“Das Smartphone ist für viele längst die Fernbedienung des Alltags”: Immer mehr Bildschirmzeit in Deutschland? © gemini
Veröffentlicht am 24/03/2026 um 11:45 von der Redaktion

“Das Smartphone ist für viele längst die Fernbedienung des Alltags”: Immer mehr Bildschirmzeit in Deutschland?

Die Deutschen verbringen täglich immer mehr Zeit am Handy – eine aktuelle Studie zeigt, wie unser Alltag immer stärker vom Smartphone geprägt wird. Doch was steckt wirklich hinter dem Boom der Bildschirmzeit?

Früher hieß es noch: Handy aus dem Schulranzen nur für Notfälle – heute ist das Smartphone rund um die Uhr im Einsatz. Eine neue Erhebung des Digitalverbands Bitkom belegt, wie sehr sich die Nutzung ins Leben der Menschen geschlichen hat. Kurz gesagt: Das Handy bleibt nie lange in der Tasche! Das Handy ersetzt nicht nur den Wecker, die Uhr oder die Kamera – es scheint wirklich das Steuergerät unseres Alltags geworden zu sein. Die Bitkom-Umfrage unter 1.006 Personen ab 16 Jahren zeigt, wie viel Zeit wir tagtäglich vor dem kleinen Bildschirm verbringen. Dabei deutet alles darauf hin, dass das Smartphone für unterschiedliche Zwecke genutzt wird – mal schnell etwas googeln, Musik hören, Videos schauen oder einfach mit Freunden schreiben. Gerade die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass das Smartphone für viele Menschen nicht mehr wegzudenken ist. Viele nutzen das Gerät morgens als Erstes zum Nachrichtencheck, im Alltag für Kommunikation und zum Feierabend zur Unterhaltung – und das zieht sich durch sämtliche Altersgruppen.

Junge Nutzer kleben am Display

Im Schnitt verbringen Menschen in Deutschland mittlerweile 180 Minuten – also ganze drei Stunden – jeden Tag am Smartphone. Das sind noch einmal satte 30 Minuten mehr als im Frühjahr 2024, als der Durchschnitt erst bei 150 Minuten lag. Vor allem die Jüngeren drehen mächtig auf: Wer zwischen 16 und 29 Jahren ist, verbringt laut Umfrage sogar rund 216 Minuten pro Tag mit dem Handy, dicht gefolgt von der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre mit 192 Minuten. 50- bis 64-Jährige kommen noch auf 177, ab 65 Jahren sind es immer noch mehr als anderthalb Stunden (113 Minuten).

Viele fragen sich vielleicht, ob diese Entwicklung ein Trend bleibt oder sich noch weiter steigert. Ein Blick auf unterschiedliche Generationen bestätigt jedenfalls, dass das Smartphone inzwischen das zentrale Kommunikations- und Unterhaltungsgerät ist. Die Zahlen aus der Befragung zeigen, wie selbstverständlich besonders Jüngere das Handy zu allen Tageszeiten verwenden. Dabei nutzen sie die Geräte oft nebenbei – etwa beim Essen, im Bus oder sogar beim Fernsehen. Die Flexibilität, mit der Nachrichten, soziale Medien, Shopping-Apps und Videos jederzeit verfügbar sind, spielt dabei klar eine entscheidende Rolle.

Kinder und Teenies: Noch extremer laut JIM-Studie 2025

Eine andere Studie, die “JIM-Studie 2025”, wirft einen Blick auf die Handygewohnheiten von noch jüngeren Nutzern: Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren bringen es demnach sogar auf stolze 231 Minuten Bildschirmzeit. Mit jedem Lebensjahr steigt dieser Wert: Die 18- und 19-Jährigen erreichen 278 Minuten am Tag, die Jüngsten mit 12–13 Jahren immerhin schon 166 Minuten. Damit zeigt sich: Egal welches Alter – das Handy ist aus der Hand kaum mehr wegzudenken.

Die aktuelle JIM-Studie macht auch deutlich, dass ein großer Teil der Freizeit von Jugendlichen mittlerweile digital stattfindet. Schule, Hobbys, Kontakte zu Freunden und sogar Familiengespräche verlagern sich zunehmend auf digitale Plattformen. Besonders für die Generation Z ist das Smartphone so selbstverständlich geworden, dass klassische Freizeitaktivitäten oft in den Hintergrund treten. Wenn junge Leute heute Zeit verbringen, ist das Handy fast immer dabei – sei es für Chatgruppen, Videocalls oder einfach, um sich schnell über Trends und News zu informieren.

Telefonieren immer noch gefragt – aber anders

Auch wenn das klassische Telefonat etwas an Bedeutung verliert, bleibt es ein fester Bestandteil. Durchschnittlich telefonieren die Deutschen 26 Minuten täglich – das sind drei Minuten weniger als noch vor zwei Jahren. Interessant ist: Wie wir telefonieren, hat sich stark verändert. Während 56 Prozent das Smartphone ganz traditionell ans Ohr halten, nutzen inzwischen 48 Prozent Headset oder Kopfhörer, 42 Prozent telefonieren am liebsten per Freisprechfunktion. Und etwa jeder Dritte zeigt eine neue Eigenart:

„37 Prozent halten das Smartphone beim Sprechen meist senkrecht vor den Mund“.

Dr. Sebastian Klöß fasst zusammen:

„Das Smartphone ist für viele längst die Fernbedienung des Alltags.“

Dabei sieht er noch mehr als reine Bildschirmminuten:

„Dabei geht es aber nicht nur um mehr Bildschirmzeit, sondern um veränderte Routinen. Wer vieles mobil erledigt, nutzt das Smartphone häufiger, kürzer und über den Tag verteilt.“

Unser Verhalten hat sich geändert – nicht nur bei der Dauer, sondern auch beim WIE wir zum Handy greifen.

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Verwendete Quelle:

Die Bildschirmzeit steigt: Deutsche länger am Smartphone