"Leider war das mein Land" Annalena Baerbock äußert sich im amerikanischen Fernsehen kritisch

In der berühmten Daily Show sorgt Annalena Baerbock mit ihren offenen Worten für Aufsehen. Wieso spricht sie von einer „Lebensversicherung für jeden“ und was steckt hinter ihren kritischen Tönen im US-TV?

"Leider war das mein Land" Annalena Baerbock äußert sich im amerikanischen Fernsehen kritisch
© @abaerbock
"Leider war das mein Land" Annalena Baerbock äußert sich im amerikanischen Fernsehen kritisch

Eine ungewohnte Kulisse für Annalena Baerbock: Als Präsidentin der UN-Vollversammlung ist sie seit September 2025 in New York, jetzt sitzt sie bei Jon Stewart in der Daily Show. Was zuerst locker klingt, wird schnell ernst – Baerbock spricht über die Herausforderungen, mit 193 Nationen an einem Tisch Lösungen für globale Krisen zu suchen.

„Stellen Sie sich vor, Sie bringen Ihre Familie für Thanksgiving am Tisch zusammen – und Sie haben einen verschrobenen Onkel, eine Hippie-Mutter, und dann sollen die alle zusammen aus demselben Liederbuch singen“, erklärt sie leicht augenzwinkernd ihre ganz eigene Sicht auf internationale Diplomatie.

Deutschland zwischen Verantwortung und Vergangenheit

Jon Stewart fragt nach: Welche Gefühle kommen auf, wenn eine Deutsche an der Spitze der UN-Vollversammlung sitzt? Baerbock antwortet darauf unerwartet ehrlich:

„Leider war das mein Land“.

Stewart scherzt, die Phrase klinge auf Deutsch besonders schwer – doch Baerbock bleibt ernst:

„Und wir haben unsere Lektionen gelernt.“

Die Vergangenheit bleibt präsent, auch bei neuen globalen Aufgaben.

Die Aufgaben selbst beschreibt Baerbock bildhaft: Die UN-Charta als „Lebensversicherung für jeden“. Noch nie habe man so dringend Prinzipien wie Frieden, Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte gebraucht. Gerade aber weil die Weltgemeinschaft so vielfältig sei, gibt es viele Hindernisse, insbesondere durch das Vetorecht der ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat, das Kooperationen oft erschwert.

Wenn Vetos blockieren: Wo steht die UNO heute?

Das System zeigt aus Baerbocks Sicht deutliche Schwächen. Ein aktuelles Beispiel liefert sie prompt: Als es um die Sicherung des Seewegs durch die Straße von Hormus ging, verhinderten Russland und China durch ihr Veto eine gemeinsame Resolution. Die daraus resultierenden Blockaden machen deutlich, wie sehr der Sicherheitsrat an Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit einbüßt, wenn keine Einigungen erzielt werden können. Deswegen will Baerbock mehr entscheidende Themen von der Bühne des Sicherheitsrats in die große Versammlung der 193 Mitgliedsstaaten holen, damit nicht nur einige Mächtige das Sagen haben. Über Diplomatie sagt sie:

„Hoffentlich versteht jetzt jeder, dass niemand gewinnen kann, wenn wir nicht wieder zu diplomatischen Beziehungen zurückkehren.“

Auch auf die Rolle von Frauen in der internationalen Politik lenkt Baerbock gezielt die Aufmerksamkeit: Noch nie sei eine Frau UN-Generalsekretärin geworden, obwohl es, so Baerbock, „Milliarden“ Möglichkeiten gäbe. Ihr Seitenhieb auf vergangene Machtverhältnisse bleibt dabei nicht aus:

„Offen gesagt: In der Geschichte waren es selten die Frauen, die die Atombombe hatten.“

Hier schimmert ihr Wunsch nach Veränderung im internationalen Gefüge deutlich durch.

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Verwendete Quelle:

Annalena Baerbock überrascht mit kritischen Worten im US-Fernsehen - BUNTE

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