Warum wird die Zahl 666 in der christlichen Kultur mit dem Teufel in Verbindung gebracht? © gemini
Veröffentlicht am 02/06/2026 um 10:55 von der Redaktion

Warum wird die Zahl 666 in der christlichen Kultur mit dem Teufel in Verbindung gebracht?

Ob im Kino oder im Alltag – die Zahl 666 sendet vielen einen Schauer über den Rücken. Aber wie kommt es eigentlich, dass gerade diese Nummer so gruselig ist?

Irre Vorstellungen über Zahlen begleiten die Menschheit schon sehr lange. Wer hat nicht schon von der berühmten „Unglückszahl“ 666 gehört, die gerade in Horrorfilmen fast schon Pflichtprogramm ist? Was steckt hinter dem Ruf, dass ausgerechnet diese Zahl seit Jahrhunderten mit dem Teufel und der bösen Macht verbunden wird? Die Antwort darauf ist gar nicht so mysteriös, sondern ziemlich spannend: Es sind uralte Überlieferungen, religiöse Symbole – und ein kleiner Zahlentrick, der zurück bis in die Zeit der Antike reicht.

Der Ursprung der 666: Was steht wirklich in der Bibel?

Die Spur des rätselhaften Symbols führt direkt ins Neue Testament, genauer gesagt in das Buch der Offenbarung. Vers 17 und 18 im Kapitel 13 halten fest:

„Damit niemand kaufen oder verkaufen kann, der nicht dieses Zeichen trägt: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier zeigt sich die Weisheit. Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, und diese Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.“

Diese Textstelle ist der Ursprung für sämtliche Vorstellungen rund um die „Zahl des Bösen“.

Seitdem ist 666 praktisch das Markenzeichen für den Teufel – egal, ob in modernen Kultfilmen, Schauerromanen oder auf mysteriösen Hausnummern. Kaum eine andere Zahl hat das christliche und popkulturelle Bewusstsein so tief geprägt. Sogar ein eigener Fachbegriff existiert für die Angst vor dieser Zahl: Wer Panik bei 666 bekommt, leidet an „hexakosioihexekontahexaphobie“.

Stellvertreter für das Böse: Welche Bedeutung hatte 666 ursprünglich?

Für viele Bibel- und Zahlenexperten steckt hinter der 666 nicht bloß ein Symbol, sondern sogar eine ganz konkrete Person. Der Trick, den die frühen Christen angewendet haben, ist die sogenannte „Gématrie“: Dabei bekommen Buchstaben nach speziellen Systemen Zahlenwerte zugeordnet. Mit etwas Tüftelei kommt man dann auf Namen berühmter Zeitgenossen. Hier gilt einer als Spitzenreiter: der römische Kaiser Nero. In griechischer wie auch in hebräischer Sprachform ergibt sein Name – je nach Zählweise – genau 666 („dreimal die Sechs“ oder eben „sechshundertsechsundsechzig“).

Das Buch der Offenbarung entstand laut Historikern kurz nach dem Tod von Nero, am Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus. Die Theorie, dass die Textstelle nicht als echte Vision des Weltuntergangs sondern als versteckte Kritik am unmenschlichen Kaiser gelesen werden kann, wirkt ziemlich plausibel. Wichtig zu beachten: Je nachdem, welche Methode der Buchstabenrechnung genutzt wird, kommt es zu unterschiedlichen Ergebnissen – die 666 ist also nicht eindeutig belegt.

Vom antiken Code zum modernen Aberglauben

Heute begegnet uns die Zahl 666 vor allem als Grusel-Gimmick im Kino, als Schreckgespenst in Thriller-Romanen oder im Volksglauben als schlechtes Omen. Der Hype um diese Zahl zeigt, wie Mythen und religiöse Codes Jahrtausende überdauern und immer wieder neu aufgeladen werden. Dabei steht sie vielleicht doch viel weniger für eine universelle „Teufelszahl“ als für einen raffinierten Zahlentrick, mit dem die frühen Christen ihren Ärger über die Mächtigen ausdrückten. Wenn das nächste Mal irgendwo in der Warteschlange die Rechenmaschine auf 666 stehen bleibt, bekommen bestimmt viele Menschen automatisch ein bisschen Gänsehaut.

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Verwendete Quelle:

Pourquoi le chiffre 666 est-il associé au diable dans la culture chrétienne ?