Trump macht deutschen WM-Experten "sprachlos"
Zum Start der WM 2026 geht Christian Streich als TV-Experte bei ZDF an den Start und sorgt bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff. Seine deutlichen Worte zu Infantino, der FIFA und Donald Trump erstaunen nicht nur Fußballfans.
Wenn Donald Trump ein FIFA-Preis erhält, bleibt selbst Bundesliga-Legende Christian Streich kurz die Sprache weg. Der frühere SC Freiburg-Coach mischt beim Auftaktspiel der Fußball-WM als Experte bei ZDF mit und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Schon vor dem ersten Anpfiff bringt er mit scharfer Kritik an Gianni Infantino und der FIFA ordentlich Bewegung in die Diskussion um das aktuelle Weltturnier. Aber was steckt hinter Streichs Aufregung?
Ernste Sorgen: Was Streich wirklich stört
Im Interview mit Kicker lässt Streich tief blicken. Seine großen Bedenken drehen sich um Entwicklungen, die vorher "hinter den Kulissen" abliefen und nun "vollkommen öffentlich dargestellt" werden. Besonders die Inszenierung der Machtelite geht ihm sichtlich gegen den Strich:
"Eine solche Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht, die sich dann teilweise noch die Behauptung erlauben, sie würden demokratische Werte schützen, ist natürlich eine Unverfrorenheit, die einen sprachlos macht."
Für Streich ist das alles andere als ein harmloser Streit ums runde Leder. Er beobachtet die FIFA-Führung kritisch, zweifelt an angeblichen Fairness-Standards und fragt ganz offen, wem das Spiel eigentlich wirklich gehört.
"Wem gehört eigentlich das Spiel? Allen! Und ich bin einer davon."
Seine Leidenschaft für den Fußball lässt sich an seinen Worten ebenso ablesen wie sein Frust über die Entwicklungen im Weltverband. Er beschreibt, wie sich der Fußball zunehmend mehr von den Fans entfernt und sich immer stärker in den Händen weniger mächtiger Personen befindet. Dabei wirkt Streichs Kritik nicht wie bloßes Meckern, sondern wie eine echte Sorge um den Geist und die Zukunft des Spiels.
Mehr Teams, mehr Geld – aber für wen?
Mit Blick auf die Aufstockung der WM auf 48 Teilnehmer sieht Streich nicht alles schwarz. Für kleine Verbände wie Curaçao und Kap Verde ergibt sich endlich die sportliche Chance, auf der großen Bühne mitzuspielen. Ihm ist bewusst:
"Durch die Fifa-Honorare komme 'relativ viel Geld in diese kleinen Verbände'."
Der Finanzfluss in Richtung der Underdogs taugt also durchaus zum Positiven im sonst so glatten FIFA-Parkett.
Auf der anderen Seite wirft Streich der FIFA knallharte Profitgier bei den Ticketpreisen vor. Er nennt das Vorgehen "pervers" und konstatiert:
"Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers: Profitmaximierung um jeden Preis und eben auf Kosten vieler Menschen."
Für ihn wird damit deutlich, dass die Kluft zwischen Fußballfans und Funktionären weiter wächst.
Streich stellt damit auch die Frage, für wen eigentlich dieser Fußball-Weltzirkus gemacht wird. Die finanziellen Interessen scheinen oft Vorrang vor der Freude und dem Zugang der normalen Fans zu haben. Das bringt die einstige Leidenschaft für das Spiel in Gefahr und schürt das Gefühl einer immer elitäreren Veranstaltung.
Wenn Show wichtiger wird als Fußball
Eine Episode bringt den 61-Jährigen besonders auf die Palme: Im Dezember 2025 verlieh die FIFA einen Preis an Donald Trump – ein Ereignis, das Streich als bezeichnendes Beispiel anführt. So eine "Inszenierung von wenigen Menschen an der Macht" im Lichterglanz öffentlich zu feiern, während man zugleich von demokratischen Werten spricht, ist für ihn schlicht "eine Unverfrorenheit".
Mit dieser Kritik steht Streich nicht allein. Gerade deutsche Fans und Experten fragen sich, wer im heutigen Fußballgeschäft eigentlich noch das Sagen hat. Trotz aller Unzufriedenheit fühlt er für sich aber eins klar:
"Soll ich mir das jetzt alles, diese Freude an diesem tollen Spiel, das weiterhin so die Menschen auf der Welt verbindet, vermiesen lassen wegen einiger weniger?"
Für Streich bleibt das Spiel größer als seine Kritiker.
Diese Frage ist ein Appell an jeden Fußballfreund: Wie kann dieser Sport seine Faszination und seinen Gemeinschaftsgeist in Zeiten der Kommerzialisierung bewahren? Christian Streich macht deutlich, dass er den Ball weiter voller Freude spielen will, nicht als Marionette in einem Machtspiel, sondern als Teil einer weltweiten Fußballgemeinschaft.
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Verwendete Quelle:
WM 2026: Christian Streich kritisiert Gianni Infantino und Donald Trump