Wer an der Zapfsäule steht, nutzt gern jede Gelegenheit, um beim Tanken Geld zu sparen – klar! Doch ist es wirklich schlau, immer nach dem automatischen Stopp der Zapfpistole weiterzufüllen? Die Fakten dahinter können überraschen und verursachen manchmal kostspielige Folgen, mit denen kaum jemand rechnet.
Was passiert, wenn man zu viel tankt?
Viele Autofahrer gönnen ihrem Wagen beim Tanken den „letzten Schluck“, vor allem bei günstigen Preisen oder vor langen Reisen. Aber: Moderne Fahrzeuge, insbesondere jene mit Benzinmotor, sind seit 2019 mit dem sogenannten EVAP-System ausgestattet. Dieses System soll verhindern, dass schädliche Kraftstoffdämpfe in die Luft gelangen. Es nutzt einen Aktivkohlefilter, der die Benzindämpfe aufnimmt und sie dann später im Motor verbrennt.
Wer nach dem automatischen Klick der Zapfpistole trotzdem weiter Benzin nachfüllt, riskiert mehr als nur ein paar Milliliter auf dem Asphalt. Überschüssiger Kraftstoff kann in den EVAP-Filter gelangen, diesen regelrecht überschwemmen und dauerhaft beschädigen. Die Kosten hierfür? Mehrere Hundert bis über 1.000 Euro für Austausch und Werkstatt sind keine Seltenheit – ein stattlicher Preis für einen vermeintlich cleveren Spartrick.
Auch das Magazin Auto Motor und Sport sowie der ADAC warnen davor: Wird nach dem Klick weitergetankt, drohen schnell „teure Schäden am Auto“ und auch der Umwelt ist damit nicht geholfen, denn Kraftstoff, der überläuft, kann den Lack beschädigen oder sogar ins Grundwasser gelangen. Die Umwelt- und Gesundheitsgefahr ist real.
Risiken nach Jahreszeit und Nutzung: Diesel, Sommerhitze und Oldtimer
Doch nicht nur das übermäßige Befüllen nach dem Klick birgt Tücken. Im Winter sollten Diesel-Fahrer darauf achten, kein Sommerdiesel einzulagern, denn so bleibt die Schutzwirkung gegen Kälte aus. Besser also: kurz vorm Frost nochmal nachtanken und auf den Winterdiesel vertrauen.
Der Sommer bringt ein weiteres Problem mit sich. Steigen die Temperaturen, dehnt sich auch der Kraftstoff im Tank aus. Das sorgt nicht nur für mögliche Überläufe, sondern setzt das EVAP-System erneut unter Stress. Nach dem Tanken also besser keine Übertank-Versuche – dem Wagen und der Umwelt zuliebe.
Wer einen Oldtimer mit Stahltank besitzt, kennt die Angst vor Rost. Hier empfiehlt es sich, vor dem Einmotten im Winter den Tank richtig voll zu machen. Aber Achtung: Sobald der Oldie wieder auf Tour ist, das alte Benzin zügig verbrauchen – ansonsten leidet die Spritqualität.
Und noch ein Tipp für alle, die ihr Auto selten bewegen: Sprit hält sich nur eine gewisse Zeit. Nach wenigen Monaten gehen wertvolle Zusätze verloren und die Kraftstoffqualität sinkt. Dauerhaft volle Tanks von selten genutzten Autos sind also keine besonders gute Idee.
Kontrollleuchte und Prüfungen: Folgekosten einer EVAP-Schädigung
Setzt man dem Auto regelmäßig zu viel Sprit zu, drohen nicht nur Kosten für einen neuen Aktivkohlefilter. Es können auch Motorprobleme oder Warnleuchten auftreten, die bis in die Elektronik reichen und so weitere Reparaturen nach sich ziehen. Besonders ärgerlich: Kommt es beim nächsten TÜV-Termin auf den Abgastest an, könnte der überfüllte Tank und ein kaputter Filter zum Problem werden. Das Nachspiel? Das kostet richtig Nerven und noch mehr Geld.
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Verwendete Quelle:
Volltanken kann teuer werden: Was Autofahrer unbedingt beachten müssen












