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Veröffentlicht am 09/06/2026 um 12:45 von der Redaktion

„Deutsch sprechende Amerikaner“ Höcke spricht Westdeutschen das Deutschsein ab

Björn Höcke sorgt mal wieder für Wirbel: Im Podcast der Weltwoche stellt er die Identität der Westdeutschen in Frage. Was steckt hinter seinen kontroversen Aussagen?

Björn Höcke, Chef der AfD in Thüringen, hat in einem aktuellen Podcast-Interview Wellen geschlagen. Beim Gespräch mit dem Schweizer Publizisten Roger Köppel galt seine Kritik diesmal weniger der Bundespolitik, sondern vielmehr den Menschen in Westdeutschland. Er beschreibt die Bevölkerung im Westen mit der provokanten Formulierung „deutsch sprechende Amerikaner“, wohingegen er den Ostdeutschen das Merkmal eines echten „deutsch sprechenden Deutschen“ zuschreibt. Diese Unterscheidung ist für ihn Ausdruck tiefgreifender kultureller und historischer Entwicklungen – doch wie wird diese Sichtweise von anderen bewertet?

Was meint Höcke mit „deutsch sprechende Amerikaner“?

Im Podcast nutzt Höcke die Gelegenheit, seine Perspektive ausführlich darzulegen. Er sieht in der deutschen Teilung nach 1945 die Ursache für zwei völlig unterschiedliche Wege: Die Bundesrepublik habe sich nach seiner Auffassung stark an der amerikanischen Lebensweise orientiert und dadurch eine Art „Ersatzidentität“ erzeugt. Dagegen hätten die Menschen in der DDR ein wirklich deutsches Bewusstsein bewahrt. Höcke formuliert es so: Im Westen lebten „deutsch sprechende Amerikaner“, im Osten „deutsch sprechende Deutsche“. Er unterstreicht damit, wie stark für ihn die amerikanische Prägung die Identität im Westen verwässert habe. Als Beleg führt er immer wieder Aussagen von Ostdeutschen an, die der DDR trotz deren „politischer Defizite“ eine eigenständige deutsche Identität zusprechen. Dabei stellt er diese Differenz als quasi kulturelle Kluft dar, die bis heute nachwirkt und das Land prägt.

Der Blick auf die DDR – verklärte Identität oder gefährliche Verharmlosung?

Björn Höckes positive Darstellung der DDR stößt auf starke Kritik vor dem Hintergrund der historischen Realität. Die DDR wird international und in Deutschland zu Recht als „Unrechtsstaat“ gewertet; politische Gegner wurden systematisch verfolgt und gefoltert, Fluchtversuche kosteten Menschenleben. Die staatliche Repression und Überwachung prägten das Leben der Ostdeutschen brutal. Höcke blendet diese Verdrängungen jedoch weitgehend aus und fokussiert auf eine vermeintlich authentische deutsche Identität der DDR. Dieses selektive Geschichtsbild führt zu hitzigen Debatten. Bemerkenswert dabei: Höcke selbst ist in Lünen, Nordrhein-Westfalen geboren – also tatsächlich im Westen Deutschlands. Seine Haltung wirft die Frage auf, inwieweit seine ostdeutsche Sichtweise authentisch ist oder ob sie vor allem ideologisch geprägt bleibt, ungeachtet seiner Herkunft.

Einordnung durch Behörden und Gerichte

Die Kontroversität seiner Aussagen darf nicht über wichtige Einordnungen hinwegtäuschen. Der Landesverband Thüringen der AfD wird vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. Zusätzlich haben Gerichte mehrfach bestätigt, dass Björn Höcke als „rechtsextrem“ bezeichnet werden darf. Trotz dieser Umstände erhielt er im Podcast der Weltwoche viel Redezeit und relativ wenige kritische Nachfragen. Diese Kombination von öffentlichen Einschätzungen und medialer Plattform lässt die Debatte um deutsche Identität, Geschichtsinterpretation und politische Ausrichtung umso intensiver werden – und bringt viele Beobachter zum Nachdenken, wie viel Spaltung die politische Rhetorik heute noch produziert.

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Verwendete Quelle:

Björn Höcke: AfD-Politiker spricht den Westdeutschen das Deutschsein ab