Nach 25 Jahren Ungewissheit: Mädchenleiche aus dem Main identifiziert © gemini
Veröffentlicht am 19/05/2026 um 11:45 von der Redaktion

Nach 25 Jahren Ungewissheit: Mädchenleiche aus dem Main identifiziert

Nach einem Vierteljahrhundert Aufregung und vieler unbeantworteter Fragen ist endlich klar, wer das „Mädchen aus dem Main“ war. Ein Cold Case, der Frankfurt lange beschäftigt hat, nimmt eine überraschende Wendung – doch was hatte die 16-jährige Diana S. in den letzten Tagen ihres Lebens durchlebt?

Es ist kaum zu glauben, doch 25 Jahre nach dem schockierenden Fund eines Mädchens im Main herrscht endlich Gewissheit. Alles beginnt am 31. Juli 2001, als Passanten eine weibliche Leiche an der Wasseroberfläche auf Höhe von Frankfurt entdecken. Obduktion und Ermittlungen ergeben damals wenig: Die Tote ist zwischen 13 und 16 Jahre alt, mit zahlreichen Verletzungen am Körper. Identifizieren kann sie damals niemand – sie wird auf dem Parkfriedhof Heiligenstock begraben, bezahlt durch Spenden der Ermittler.

Was damals so rätselhaft war, nimmt im Mai 2026 ein Ende: Die Polizei teilt mit, dass die Tote von einst Diana S. heißt – sie war 16 Jahre alt und lebte mit ihrer Familie in Offenbach. Das schockierende Detail: Hauptverdächtiger ist ihr eigener Vater, der am 12. Mai 2026 festgenommen und sofort der Untersuchungshaft übergeben wird. Laut Staatsanwaltschaft Frankfurt steht er unter dem dringenden Verdacht, seine Tochter im alten Familienappartement zwischen dem 28. und 31. Juli 2001 getötet und anschließend im Main entsorgt zu haben.

Eine Spur nach Jahrzehnten: Kampagne „Identify Me“ knackt den Fall

Lange schien es so, als würde der Fall nie gelöst werden. Doch im Oktober 2024 wurde durch die internationale Kampagne „Identify Me“ dazu aufgerufen, Hinweise auf bis dahin nicht identifizierte Frauenleichen zu geben. Diese Aktion brachte neue Erkenntnisse und führte zu entscheidenden Indizien.

Die Hinweise führten zur Identifikation von Diana S. und leiteten die Polizei direkt zum nun 67-jährigen Vater, ein aus Pakistan stammender deutscher Staatsangehöriger, der damals noch mit seiner Familie in Offenbach lebte. Textilbänder, sogenannte „Nalas“, die in Pakistan, Afghanistan und Indien als Gürtel zur Salwar (Pluderhose) genutzt werden, fanden sich am Körper. Eine auffällig violett gestreifte Nala diente dazu, den Leichnam an einem schweren Sonnenschirmfuß zu fixieren.

Im offiziellen Statement heißt es:

„Nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung wurden die Ermittlungen mit unverminderter Intensität fortgeführt, was nun zur Festnahme des Tatverdächtigen führte.“

Die Chefermittlerin Virginie Wegner vom Hessischen LKA betont im Gespräch mit BILD:

„Wir haben das Mädchen zwar identifiziert. Aber dennoch: wer kann Angaben zu ihr machen. Zu ihrem Umfeld, ihrem Leben in Offenbach. Das Hessische LKA ermittelt akribisch weiter.“

Familiendrama oder noch mehr dahinter: Ermittler suchen weiter Helfer und Motive

Die Details des Falls wühlen auf: Die Ermittler sprechen davon, dass Diana S. „durch eine Vielzahl brutaler Schläge“ getötet wurde. Die Leiche weist Hinweise auf langfristige Misshandlungen auf: verheilte Brüche an den Armen, Brandspuren von Zigaretten, Narben an Beinen und Rumpf – all das lässt auf ein qualvolles Leben schließen, das niemand so unmittelbar vermutete. Der Mord soll im alten Zuhause der Familie passiert sein. Anschließend wurde der Leichnam in Decken mit Leopardenmuster und einem Schwamm-Badetuch eingewickelt, sorgfältig verschnürt und zusammen mit einem Sonnenschirmständer im Main versenkt.

Obwohl der Vater als Hauptverdächtiger festgenommen wurde, bleiben für die Polizei viele Fragen offen. Es gilt nun, herauszufinden, wie Diana gelebt hat, wer zu ihrem Umfeld zählte und ob andere Familienmitglieder Mitwisser oder gar beteiligt waren. Die Ermittler bitten weiterhin darum, sich bei Hinweisen zu melden:

„Die entscheidenden Hinweise ergaben sich durch die internationale Kampagne ‚Identify Me‘, im Rahmen derer im Oktober 2024 dazu aufgerufen wurde, Hinweise auf die Identität des ‚Mädchens aus dem Main‘ und zur Ermittlung des Täters zu geben.“

Mehr Menschen könnten Details kennen, die helfen, die letzten Monate im Leben von Diana S. vollständig zu rekonstruieren.

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