Weniger Umweltvorgaben: Warum Stop-&-Start aus US-Modellen verschwindet

In den USA bricht eine neue Ära für Autofahrer an: Das Stop-&-Start-System wird nicht mehr bundesweit gefördert. Warum wendet sich die Donald Trump-Administration gegen die umweltfreundliche Technik, die in Europa weiterhin Pflicht bleibt?

Weniger Umweltvorgaben: Warum Stop-&-Start aus US-Modellen verschwindet
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Weniger Umweltvorgaben: Warum Stop-&-Start aus US-Modellen verschwindet
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Ruhiger Motor am Stauende? Für viele Fahrer in den Staaten könnte das bald Vergangenheit sein. Die US-Regierung hat die Entscheidung getroffen, das beliebte Stop-&-Start-System nicht mehr über spezielle gesetzliche Vorgaben zu fördern. Was steckt hinter diesem radikalen Schritt, und welche Folgen hat die Kehrtwende für Verbraucher und Autobauer?

Die Technologie hinter Stop & Start: Effizienz per Knopfdruck

Stop-&-Start war für US-Automobilhersteller ein ideales Mittel, um Kraftstoff zu sparen und die Umweltauflagen der Environmental Protection Agency (EPA) zu erfüllen. Bei jedem Halt – an der Ampel, im Stau – schaltete das System den Motor automatisch aus und startete ihn wieder, wenn es weiterging. Besonders im Stadtverkehr überzeugte die Technik mit wirksamen Einsparungen. Die Society of Automotive Engineers (SAE) hat in Tests belegt, dass so zwischen 7,27 und 26,4 Prozent weniger Sprit verbraucht wird – abhängig von der Fahrweise und den Bedingungen. Alex Knizek von Consumer Reports meint dazu:

„Wenn Sie ständig auf der Autobahn unterwegs sind und der Motor nie ausgeschaltet wird, sind die Kraftstoffeinsparungen deutlich geringer. Wenn Sie jedoch viel im Stadtverkehr mit häufigen Stopps unterwegs sind, lässt sich mit der Start-Stopp-Technologie eine echte Verbrauchsreduzierung erzielen.“

Warum die USA jetzt umschwenken – und was das für die Fahrer heißt

Die zentrale politische Entscheidung fiel 2020: Die EPA bestätigte die Abschaffung der sogenannten „Off-Cycle Credits“, die Autokonzernen einen Anreiz für den Einbau von Stop-&-Start gaben. Lee Zeldin, Verwalter der EPA, betonte laut Quellen wie BFM TV, die Maßnahme stelle „Die Wahlfreiheit der amerikanischen Verbraucher wiederherstellen“ . Die Hersteller haben jetzt die Freiheit, diesen Komfort nach eigener Wahl anzubieten – doch viele Modelle werden künftig ohne das System angeboten oder bieten es nur noch als teure Option. Für Verbraucher winkt laut EPA sogar eine durchschnittliche Kosteneinsparung von 2.400 Dollar beim Kauf eines Neuwagens.

Die Technik selbst bleibt trotzdem nicht ohne Anhänger: Manche Marken, etwa BMW, Jeep oder Mercedes, setzen weiterhin auf sogenannte Mild-Hybrid-Varianten. Hier übernimmt ein kleiner Elektromotor den fließenden Standbetrieb, sodass der Motor abgeschaltet werden kann, ohne Komfort einzubüßen.

„Manche Leute empfinden diese Systeme einfach als störend und drücken den Deaktivierungsknopf, sobald sie das Auto starten.“

Was Verbraucher jetzt noch wissen müssen

Die Frage bleibt: Lohnt sich das System aus technischer Sicht? Moderne Stop-&-Start-Anlagen arbeiten mit speziell robusten AGM-Batterien, um dem häufigen Ein- und Ausschalten standzuhalten. Doch viele Nutzende fühlen sich von der Automatik gestört.

„Manchmal herrscht die vorgefasste Meinung, dass diese Systeme schlecht für den Motor oder den Anlasser sind, weshalb manche Fahrer diese Funktion deaktivieren. Sie sind für diesen Zweck konzipiert, aber wie bei jeder zusätzlichen Technologie können irgendwann Wartungs- oder Reparaturarbeiten erforderlich werden.“

In Europa bleibt ein dauerhaftes Abschalten des Systems ohnehin verboten – die EU hält an strengeren Umweltstandards fest.

In den Vereinigten Staaten aber dürfte die Anzahl der Neuwagen mit Stop-&-Start abnehmen: Der bisherige staatliche Anreiz entfällt. Das könnte den Trend umkehren, dass immer mehr Fahrzeuge mit diesem System ausgerüstet wurden. Einzelne Hersteller erwägen laut Medienberichten, die Deaktivierung zwischen den Fahrzyklen zu erlauben – für viele Fahrer eine gern gesehene Option.

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Verwendete Quelle:
Does the Start/Stop Function Really Improve Your Car’s Fuel Economy?

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