Die "Unsterblichen": Wie sahen die Elite-Soldaten des Perser-Reiches wirklich aus?

Die "Unsterblichen", die im Film "300" auftauchen, sollen die Elite-Krieger des Achämeniden-Reiches gewesen sein. Doch wie haben diese legendären Soldaten tatsächlich ausgesehen?

Die "Unsterblichen": Wie sahen die Elite-Soldaten des Perser-Reiches wirklich aus?
© DianaHirsch@Getty Images
Die "Unsterblichen": Wie sahen die Elite-Soldaten des Perser-Reiches wirklich aus?

Die "persischen Unsterblichen" sind eines der einprägsamsten Elemente des Films "300". Verehrt, gefürchtet, bewundert - diese Elite-Soldaten haben die Aufgabe gehabt, den König zu beschützen und sollen den Ruf gehabt haben, besonders gute Krieger zu sein. Doch sind sie wirklich so mächtig gewesen, wie man behauptet? Und wie haben sie tatsächlich ausgesehen?

Die "Unsterblichen" nach Herodot

Die "Unsterblichen", auch "Melophoren" genannt, sind nicht fiktiv und haben wirklich existiert - nur sind sie nicht unsterblich gewesen. Tatsächlich sind sie aufgrund ihrer schieren Anzahl als solche wahrgenommen worden: Diese Elite-Truppe hat immer aus 10.000 Soldaten bestanden, was den Feinden des Achämeniden-Reiches den Eindruck vermittelt hat, es mit einer Armee zu tun zu haben, die nie kleiner geworden ist. Wenn einer dieser Soldaten im Kampf gefallen oder nicht mehr in der Lage gewesen ist, eine Waffe zu halten, ist er durch einen anderen ersetzt worden.

Ein Teil der Legende von den "Unsterblichen" geht auf Herodot zurück. Der Historiker ist von diesen Kriegern sichtlich fasziniert gewesen. Er hat sie wie folgt beschrieben:

"Sie haben Mützen aus gut gewalktem Filz getragen, die man Tiara nennt, Tuniken in verschiedenen Farben mit Ärmeln, eiserne Brustpanzer, die aus Fischschuppen gearbeitet gewesen sind, und lange Hüftschöße, die ihre Beine bedeckt haben. Sie haben eine Art Schild mit einem Köcher darunter getragen, kurze Speere, große Bögen, Rohrpfeile und außerdem einen Dolch, der am Gürtel gehangen und auf dem rechten Oberschenkel aufgelegen hat."

Eine Beschreibung, die nicht überall auf Zustimmung stößt

Damit sind wir also weit entfernt von den maskierten Ninjas aus "300". Während die Darstellung der "Unsterblichen" in Zack Snyders Film zeitgenössische Historiker verärgert hat, ist auch Herodots Beschreibung umstritten. Die World History Encyclopedia liefert folgende Erklärung:

"Herodot ist - sowohl von antiken als auch von modernen Autor:innen - wegen Fehlern in seinem Werk sowie wegen Ausschmückungen und Übertreibungen kritisiert worden. Daher haben einige moderne Expert:innen behauptet, dass es nie und nimmer 10.000 "Unsterbliche" in der persischen Armee gegeben habe (wobei sie deren Erwähnung bei Xenophon und Polyaenus entweder ignorieren oder auf andere Weise erklären), mit der Begründung, Herodot habe das altpersische Wort für "Anhänger" (anusiya) mit dem Wort anausa für "unsterblich" verwechselt. Dieser These zufolge sind die 10.000 "Unsterblichen" also nichts weiter als eine Infanterie-Einheit gewesen, und Herodot hat ihren Ruf durch seine Vorliebe für das Erzählen von Geschichten aufgebläht."

In vielen Skulpturen, Gemälden und Mosaiken sind Soldaten abgebildet, die den von Herodot beschriebenen Soldaten sehr ähnlich sind. Nach Ansicht heutiger Historiker:innen sind die "Unsterblichen" jedoch eher Fernkämpfer gewesen und haben den Einsatz des Bogens dem Nahkampf weitgehend vorgezogen.

Ob sie wirklich unbesiegbar gewesen sind, ist schwer zu sagen, aber wie der YouTube-Account Batailles de France ganz richtig feststellt: "Aus ihnen einen unbesiegbaren Feind zu machen, ermöglicht es, das griechische Heldentum hervorzuheben. Gleichzeitig ermöglicht die Aufrechterhaltung dieses Mythos den Nachfahr:innen des persischen Volkes, seine Geschichte zu beschönigen. Eine Win-Win-Situation".

Verwendete Quellen:

World History Encyclopedia: "Immortels Perses"

Youtube

Aus dem Französischen übersetzt von Gentside Frankreich

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