„In Wahrheit ist sie nicht unrein“ – Die faszinierende Rolle der Katze im Islam
Entdecken Sie die einzigartige Stellung der Katzen im Islam – zwischen religiösem Respekt, Fürsorgepflicht und Legenden –, die eine tiefe Verbundenheit mit diesen geschätzten Tieren offenbart.
Katzen nehmen im Islam eine ganz besondere Stelle ein. Was steckt hinter der Wertschätzung dieser Tiere in einer Religion, die oft klare Regeln vorgibt?
Die Katzen im islamischen Alltag und ihre religiöse Bedeutung
„In Wahrheit ist es nicht unrein, sondern gehört zu den Tieren, die unter euch leben.“ (wörtliches Zitat aus der Sunna).
Diese Überlieferung von Abî Qatâda zeigt, wie freundlich Katzen im islamischen Alltag betrachtet werden. Schon zur Zeit des Propheten Muhammad صلى الله عليه وسلم spielten Katzen eine spürbare Rolle im täglichen Leben der Muslime. Der bekannteste Katzenliebhaber unter seinen Gefährten war Abû Hourayra رضي الله تعالى عنه, dessen Spitzname übersetzt „Vater des Kätzchens“ bedeutet. Der Prophet ﷺ selbst soll ihm diesen Beinamen gegeben haben, weil Abû Hourayra fast immer ein Kätzchen bei sich trug.
Katzen sind im Islam erlaubt und gelten als rein. Sie dürfen Moscheen betreten, und wenn eine Katze den Gebetsbereich durchquert, wird das Gebet dadurch nicht ungültig. Die Anwesenheit der Tiere wird als normaler Teil des Alltags angesehen und religiös nicht als störend oder unrein bewertet. Wasser, aus dem eine Katze getrunken hat, bleibt nach klassischem islamischem Recht sauber. Lediglich Ausscheidungen wie Urin oder Kot der Katze gelten als unrein und müssen entfernt werden, wenn sie auf Kleidung oder Boden gelangen.
Katzenliebe, Verantwortung und religiöse Pflichten
Die Fürsorgepflicht für Tiere steht im Islam hoch im Kurs. Brutale Behandlung oder Vernachlässigung können schwere Sünden sein. Sehr bekannt ist der Hadith, in dem es heißt:
„Eine Frau wurde bestraft, weil sie eine Katze so lange eingesperrt hatte, bis sie starb. Deshalb kam sie in die Hölle. Denn sie hatte ihr weder Wasser noch Futter gegeben, während sie eingesperrt war, und ihr auch nicht die Freiheit gelassen, sich von den Insekten auf dem Boden zu ernähren.“ (Originalzitat aus den Überlieferungen).
Wer ein Tier, insbesondere eine Katze, quält oder ihr Leid zufügt, dem droht laut Überlieferung eine harte Strafe am Tag des Gerichts.
Umgekehrt kann selbst ein scheinbar kleiner Akt der Tierliebe zum göttlichen Wohlgefallen führen. Im Hadith (überliefert von Abû Hourayra) wird erzählt:
„Als ein Hund, der kurz davor war, vor Durst zu sterben, um einen Brunnen herumlief, sah ihn eine Prostituierte unter den Prostituierten der Kinder Israels, zog ihren Schuh aus und gab ihm zu trinken. Diese Tat brachte ihr die Vergebung ein.“
Die Gnade Gottes kennt also auch in Bezug auf Tiere keine Grenzen.
Rechtliche Fragen: Stérilisation, schwarze Katzen und das Wohl der Tiere
Auch Rechtsfragen kommen nicht zu kurz: Muss man Katzen sterilisieren lassen? Laut cheikh al Outheymin ist dies dann zulässig, wenn Katzen verwildern und zur Plage werden, solange der Eingriff ihnen nicht zusätzliches Leid zufügt. Im Umgang mit Haustieren, die nicht stören oder schaden, empfiehlt er jedoch, sie sich weiter vermehren zu lassen. Modernes Recht und klassische Überlieferung treffen sich also bei der Abwägung von Gemeinwohl, Menschlichkeit und Tierschutz.
Bemerkenswert ist die Unterscheidung, dass der schwarze Kater laut einem bekannten Gelehrten, Al Albani, nicht als „Shaytan“ (Dämon) einzustufen sei – anders als es gelegentlich beim schwarzen Hund behauptet werde. Die Katze bleibt damit auch im Aberglauben ein wenig mystifiziert, aber stets geschützt.
Zum Umgang mit Muttertieren und ihrem Nachwuchs existiert ebenfalls ein klares Verbot der Trennung. Eindrucksvoll heißt es im Hadith:
„Wer hat diesen Vogel mit seinen Küken überhäuft?! Gebt ihm seine Küken zurück.“
Selbst Tiere in ihrer Familie ungestört zu lassen, ist also ein ethisches Gebot.
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Verwendete Quelle:
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