Die Geschichte von Reinhard Heydrich, dem "Schlächter von Prag"

Reinhard Heydrich, ein Vertrauter Himmlers, ist einer der Hauptplaner der Endlösung. Seine Taten bringen ihm den Spitznamen "Schlächter von Prag" ein.

Während des Zweiten Weltkriegs ist Europa Schauplatz einer riesigen Zahl von Gräueltaten. Zwar werden die größten Naziführer zur Verantwortung gezogen, doch auch andere Mitglieder der Partei machen sich unsäglicher Taten schuldig. Dies gilt insbesondere für Reinhard Heydrich.

Die rechte Hand von Himmler

Reinhard Heydrich steigt während seiner Karriere viele Stufen auf. Der Sohn des Direktors eines Musikkonservatoriums tritt 1922 in die deutsche Marine ein. In den 1930er Jahren, nachdem er aus der Armee entlassen wurde, tritt er der Nazipartei bei. Er lernt Himmler, den Chef der SS, kennen, der ihn zu seiner rechten Hand macht.

Mit einer kalten Intelligenz ausgestattet, setzt er sein Gehirn ein, um gewalttätige Aktionen zu planen: Reichstagsbrand, Nacht der langen Messer und schließlich Gewalt gegen deutsche Juden und Jüdinnen, insbesondere während der Novemberpogrome im Jahr 1938. Als bekannter Antisemit teilt er seinen Vorgesetzten auch mit, dass er sich am Madagaskar-Plan beteiligen will, mit dem die jüdische Bevölkerung auf die Insel deportiert werden sollte. Seinen Spitznamen verdient sich der "Schlächter von Prag" jedoch während des Krieges.

Mitverfasser der "Endlösung"

Kurz nach der Novemberpogrome bricht der Krieg aus und Deutschland marschiert in Europa ein. Der Aufstieg von Reinhard Heydrich geht weiter: Im September 1941 wird er Reichsprotektor in Böhmen und Mähren. Er errichtet daraufhin ein Terrorregime, lässt innerhalb weniger Wochen Hunderte von tschechischen Widerstandskämpfer:innen hinrichten und deportiert die jüdische Bevölkerung in Konzentrationslager. In dieser Zeit wird der Schlächter von Prag geboren.

Obwohl die Endlösung oft den höchsten Naziführern wie Göring und Himmler zugeschrieben wird, ist die Beteiligung von Reinhard Heydrich nicht zu vernachlässigen. Der Reichsprotektor ist nämlich voll und ganz an der Ausarbeitung dieses Plans beteiligt, der damals die Vernichtung der Juden in den von Nazi-Deutschland besetzten Gebieten zum Ziel hat.

Reinhard Heydrich wird am Ende des Krieges nicht für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen. Am 27. Mai 1942 wird er Opfer eines von zwei tschechischen Widerstandskämpfern inszenierten Attentats und erliegt eine Woche später seinen Verletzungen.

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