„Das vergisst fast jeder“: Warum Wassertrinken deine Haut nicht praller macht
Gerade wenn es draußen heiß wird, hört man ständig: Viel trinken sorgt für schöne, strahlende Haut. Aber wie viel Wahrheit steckt da wirklich drin?
Der Gedanke klingt logisch: Je mehr Wasser wir trinken, desto frischer sieht unsere Haut aus – oder? Tatsächlich ist es wichtiger denn je, täglich ausreichend zu trinken. Laut der Assurance maladie empfiehlt sich ein täglicher Wasserkonsum von „zwischen 1 und 1,5 Litern Wasser am Tag“. Aber wie viel davon kommt wirklich bei der Hautoberfläche an? Die Dermatologin Marie Jourdain hat auf Instagram mit einigen Mythen aufgeräumt und erklärt, warum unser Trinkverhalten nicht automatisch mit einem Baby-Glow im Gesicht belohnt wird.
Wasser im Körper: Was bringt viel Trinken wirklich?
Unser Körper besteht zu großen Teilen aus Wasser – der Anteil in der Dermis, der tieferen Hautschicht, liegt nach Jourdain sogar bei „zu 70 % aus Wasser bestehend“. Wasser ist für alle Lebensfunktionen unverzichtbar. Es hat aber Grenzen, was den direkten Vorteil für die sichtbare Haut betrifft.
„Das in der Dermis enthaltene Wasser dringt durch die Epidermis und verdunstet.“, beschreibt sie den Prozess.
Heißt: Das Wasser, das wir zu uns nehmen, wird zwar durch die Haut transportiert, aber auf der obersten Schicht, der Epidermis, tut sich wenig. Die Dermatologin erklärt deutlich:
„Was die Epidermis betrifft, wird sich daran nicht viel ändern. Es wird immer noch ungefähr die gleiche Menge Wasser verdunsten.“
Auch bei erhöhtem Wasserkonsum bleibt die Verdunstungsrate nahezu gleich. Nur wer starker Dehydrierung ist, merkt das an der sogenannten Zeltbildung: Wenn die Haut nach einem Kneiftest langsam zurückgeht, ist Wasser im wahrsten Sinne Mangelware.
Cremes vs. Wasser: Deshalb profitiert deine Haut mehr von Pflege
Viele glauben: Trockene, spannende Haut bedeutet, man müsse mehr trinken. Doch laut Marie Jourdain stellt das ein Missverständnis dar. Sie betont: Viel entscheidender ist der Zustand der Hautbarriere – also wie gut die Epidermis Wasser halten kann.
„Vor allem dieser Zustand der Haut wird den Blick verändern“, sagt Jourdain.
Die Feuchtigkeit, die wirklich für pralle, frische Haut sorgt, kommt vor allem von außen. Hier spielen Produkte wie Feuchtigkeitscremes die Hauptrolle. Wenn die Barriere geschwächt ist, entweicht zu viel Wasser. An dieser Stelle helfen spezielle Inhaltsstoffe: „Feuchthaltemittel“ wie Glycerin, Hyaluronsäure oder Urea ziehen Wasser an und binden es; „Feuchtigkeitsspender“ stärken die Lipidstruktur, die die Haut zusammenhält; okklusive Stoffe (beispielsweise Vaseline oder Wachse) bilden sogar eine Art Schutzfilm:
„Sie können auch Okklusivstoffe enthalten, bei denen es sich einfach um große Moleküle handelt, die die Wasserverdunstung mechanisch verringern.“
Kurz gesagt:
„Wenn man die Fähigkeit der Haut verbessern möchte, den Wasserverlust zu verhindern, dann ist genau das die Aufgabe von Feuchtigkeitscremes.“
Trinken bleibt wichtig für körpereigene Prozesse und das allgemeine Wohlbefinden. Wer aber auf glatte, befeuchtete Haut setzt, braucht zusätzlich passende Kosmetik.
Wasser trinken – wie viel ist gesund und was sagt die Expertin?
Egal ob man ständig eine Trinkflasche dabei hat oder nicht: Eine gute Flüssigkeitsversorgung gehört zum gesunden Lebensstil einfach dazu. Laut Assurance maladie sind „zwischen 1 und 1,5 Litern Wasser am Tag“ optimal. Gefahr droht meist erst bei starker Dehydrierung. Für das Aussehen der Haut zählt aber mehr die Pflege von außen. Jourdains Fazit ist eindeutig:
„Das Wasser, das wir trinken, versorgt den Körper mit Feuchtigkeit, Feuchtigkeitscremes versorgen die Haut mit Feuchtigkeit.“
Wer also Wert auf einen frischen Teint legt, sollte eher in eine gute Creme investieren, anstatt zur dritten Wasserflasche zu greifen. Und falls du noch mehr zur Praxis und zu typischen Irrtümern wissen willst:
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Verwendete Quelle:
Faut-il boire plus d'eau pour mieux hydrater sa peau ? La réponse d'une dermatologue