Marianne Sägebrecht © wikimedia
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„Ich habe 1000 Euro Rente“ Marianne Sägebrecht offen über ihre neue Lebensrealität

Marianne Sägebrecht erzählt offen von einem Eingriff, der nicht nur ihre Ernährung, sondern auch ihren gesamten Alltag völlig verändert hat. Warum die Schauspielerin mit 81 kein Blatt vor den Mund nimmt und sogar beim Thema Tod ungewöhnlich gelassen bleibt.

Plötzlich war alles anders: Eigentlich sollten bei Marianne Sägebrecht „die Zähne vorne nur etwas fixiert werden“. Als sie aber nach der Narkose wieder zu sich kam, gab es vorne nur noch „einen Zahn und hinten einen“. Die 81-Jährige berichtet, wie sie fortan kaum noch feste Nahrung essen konnte und ihr Speiseplan eine Zeitlang hauptsächlich aus Kräutersuppe bestand – zum Teil selbst gezogen aus ihrem Garten. Die Umstellung forderte ihren Körper: „Ein Zahn-Drama kostete Marianne Sägebrecht rund 18 Kilo.“

Das Problem mit den Zähnen beschränkte sich aber nicht nur aufs Essen. Auch alltägliche Dinge wie das Lachen oder das Sprechen vor Publikum wurden mit einer schlecht sitzenden Prothese plötzlich zu echten Herausforderungen. Marianne musste Geduld mit sich und viel Durchhaltevermögen aufbringen. Sie beschreibt es als „wieder eine Aufgabe“, insbesondere für jemanden, der seit Jahrzehnten mit Stimme und Aussprache arbeitet.

Die Umstellung auf ihr neues Leben hat sie auch ein Stück weit demütiger gemacht. Sie experimentierte mit Kräutern aus eigenem Anbau, entdeckte neue Rezepte und entwickelte eine neue Beziehung zur Ernährung. „Mir blieb nichts anderes übrig, als kreativ zu werden“, deutet sie an. Trotz des Handicaps findet sie immer wieder einen Weg, ihren Alltag bunt zu machen.

Mit Prothese zurück auf die Bühne

Statt echter Zähne trägt Sägebrecht nun Zahnersatz. Der Anfang war schmerzhaft: „Ich habe gelernt, mit der Prothese zu sprechen. Das war wieder eine Aufgabe.“ Gerade für eine Schauspielerin und Vorleserin wie sie war es ein harter Kampf, mit entzündeten Druckstellen professionell zu sprechen und aufzutreten. Rückzug? Keine Option für Marianne. Sie steht weiterhin vor der Kamera und setzt auf Eigenständigkeit bis ins hohe Alter: „Ich stehe noch bis 100 vor der Kamera.“

Die Anpassung an die neue Mundsituation erforderte Training: Sprechen vor dem Spiegel, laut Vorlesen, das Üben einzelner Laute – alles stand auf ihrem täglichen Programm. Besonders bei öffentlichen Lesungen musste sie lernen, Pausen klug zu setzen, damit ihre Prothese nicht ungewollt verrutscht. Dass sie trotzdem weiter auftritt, sieht sie selbst als Sieg gegen die Widrigkeiten des Alters. „Ich lasse mich davon nicht abhalten“, sagt sie ihren Gesprächspartnern von Bild ganz offen.

Beruflich hat sie trotz der Probleme nicht zurückgesteckt. Für viele ist Marianne Sägebrecht ein Vorbild, wie man mit gesundheitlichen Einbußen umgehen kann, ohne den Lebensmut zu verlieren. Dass sie den Humor nicht verloren hat, zeigt sich auch in ihren Anekdoten: „Wenn die Prothese zickt, dann muss sie eben mitspielen.“

Kostenfalle Zahnersatz: „Da habe ich gesagt: Spinnt ihr?“

Die Ärztinnen und Ärzte schlugen ihr für 30.000 Euro Implantate vor. Doch so viel Geld sei für sie nicht drin: „Da habe ich gesagt: Spinnt ihr?“ Ihre Rente beträgt monatlich gerade einmal 1000 Euro. Luxus oder Eitelkeit? Fehlanzeige, denn wie sie es salopp ausdrückt: „Ich habe 1000 Euro Rente. Eitel bin ich sowieso nicht.“

Für jemanden, der sein Leben lang gearbeitet und in der Öffentlichkeit gestanden hat, fühlt sich eine Mini-Rente wie ein schlechter Scherz an. Trotzdem lässt sich Marianne nicht unterkriegen. Sie betont, dass sie weit lieber auf ihre Unabhängigkeit achtet, als Geld in teuren Zahnersatz zu stecken. Niemand schreckt sie so leicht ab, wie ihr Satz beweist: „Ich gehe eher auf die Parkbank, das ist mir wurscht! Aber ich bleibe lieber eigenständig.“

Über das System selbst verliert sie nur wenig Worte, doch zwischen den Zeilen klingt Kritik am Umgang mit älteren Menschen durch. Sie sieht für sich kein betreutes Wohnen vor und spricht offen darüber, dass sie sich in ihrer eigenen Wohnung am wohlsten fühlt – auch wenn der finanzielle Spielraum knapp ist. Der Umgang mit bürokratischen Hürden, zeitaufwendigen Arztbesuchen und kleinen Überraschungen im Alltag gehört längst zu ihrer Routine.

Selbst teure Köstlichkeiten interessieren sie wenig. Marianne scherzt darüber, was sie sich mit ihrer Rente leisten kann und was nicht. Erfahrungen wie diese bringen sie dazu, am liebsten auf Altbewährtes zurückzugreifen: Kräuter vom Balkon und Suppe nach Hausrezept reichen ihr oft völlig.

Im Angesicht des Todes – und ohne Angst

Ob die existenziellen Erfahrungen sie härter gemacht haben? Sägebrecht berichtet von einer Nahtoderfahrung mit 14, als sie nach einer Blinddarmentzündung eine Peritonitis erlitt. Seitdem habe sie vor dem Sterben keine Angst mehr: „Diese Erfahrung hat mir die Angst vor dem Sterben genommen.“ Die Erinnerungen klingen nach, doch sie geben ihr offenbar Kraft und einen besonderen Blick auf das Leben – und seinen Abschluss.

Vielleicht ist es dieser Lebensmut, der sie bis heute antreibt. Die Angst vor dem Tod hat sie als junges Mädchen verloren, doch die Freude am Leben ist geblieben. Wer Marianne Sägebrecht erlebt, spürt: Hier spricht jemand, der genug gesehen hat, um gelassen zu bleiben – auch wenn es einmal härter kommt. Ihr Beispiel gibt vielen älteren Menschen Hoffnung, dass Lebensqualität nicht von Geld oder Ausstattung abhängt, sondern von Einstellung und Humor.

So bleibt sie auch im Alter neugierig, kreativ und offen für alles, was kommt. In der Öffentlichkeit wird sie oft nach ihren Zukunftsplänen gefragt. Ihre Einstellung und ihre Offenheit zeigen: Die Schauspielerin denkt nicht ans Aufhören. „Ich stehe noch bis 100 vor der Kamera“, wiederholt sie mit Nachdruck. Das ist für Marianne keine leere Phrase, sondern ein echtes Lebensmotto.

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Mini-Rente: Marianne Sägebrecht kann sich mit Mini-Rente Zahnersatz nicht leisten - BUNTE

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