Morten Harket — Wikimedia Commons © Sven-Sebastian Sajak — Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) — https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Morten_Harket_FFM13_001_(cropped).jpg
Veröffentlicht am 25/09/2026 um 16:30 von der Redaktion

A-ha-Frontmann ist unheilbar krank: er kann seine Stimme nicht mehr kontrollieren

Morten Harket bleibt die Stimme von a-ha. Doch jetzt geht er mit neuen Songs und bewegenden Worten ganz eigene Wege. Sein Alltag ist ein „Abenteuer“, das ihn und seine Familie fordert – und inspiriert.

Eigentlich kennt jeder „Take On Me“ und das markante Gesicht des a-ha-Sängers. Morten Harket, 67 Jahre alt, lebt seit einigen Jahren öffentlich mit der Diagnose Parkinson. Ein Schock, den er zuerst nur wenigen verriet, ehe er am 4. Juni 2025 die Öffentlichkeit informierte. Die Symptome sind hart: „unkontrollierbares Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelverspannungen, Gang- und Gleichgewichtsstörungen, starre Mimik und leise oder monotone Sprache“. Und trotzdem: Von Musik lässt er nicht ab.

In Norwegen, weitab vom schnellen Rampenlicht, sucht Harket nach Wegen, sein Leben trotz der Krankheit sinnvoll zu gestalten. Die Diagnose kam vor Jahren, doch wie tief sie ihn beeinflussen wird, wurde öffentlich erst im Sommer 2025 klar. „Mit Parkinson umzugehen, ist mit Abstand die größte Herausforderung im Alltag“, gibt er zu. Die Auswirkungen sind nicht nur körperlich, sondern greifen in den Alltag über: kleine Routinen werden zu riesigen Aufgaben, und nicht immer steht ihm die Stimme zur Verfügung, für die ihn Millionen kennen. Trotzdem bleibt er „sehr stolz auf das, was wir erreicht und gemacht haben“ – im Rückblick auf eine über 40-jährige Musikkarriere. Jeder Tag fordert neue Entscheidungen: Was geht noch? Was wird immer schwieriger?

Musik als Lebenssinn: Ein neues Album trotz Krankheit

Ganz aufhören? Das stand für Harket nie zur Debatte, obwohl er offen sagt: „Ich kann eigentlich keine Pläne mit anderen machen, weil ich nicht weiß, in welcher Verfassung ich an diesem Tag sein werde.“ Gerade deshalb erscheint Ende November 2026 sein Soloalbum „Human Grace“. „Ich musste etwas Sinnvolles tun.“ Musik bleibt für ihn ein Gebiet voller Möglichkeiten – auch wenn er vieles anpassen muss. Längst bestimmt nicht mehr sein Wille allein, sondern die Krankheit, ob ein guter Tag ihn singen lässt. Pläne für Konzerte liegen auf Eis: „Ich bin gezwungen, von Tag zu Tag zu leben.“ Das Album ist für ihn vor allem auch ein Manifest gegen Aufgeben: „Das ganze Album feiert das Leben.“ Die Entscheidungen, welche Musik man der Welt schenkt, werden bewusster – und persönlich wertvoller. Ohne Musik kann sich Harket sein Leben nicht vorstellen, auch wenn jeder Schritt beschwerlicher wird.

Sein Ansatz: Die Musik spiegelt die Realität wider, nicht nur die Krankheit. Themen wie Hoffnung, Abschied und Dankbarkeit prägen die neuen Lieder. Hinter jeder Zeile steht seine Überzeugung, dass das Singen ihm hilft, „etwas Sinnvolles zu tun“. Das erklärt auch, warum er weiterhin ins Studio geht, selbst wenn die Bewegungen schwerfallen und das Mikro manchmal unerreichbar scheint. Angehörige beschreiben, wie Musik ihm oft den Anstoß gibt, sich für einen Moment aus der Starre der Symptome zu lösen. So bleibt das Album auch ein Zeichen an andere: Das Leben endet nicht mit einer Diagnose.

Familie im Studio: Unterstützung und neue Stimmen

Die Krankheit bringt Grenzen mit sich, auch beim kreativen Schaffen. Zwei Songs vom neuen Album konnte Harket selbst nicht vollständig fertigstellen. Seine Tochter Karmen Poppi A. Harket steuerte deshalb die Stimme für den Song „Falling Down“ bei. Tomine Harket, bereits als Musikerin aktiv, singt die Ballade „Hold Me“. Harket sagt über diesen Prozess: „Von Dingen beraubt zu werden, die ich für selbstverständlich gehalten habe – bis sie irgendwann nicht mehr möglich waren.“ Das Singen – einst selbstverständlich – wird plötzlich zum geteilten Moment.

Gerade diese Zusammenarbeit mit seinen Kindern setzt neue Impulse: Musik wird zur Familienangelegenheit. Kreativität und Nähe, aber auch Verletzlichkeit prägen den Aufnahmeprozess. Für Harket ist es kein Nachteil, sondern eine Erweiterung: Die Stimmen der Töchter fügen dem Werk neue Schichten hinzu. Angehörige berichten, dass Musik in ihrem Alltag ein Anker bleibt – nicht nur für Morten selbst, sondern für alle Beteiligten. Karmen und Tomine übernehmen Verantwortung, singen nicht nur für den Vater, sondern stärken auch den Zusammenhalt. In diesen Momenten erlebt Harket, dass trotz der Krankheit neue, unerwartete Dinge entstehen können.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Der a-ha-Geist bleibt lebendig

Rückblickend bleibt Harket auf die a-ha-Jahre stolz: Seit 1982 bescherte die Band unvergessene Hits wie „Take On Me“, „The Sun Always Shines on T.V.“ oder „Crying in the Rain“. „Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht und gemacht haben.“ Was noch folgt? Selbst für den Star ist die Zukunft unsicher: „Ich kann eigentlich keine Pläne mit anderen machen, weil ich nicht weiß, in welcher Verfassung ich an diesem Tag sein werde“, erklärt er. „Ich bin gezwungen, von Tag zu Tag zu leben.“ Und: „Und die Zeit wird zeigen, was noch passieren wird.“ Tourneen sind mit dieser Diagnose schwierig – die Leidenschaft bleibt.

Er betont, wie stolz er auf die gemeinsamen Erfolge mit a-ha ist, auch wenn ihm die Krankheit einige seiner Möglichkeiten nimmt. „Wir haben so hart gearbeitet, und manchmal ist es nicht einfach zu wissen, wo man gerade steht“. Für Harket bleibt die Geschichte der Band Inspiration – ganz gleich, was aus der Zukunft wird. Auch wenn Großes unmöglich erscheint, vertraut er darauf, dass noch Überraschungen warten könnten. Die Fans weltweit haben das nie vergessen.

Verwendete Quelle:

a-ha-Sänger Morten Harket macht trotz Parkinson weiter Musik

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