Wirre Putin-Lüge: Polen will West-Ukraine haben
Seit Putins jüngster Rede in St. Petersburg ist die Gerüchteküche wieder heiß am Brodeln: Angeblich soll Polen scharf auf die West-Ukraine sein. Mit dramatischen Worten stellt sich der Kreml-Chef sogar als einziger Garant des ukrainischen Territoriums dar. Was steckt hinter diesem Theater?
Wladimir Putin präsentierte am Tag der russischen Flotte in St. Petersburg einer Gruppe Matrosen seine eigenwillige Geschichtssicht. Er behauptete, Polen, Ungarn und Rumänien könnten sich künftig alte Gebiete der West-Ukraine zurückholen wollen – und das nicht sofort, sondern „vielleicht nicht morgen, nicht übermorgen, in ein, zwei, zehn, fünfzehn Jahren“. Das ist typisch Putin: Spekulieren, Zweifeln säen und sich selbst als Beschützer inszenieren. Der Präsident stellte klar:
„Es gab nur einen Garanten der territorialen Unversehrtheit der Ukraine – Russland.“
Ein ziemlicher Zirkus, wenn man bedenkt, dass ausgerechnet sein Land seit Jahren einen blutigen Krieg gegen die Ukraine führt.
Polen wehrt sich entschieden
Die offiziellen Stellen in Warschau ließen sich nach dieser Aussage nicht aus der Ruhe bringen. Noch am selben Tag konterte das polnische Außenministerium:
„Polen hat keine territorialen Ansprüche gegenüber der Ukraine erhoben, erhebt keine und beabsichtigt auch in Zukunft nicht, solche geltend zu machen“.
Damit stellen die Polen klar: Von solchen Plänen war nie die Rede, und das bleibt auch so. Stattdessen sprach das polnische Außenministerium offen von einem „primitiver Desinformationsversuch“ aus Moskau. Damit steht fest – die Vorwürfe sind aus Warschau-Sicht nichts als russisches Theater.
Putins „Geschenk“-Narrativ und die wechselvolle Geschichte
Putin behauptet, Josef Stalin habe Teile der West-Ukraine der Ukraine „geschenkt“. Was wie ein perfider Polit-Gag klingt, ist Teil seiner Propagandashow. Und ja: Stalin wird im Zusammenhang mit der Ukraine immer wieder zitiert, schließlich war er verantwortlich für den Holodomor – die tödliche Hungersnot, die Millionen Ukrainer das Leben gekostet hat. Mit solchen historischen Versatzstücken bastelt Putin seine Argumente zusammen. Dabei widerspricht die internationale Gemeinschaft klar: Alle Grenzen der Ukraine werden außer von Russland anerkannt, kein Nachbarstaat erhebt Gebietsansprüche.
Was an Putins Angst-Story wirklich dran ist
Der Blick auf die Fakten bringt Ernüchterung. Putin deutet mehr Gebiete an, als die russische Armee bislang überhaupt kontrolliert. In Wirklichkeit hat die Ukraine zuletzt Regionen zurückerobert und so ihre Verteidigungsfähigkeit unter Beweis gestellt – das ist den Beobachtern nicht entgangen. Das Gerede aus Moskau mutet deshalb eher wie ein Versuch an, alte Ängste zu schüren und von eigenen Rückschlägen abzulenken. Dass Putin immer wieder betont, „Die östliche Ukraine galt immer als Teil Russlands“, zeigt: Er will den Konflikt auf alte, künstliche Linien zurückdrehen. Die Welt, von der er spricht, existiert so aber längst nicht mehr.
Außerdem ignoriert Putin die Tatsache, dass die internationalen Grenzen der Ukraine von der Weltgemeinschaft anerkannt sind und Polen, Ungarn sowie Rumänien keine Ansprüche auf ukrainisches Staatsgebiet erheben. Das ist eine klare Botschaft, die von den westlichen Staaten unterstützt wird. Bislang hat kein Nachbarland erklärt, westukrainische Gebiete beanspruchen zu wollen. Das ist auch ein politisches Statement gegen die Kriegstreiberei aus Moskau.
Die Ukraine kämpft trotz widriger Umstände engagiert, um ihre Souveränität zu verteidigen. Während Russland weiterhin militant vorgeht, zeigten sich zuletzt Erfolge aufseiten der Ukraine, die einige Regionen zurückgewinnen konnte. Das spricht nicht für eine bevorstehende Zerreißprobe der Landesgrenzen, sondern für den Widerstandswillen der Ukrainer.
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Verwendete Quelle:
Wladimir Putin behauptet: Polen, Ungarn und Rumänien wollen Teile der Ukraine