Baerbock äußert sich zu Kritik an neuem Job
Nach zwei Jahrzehnten Politik gönnt sich Annalena Baerbock eine neue Herausforderung: Sie lehrt an der berühmten Columbia University in New York. Was steckt hinter ihrem neuen Weg – und wie begegnet sie der lauten Kritik?
Mitten im Trubel von Manhattan beginnt für Annalena Baerbock ein neues Kapitel. Die ehemalige Außenministerin und einstige Präsidentin der UN-Generalversammlung verabschiedete sich zuletzt nicht nur aus der Berliner Politik, sondern gleich aus dem Rampenlicht selbst. Jetzt zieht es sie als Professorin an die Columbia University – und das für mindestens drei Jahre. Dort übernimmt sie eine Professur zu „Globaler Führung“, speziell geschaffen für erfahrene Führungspersönlichkeiten. In den Hörsälen New Yorks will Baerbock künftig künftigen Topmanagern und Weltveränderern ihre ganz persönlichen Erfahrungen aus zwanzig Jahren Politik, Parteiführung und UN-Arbeit mitgeben.
Lehrstuhl, Lebenswandel und Lernziele: Baerbocks Neustart an der Columbia
Der neue Job in Übersee ist für Baerbock mehr als ein Karriereschritt – es ist ein bewusster Bruch mit alten Routinen. Gefragt, weshalb sie nicht sofort zurück in die Politik wolle, sagt sie:
„Ich bin der Typ: ganz oder gar nicht. Mit New York habe ich ganz bewusst entschieden, erst mal ein neues Lebenskapitel aufzuschlagen. Außerhalb der Politik, als Privatperson, aber mit der gleichen Leidenschaft, mit der ich 20 Jahre lang Politik gemacht habe.“
Besonders wertvoll für die Zeit abseits des Politikbetriebs sei dabei vor allem eines:
„Das Leben außerhalb des Scheinwerferlichts tut mir gut.“
Im Mittelpunkt ihres Unterrichts an der Columbia stehen laut ihr die praktischen Lektionen aus höchsten Ämtern: „Bei heftigem Gegenwind standhaft zu bleiben und vor allem auch unter maximalem Druck, Entscheidungen zu treffen“ – diese Fähigkeiten möchte sie mit ihren Studenten teilen.
Kritik, Kontroversen und große Erwartungen: Die Reaktionen auf Baerbocks neuen Weg
Der Karrieresprung löste auch Gegenwind aus: Auf sozialen Medien und von manchen Journalisten wurde Baerbock dafür angegriffen, dass ihr angeblich ein „klassischer akademischer Werdegang“ fehle. Noch immer werfen Gegner ihr frühere Plagiatsvorwürfe vor. Doch Baerbock lässt sich nicht beirren und kontert:
„Die Kombi prominent, meinungsstark und feminin triggert offensichtlich manche ganz besonders – egal in welchem Bereich.“
Auch der Journalistin von Die Zeit berichtet sie von früheren politischen Herausforderungen, darunter massiver Druck zwischen den Supermächten: Während ihrer Zeit bei den Vereinten Nationen habe sie erlebt, wie sowohl die USA als auch Russland versuchten, Einfluss auf den Auswahlprozess für den UN-Generalsekretär zu nehmen.
„Die einen haben es schon ein paar Jahre versucht, die anderen eher punktuell in den letzten Monaten“, sagt sie über die anhaltenden Bemühungen, die Auswahl transparenter zu gestalten.
Nicht zuletzt räumt sie ein, dass die Bewerbung Deutschlands für den UN-Sicherheitsrat wohl nicht überzeugend genug begründet war. Dennoch bleibt Baerbock überzeugt, dass sie bei ihrer neuen Aufgabe all diese Erfahrungen klug vermitteln kann.
Wie geht es weiter? Rückkehr in die Politik bleibt (vorerst) ausgeschlossen
Trotz vieler Nachfragen macht Baerbock klar: Ein politisches Comeback steht aktuell nicht zur Debatte. Sie konzentriert sich auf ihr Leben in New York und möchte neben ihrer Professur bewusst Abstand vom politischen Alltagsstress nehmen. Ihre Entscheidung klingt entschieden:
„Mit New York habe ich ganz bewusst entschieden, erst mal ein neues Lebenskapitel aufzuschlagen.“
Dennoch bleibt sie eine Persönlichkeit, die weiterhin polarisiert – und damit auch künftig für Gesprächsstoff sorgen dürfte.
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