann.“

Mit Blick auf Montagliani ergänzt der Leverkusen-Boss: Victor Montagliani sei „anerkannt in seiner jetzigen Funktion, kennt die Fifa gut, kommt nicht aus Europa und könnte deshalb auch über die Concacaf hinaus Unterstützer gewinnen“.

Damit spielt Carro auf einen der Kernpunkte in der internationalen Fußballpolitik an: Eine Fifa-Führung muss weltweite Mehrheiten organisieren, nicht nur die europäischen Interessen bedienen. Nach dem aktuellen Drama scheint die Suche nach einer geeinten Linie schwieriger denn je. Besteht tatsächlich die Chance auf einen echten Neuanfang in Zürich?

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