Noch immer ein Mysterium: Die Hängenden Gärten von Babylon
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Babylon: Hat es die wundersamen hängenden Gärten wirklich gegeben?

Die Hängenden Gärten von Babylon gelten als eines der sieben Weltwunder der Antike. Doch noch heute ist ihre Existenz stark umstritten und obwohl die Frage unbeantwortet bleibt, ist die Faszination, die sie auslösen nach wie vor ungeschlagen.

Die hängenden Gärten von Babylon gehören mit den Pyramiden der Kleopatra, der berühmten Bibliothek von Alexandria, der Zeus-Statue aus Gold und Elfenbein in Olympia, dem Artemis-Tempel in Ephesus, dem Mausoleum von Halikarnassos und dem Koloss von Rhodos zu den sieben Weltwunder der Antike.

Angeblich wurden die Gärten im 7. Jahrhundert vor Christus vom babylonischen König Nebukadnezar II. errichtet.

Dieser soll einen großen Teil seiner Regentschaft dem Bau Babylons gewidmet und die Gärten seiner Frau geschenkt haben, die die saftig grünen Berge ihrer Heimat im Nordosten des Irans vermisste.

Üppige Gärten mit Blick auf die Stadt

Von Diodor, über Kleitachos und Strabon bis hin zu Berossus haben zahlreiche griechische und römische Autoren die Hängenden Gärten von Babylon beschrieben.

Wirklich gesehen haben ihn jedoch nur wenige und die meisten Beschreibungen beruhen auf Überlieferungen. Berossus, der im 7. Jahrhundert v. Chr. in Babylon gelebt hat, beschreibt den Garten und wie prächtig er trotz der trockenen Region dank eines Bewässerungssystems war:

In seinem Palast hat Nebukadnezar II. Terrassen auf hohen Steinen errichtet, sodass sie wirken wie Berge, die mit unterschiedlichen Baumarten bepflanzt sind.

Wo befinden sich die Hängenden Gärten von Babylon?

Die Antwort auf diese Frage mag offensichtlich erscheinen. Doch zahlreiche geologische Grabungen auf dem Gebiet des alten Mesopotamiens verliefen erfolglos.

Abweichungen in den Schilderungen lassen Wissenschaftler heute vermuten, dass sich die Gärten außerhalb Babylons befunden haben müssen. Unter den Favoriten ist die Stadt Ninive, im Norden Mesopotamiens.

Stepahnie Dalley von der Fakultät für Orientalistik der Oxford University geht daher davon aus, dass die Gärten nicht einmal von König Nebukadnezar II. errichtet wurden.

Stattdessen soll der assyrische Führer Sin-ahhe-eriba, der von 705 bis 680 vor Christus assyrischer König war, die berühmten Gärten in Auftrag gegeben haben.

In dieser Annahme bezieht sich die Historikerin insbesondere auf Dokumente, die aus seiner Regentschaft übermittelt sind und ein wundersames Bauwerk beschreiben:

Die Umgebung des Palastes liegt erhöht, sodass alle dieses Wunder sehen und bestaunen können. Ein hängender Garten, vergleichbar mit dem Amanus-Gebirge, wo alle Arten aromatischer Pflanzen wachsen.

Dem British Museum in London liegt in der Tat ein Relief vor, das einen beeindruckenden Garten mit genialer Bewässerungsanalage zeigt. Dieses im 7. Jhd. v. Chr. erstellte Werk könnte tatsächlich die hängenden Gärten von Babylon darstellen.


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