Mars: Großes Wasserreservoir entdeckt!

Die Europäische Weltraumorganisation ESA hat Beweise für die Existenz eines großen Wasservorkommens direkt unter dem Grand Canyon des Mars entdeckt.

Die Valles Marineris ist das breiteste Grabensystem in unserem Sonnensystem. Zum Vergleich: Sie ist fünfmal so tief und zehnmal so groß wie der Canyon in Arizona. Wissenschaftler:innen der Europäischen Weltraumorganisation ESA haben nun ein großes Wasserreservoir knapp unter diesem Canyon entdeckt. Sie berichten über diese Entdeckung in der Zeitschrift Icarus.

Ein Gebiet so groß wie die Niederlande

Diese Untersuchungen, die mithilfe eines Instruments - dem TGO alias Trace Gas Orbiter - durchgeführt wurden, das den Wasserstoffgehalt in den oberen Schichten des Mars misst, ergaben, dass es in dem Canyon einen Bereich von der Größe der Niederlande gibt, der eine ungewöhnlich große Menge an Wasserstoff enthält.

"Wenn wir davon ausgehen, dass der Wasserstoff, den wir sehen, an Wassermoleküle gebunden ist, scheint es, dass 40% des oberflächennahen Materials in diesem Bereich Wasser ist", sagt der Hauptautor der Studie, Igor Mitrofanov von der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau.

"Wir können bis zu einem Meter unter diese Staubschicht blicken und sehen, was wirklich unter der Marsoberfläche passiert, und vor allem wasserreiche "Oasen" lokalisieren, die mit früheren Instrumenten nicht entdeckt werden konnten", fügt Igor Mitrofanov hinzu.

Eine Region, die Sibirien ähnelt

Dieses große Wasserreservoir soll sich weniger als einen Meter über der Marsoberfläche befinden. Ein Teil von Valles Marineris, so schätzen die Wissenschaftler:innen, könnte mit Wasser gefüllt sein und damit den Permafrostregionen der Erde wie Sibirien ähneln, wo Eis aufgrund der konstant niedrigen Temperaturen dauerhaft unter dem trockenen Boden bestehen bleibt.

In der Studie analysierten die Forschenden die Daten, die von Mai 2018 bis Februar 2021 von dem Instrument aufgezeichnet wurden, das den Wasserstoffgehalt des Marsbodens durch den Nachweis von Neutronen kartiert.

"Neutronen werden erzeugt, wenn hochenergetische Teilchen, die als 'galaktische kosmische Strahlung' bekannt sind, auf den Mars treffen; trockenere Böden senden mehr Neutronen aus als feuchtere, und so können wir aus den Neutronen, die ein Boden aussendet, auf den Wassergehalt schließen", erklärt Co-Autor der Studie, Alexey Malakhov von der Russischen Akademie der Wissenschaften.

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