US-Militär: Pentagon: Iran-Krieg kostete "eher" 29 Milliarden Dollar
Die wachsenden Kosten des Iran-Kriegs stürzen das Pentagon mitten im Wahljahr ins Rampenlicht. Taugt der milliardenschwere Verteidigungsetat für Sicherheit – oder bleibt alles bloß Kriegsrhetorik?
Seit Ende Februar 2026 läuft die „Operation Epische Wut“, bei der die USA mit zehntausenden Soldaten im Nahen Osten präsent sind. Die neuesten Aussagen aus dem Pentagon machen klar: Die Auseinandersetzung mit dem Iran wird teurer als zunächst angenommen. Pentagon-Chef Pete Hegseth und der Finanzverantwortliche Jules Hurst stehen wegen steigender Ausgaben, insbesondere für Munition und Gerät, massiv unter Zugzwang – mitten im hitzigen Kongressalltag, nur wenige Monate vor den richtungsweisenden Zwischenwahlen.
Milliardenspirale und politische Spannungen: Zahlen und Stimmen aus dem Kongress
Die Schätzungen für die US-Kriegskosten im Iran sind zuletzt deutlich gestiegen. Noch Ende April lag die Summe laut Pentagon bei rund 25 Milliarden Dollar, inzwischen räumte Hurst im Repräsentantenhaus ein: „eher“ 29 Milliarden US-Dollar – knapp 24,6 Milliarden Euro. Was steckt hinter dem plötzlichen Anstieg? Insbesondere Reparaturen, Ersatzbeschaffungen und „allgemeine Betriebskosten“ haben den Etat zerschossen. Munition ist dabei der größte Posten.
Verteidigungsminister Pete Hegseth will für das kommende Haushaltsjahr nun ein Rekordbudget von 1,5 Billionen Dollar – rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit will er die von Donald Trump angekündigte „Golden Fleet“ samt modernster Kriegsschiffe und das Abwehrsystem „Golden Dome“ aufbauen. Doch selbst in den eigenen Reihen herrscht Skepsis, ob sich ein solcher Sprung den Wählern schmackhaft machen lässt.
In den Anhörungen im Kongress spricht Hegseth Klartext: „Wir wissen genau, was wir haben. Wir verfügen über reichlich von dem, was wir brauchen“. Trotzdem schlagen die Demokraten Alarm. Senator Mark Kelly warnte am 10. Mai in der CBS-Sendung „Face The Nation“:
„schockierend, wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben“.
Die Lagerbestände wichtiger Raketen seien bereits so stark reduziert, dass ihre Auffüllung Jahre dauern könnte.
Gesprengte Prioritäten: Kritik, Zweifel und ein bröckelndes Vertrauensvotum
Die Debatte um Munitionsengpässe setzt Hegseth zu. Er hält dagegen und nennt die Diskussion „törichterweise und wenig hilfreich übertrieben“. Trotzdem fordert die Opposition Transparenz und Strategie – nicht nur zu den Kosten, sondern auch zur geplanten langfristigen Präsenz in der Region.
Nicht nur Zahlen sorgen für Wirbel: Der demokratische Senator Chris Coons moniert, dass bislang „kein Cent geflossen sei“ von der angekündigten Ukraine-Hilfe, obwohl Zahlungen „bereits seit Monaten überfällig“ seien. Daneben steht die innenpolitische Frage: Wie lange lassen sich solche Verteidigungsausgaben erklären, wenn die Zustimmung zu Donald Trump laut Umfragen abnimmt?
Kritik kommt auch von außen: Der Sicherheitsexperte Benjamin Friedman von Defense Priorities gibt eine ernüchternde Einschätzung ab:
„Als Note würde ich Hegseth höchstens eine Vier geben – gerade so bestanden. Er ist ein schwacher Verteidiger des Militärbudgets. Es geht um eine außerordentliche Summe – aber ohne ersichtlichen Grund, ohne klaren Fokus. Es ist eigentlich nur Aufrüstung, um der Aufrüstung willen.“
Unruhiger Nahe Osten: Zwischen iranischen Sabotagevorwürfen, Budgetdruck und Wahlkampf
Derweil melden sich aus der Golfregion neue Spannungen: Auf der kuwaitischen Insel Bubijan, wo die Chinesen im Zuge der Neuen Seidenstraße investieren, wurden Anfang Mai mehrere mutmaßliche Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden gefasst. Ihnen werden „feindliche Handlungen“ gegen Kuwait zur Last gelegt. Während Teheran die Vorwürfe zurückweist, wächst der Druck auf die USA, nicht nur im Budget, sondern auch geopolitisch handlungsfähig zu bleiben.
Ob und wie der Kongress das Rekordbudget für das US-Militär genehmigt, bleibt bis zum Herbst offen. Sicher ist: Jede Milliarde mehr verschärft die politische Zeitlupe rund um die Operation Epische Wut – und stellt auch den Präsidenten vor unangenehme Fragen.
Auch Interessant:
Donald Trump kritisiert Iran-Antwort als „völlig inakzeptabel“
„Die Bevölkerung wäre stark destabilisiert“ Was steckt hinter den UFO-Enthüllungen um Donald Trump?
"Das wird die größte Show der Welt" von Donald Trump im Weißen Haus
Verwendete Quelle:
US-Militär: Pentagon: Iran-Krieg kostete "eher" 29 Milliarden Dollar