Wenn der größte Sportevent der USA zum Politikum wird: Die Entscheidung der NFL, Bad Bunny als Hauptact der Halbzeitshow beim Super Bowl in San Francisco zu präsentieren, schlägt hohe Wellen. Der puerto-ricanische Superstar ist nicht nur musikalisch ein Aushängeschild, sondern auch ein Symbol für Diversität und für die latino-amerikanische Community. Gerade das bringt konservative Kreise und Trump-Anhänger in Rage.
Mit seiner Musik und seinen Aussagen polarisiert Bad Bunny regelmäßig. Nun steht der 31-Jährige besonders im Fokus, weil sein Auftritt einem Affront gegen alles gleicht, wofür die Trumpisten stehen. Die Spannung steigert sich noch: Schon im Vorfeld holt die NFL mit Green Day als Opening Act eine weitere Band ins Boot, die in der Vergangenheit offen gegen Donald Trump und die Republikaner schoss. Eine klare Ansage – und eine Bühne für Gesellschaftspolitik im XXL-Format.
Bad Bunny: Stimme der puerto-ricanischen Community im Rampenlicht
Bad Bunny, mit bürgerlichem Namen Benito Antonio Martínez Ocasio, ist ein Superstar aus Puerto Rico. Weltweit hat er Millionen Fans und steht für eine jüngere, offenere Generation ein. Doch seine Auswahl zur Halftime-Show ist alles andere als unumstritten.
Als Kind der Insel darf Bad Bunny zwar die amerikanische Staatsangehörigkeit besitzen, aber – das ist vielen in den USA kaum bewusst – kein Stimmrecht bei den Präsidentschaftswahlen haben. Seine Karriere startete er auf Soundcloud, und 2018 gelang ihm der internationale Durchbruch. Nach dem Hurrikan 2017 in Puerto Rico kritisierte er die damals ins Stocken geratene US-Hilfe und rechnete öffentlich mit Donald Trump ab.
Was diesen Super Bowl so besonders macht: Zum ersten Mal steht mit Bad Bunny ein Künstler aus Puerto Rico und damit aus einer Minderheit im Mittelpunkt einer Show, die Hunderte Millionen weltweit verfolgen. Die Grammy Awards dieses Jahres setzen noch einen drauf: Bad Bunny gewann mit einem spanischsprachigen Album „Album des Jahres“ und widmete seinen Erfolg „den Immigranten, die ihre Heimat verlassen, um ihren Traum zu leben“. Unvergessen bleibt sein Satz: « Raus mit ICE »und sein Appell:« Wir sind keine Wilden, wir sind keine Tiere, wir sind keine Außerirdischen, wir sind Menschen und wir sind Amerikaner. »
Massive Kritik: „Das schürt nur Hass“ – Republikaner laufen Sturm
Kaum war Bad Bunny offiziell angekündigt, entbrannte rechter Protest. Donald Trump erklärte gegenüber der New York Post:
« Ich bin gegen sie. Ich finde, das ist eine schreckliche Entscheidung. Das schürt nur Hass. Schrecklich. »
Sein damaliger Minister für Heimatsicherheit, Kristi Noem, legte kurz nach der Ankündigung nach:
« Die sind mies, und wir werden gewinnen. [...] Die werden nachts nicht schlafen können, weil sie nicht wissen, woran sie glauben. Und sie sind so schwach, dass wir das in Ordnung bringen werden. »
Auch Corey Lewandowski, ein enger Berater, sparte nicht mit Kritik:
« Es ist so beschämend, dass sie sich entschieden haben, jemanden auszuwählen, der Amerika so sehr zu hassen scheint, um sie in der Halbzeitpause zu vertreten. »
Für die NFL steht die Entscheidung jedoch fest. Der Verband will gezielt neue Zuschauergruppen erreichen – weltweit, aber besonders spanischsprachige Amerikanerinnen und Amerikaner. Zwar gab es nach der Entscheidung Gerüchte, dass ICE (Immigration and Customs Enforcement) aktiv werden könnte. Doch entsprechende Ankündigungen wurden später von den Behörden offiziell dementiert.
Die Botschaft: „Ve y dile a tu abuela, dass wir die Halbzeitshow rocken“
Für Bad Bunny geht es nicht nur um den eigenen Ruhm, sondern um viel mehr. Nach der offiziellen Bestätigung schrieb er:
« Was ich empfinde, geht über mich selbst hinaus. [...] Das ist für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte. »und er fügte auf Spanisch hinzu:« Ve y dile a tu abuela, que seremos el Halftime Show del Super Bowl. »
Der Künstler nutzt seine Reichweite gezielt, um auf die Situation der Immigranten aufmerksam zu machen. Im Song „Debí tirar más fotos“ thematisiert Bad Bunny die Unabhängigkeit Puerto Ricos – ein weiteres Reizthema für viele Politiker rund um Trump. Mit Provokation kennt sich der Musiker aus: Schon mehrmals sagte er Auftritte aus Angst vor Polizeieinsätzen oder ICE ab.
Doch all das macht Bad Bunny für viele zur Hoffnung und Identifikationsfigur. Die Show dieses Jahr könnte damit nicht weniger als den Versuch bedeuten, Minderheiten sichtbarer zu machen und eine neue, bunte Tradition für den Super Bowl zu etablieren.
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