Wegen Bürgerkrieg: Deutsche Touristen sitzen im Inselparadies fest

Deutsche Touristen sitzen wegen des Bürgerkriegs im Jemen auf der Insel Socotra fest, während Evakuierungspläne für eine unsichere Rückkehr geprüft werden.

Wegen Bürgerkrieg: Deutsche Touristen sitzen im Inselparadies fest
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Wegen Bürgerkrieg: Deutsche Touristen sitzen im Inselparadies fest
Die gefährlichsten Länder für Reisende

Was als Traumreise zu einer der außergewöhnlichsten Inseln der Welt begann, ist für mehrere deutsche Urlauber plötzlich zum Nervenkrieg geworden. Wegen eines Bürgerkriegs im Jemen sitzen sie im Naturparadies Socotra fest – und niemand weiß, wann es weitergeht.

Paradise unter Beschuss – Warum Socotra plötzlich isoliert ist

Die Insel Socotra im Indischen Ozean ist weltberühmt für ihre einmalige Natur und Artenvielfalt. Bis vor Kurzem war sie von den jahrelangen Kämpfen im Jemen größtenteils verschont geblieben. Doch mit der jüngsten Eskalation im Süden des Landes hat sich das Blatt gewendet: Nach mehreren saudi-arabischen Luftangriffen, die sich gegen Frachten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten richteten, wurde der gesamte Verkehr zur Insel eingestellt. Flughäfen und Häfen sind dicht.

Das Ergebnis? Hunderte von Touristen aus aller Welt stecken nun auf der abgelegenen Insel fest. Darunter befindet sich laut dem Auswärtigen Amt auch eine „schwache einstellige Zahl“deutscher Staatsbürger. Mehr als nur ein Abenteuer – für viele eine ungewollte Auszeit im Ausnahmezustand.

Deutsche und internationale Touristen im Wartestand – Das sagen die Behörden

Auch amerikanische und andere westliche Gäste sind laut CNN betroffen. Dort heißt es: Die Touristen sind in Sicherheit und gesund, aber wissen nicht, wann eine Rückreise möglich ist. Die Unsicherheit ist groß, aber immerhin ist die Lage unter Kontrolle. Die Berliner Agentur Rocky Road Travel hat bestätigt, dass 14 ihrer Kunden vor Ort auf Socotra verweilen. Die Agentur sagt, sie habe sogar bei verschiedenen US-amerikanischen und europäischen Botschaften Hilfe beantragt, um die Rückreise der Gruppe zu koordinieren.

Für deutsche Staatsangehörige ist das Auswärtige Amt eingestiegen: In enger Abstimmung mit der Deutschen Botschaft in Riad beobachten die Behörden die Lage vor Ort. Per Telefon hieß es aus dem Ministerium: Wir stehen mit allen relevanten Behörden in Kontakt. Doch wie lange wird es dauern, bis sich für die Gestrandeten eine Perspektive ergibt?

Evakuierungspläne – Erste Hoffnung auf Heimkehr

Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich jetzt: Von jemenitischer Seite wurde eine kommerzielle Fluggesellschaft damit beauftragt, einen Evakuierungsflug nach Dschidda (Saudi-Arabien) zu organisieren. Wann dieser startet, ist jedoch weiterhin nicht klar. Währenddessen bleibt die Unsicherheit für die Reisenden bestehen. Die Insel, bislang ein Zufluchtsort und Magnet für Abenteurer, wird so zum Sinnbild regionaler Krisen und deren Folgen auf den Tourismus.

Der Tourismus auf Socotra – bisher ein Exportschlager für Weltenbummler – steht nun vor immensen Herausforderungen. Niemand weiß, wie lange der Ausnahmezustand andauern wird.

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