Warum haben die griechischen Statuen so kleine Penisse?

Wahrscheinlich ist es euch auch schon aufgefallen: Beim Großteil antiker Statuen sind die Penisse der Männer sehr klein. Doch woran liegt das? Wir haben die Antwort für euch!

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Ihre Körper sind drahtig, von Kopf bis Fuß muskulös und perfekt gebaut. Doch alle griechischen Statuen sind lediglich mit ganz kleinen Penissen ausgestattet.

Eine anatomische Besonderheit, die nicht gerade repräsentativ für das männliche Geschlecht ist. Warum also wurden die Statuen von ihren Bildhauern nicht besser bestückt?

Eine Frage der Tugend

Der Grund dafür, dass die Griechen die Größe der Geschlechtsteile von Statuen systematisch reduzierten, hat absolut nichts mit Männlichkeit zu tun. Es ist auch keine Art zu sagen, "es kommt nicht auf die Größe an".

Vielmehr hat es etwas mit Werten und Tugend zu tun: Die geringe Penisgröße der Statuen verdeutlicht, dass die dargestellten Krieger, Athleten oder Götter nicht von ihren sexuellen Trieben geleitet werden.

Sie kontrollieren ihre Wünsche und werden nicht von ihnen beherrscht. Ein Geschlecht im Ruhezustand und von kleiner Größe ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Besitzer seine Emotionen unter Kontrolle hat, dass er ein echter Mann ist:

Zivilisiert, rational, freundlich und von seiner Intelligenz und seiner Vernunft geleitet. Er ist ein Mann, der in der Lage ist, sich für seine Stadt einzusetzen.

Kleiner Penis - große Werte

Bei unzüchtigen oder dekadenten Figuren wie Satyrn, tierische Kreaturen, Barbaren oder Sklaven ist es das Gegenteil. Kurz um bei jenen, die nicht zivilisiert sind, die von Wahnsinn und Lust angetrieben werden.

Diese Negativbeispiele wurden mit enormen, überdimensionalen Penissen dargestellt, meist sogar in erigiertem Zustand. So beschreibt es auch Aristophanes im V. Jhd. v.Chr. in Die Wolken:

Wenn du tust, was ich dir sage und du deine Intelligenz gebrauchst, wirst du immer eine starke Brust, einen klaren Teint, breite Schultern, eine kurze Zunge, ein kräftiges Gesäß und einen kleinen Penis haben. Wenn du dich jedoch an die des Tages hältst, wirst du sofort eine bleiche Haut, schmale Schultern, eine schmächtige Brust, eine große Zunge, ein kleines Gesäß und einen großen Penis bekommen.

Neben der besonderen Betrachtungsweise des Penis, erfahren wir hier auch mehr über die Sichtweise auf den idealen männlichen Körper.

Dieser war gesund und hatte an den richtigen Stellen Fett- und Muskelmasse. Man tat also gut daran, die Morgenlatte, die schon damals bestens bekannt war, zu unterdrücken.

Eine Regel, die die Griechen überlebte

Und das Ideal des kleinen Penis hat die Griechen überlebt, denn Moden und Bräuchen kommen in einem ewig währenden Kreislauf immer wieder.

Auch bei den Römern findet sich bald der Trend vom kleinen Geschlecht, bevor er verschwindet und zu Beginn des Christentums der Schamhaftigkeit Platz macht.

Doch mit der Renaissance erlebt auch die alte Kunst einen Wiederaufschwung und man orientiert sich insbesondere an der Antike. Nacktheit und stattliche Körper sind im Trend und der kleine Penis feiert sein großes Comeback.

Die neugewonnene Liebe für die griechische Kunst der Antike ist gekommen, um zu bleiben, denn heute kommen wir kaum um berühmte Bildhauer wie Michelangelo herum und auch heute noch stehen in den Gärten von Versailles nackte Statuen, obwohl die Renaissance damals schon längst vorüber war.

David von Michelangelo Getty Images

Für die Griechen zählte also durchaus die Größe - aber vor allem die des Geistes. Der kleine Penis gilt als Zeichen für einen klaren Geist. Zweifellos ein gutes Argument.

Einem Mann aus Berlin sollte man diese Geschichte aber vielleicht lieber nicht erzählen, denn er hat den schwersten Penis der Welt. Außerdem gibt es noch andere Rätsel, die, anders als die Penisse der griechischen Statuen, bis heute nicht gelöst sind.