Machen nasse Haare und Kälte krank?
Kaum sinken die Temperaturen, kursieren alte Mythen über nasse Haare, kalte Füße und ständiges Frieren. Aber wie viel Wahrheit steckt hinter diesen Tipps aus Omas Zeiten?
Sobald der Herbst kommt, breiten sich nicht nur Viren, sondern auch gut gemeinte Ratschläge rund um Erkältungen aus. Viele schwören darauf, dass man sich schon durch nasse Haare, kalte Füße oder einen Luftzug eine fette Erkältung einfängt. Doch stimmt das überhaupt?
Zunächst: Der Begriff Erkältung sorgt schon für Verwirrung. Denn das Wort klingt so, als ob Kälte direkt krank macht. In Wahrheit braucht es für eine Erkältung immer Viren, ganz egal, wie tief das Thermometer sinkt. Die typischen Symptome wie Husten, Schnupfen und Frösteln sind also keine Folge des Fröstelns allein, sondern einer Infektion. Trotzdem begegnet man gerade in der kalten Jahreszeit vielen Tipps, wie man die Krankheit vermeiden kann – doch wie sinnvoll sind die wirklich?
Nasse Haare und Kälte: Einfach nur unangenehm?
Der Gedanke, dass nasse Haare oder eisige Temperaturen direkt für Halsschmerzen sorgen, hält sich hartnäckig. Aber eine Erkältung ist, laut RTL.de, eine Infektion durch Viren. „Kälte ist nicht die Ursache“. Im Klartext: Wer mit nassen Haaren nach draußen geht, friert vielleicht schneller, aber die Viren fehlen – keine Erkältung. Nasse Haare sorgen lediglich dafür, dass dem Körper Wärme entzogen wird. Empfohlen wird, sich immer warm genug anzuziehen, besonders wenn man sich länger draußen aufhält.
Die Kälte an sich ist deshalb kein Auslöser, aber sie kann es unangenehm machen. Wer häufig friert, fühlt sich einfach unwohl – mehr aber auch nicht. Noch ein wichtiger Aspekt: In Herbst und Winter steigt die Erkältungsrate aus anderen Gründen. Viele sind in Innenräumen zusammen, das macht es für Viren leichter, sich zu verbreiten. Außerdem reizt kalte, trockene Luft die Schleimhäute, so dass Viren leichteres Spiel haben. Mit nassen Haaren erwischt es einen also nicht schneller – man fühlt sich draußen nur weniger wohl.
Mythos Zugluft: Macht der Luftzug wirklich krank?
Jeder kennt das: Fenster auf, ein kleiner Luftzug – und schon kommt der Spruch, „Jetzt zieht's, da wirst du krank!“. Doch das stimmt laut RTL.de nicht. Weder kalte Luft noch Durchzug lösen an sich eine Erkältung aus. Allerdings kann langes Ausgesetztsein bei Zugluft dazu führen, dass es unangenehm wird oder die Schleimhäute gereizt reagieren. „Wenn dann Symptome auftreten, war das Virus vermutlich schon vorher da“. Nicht der Wind, sondern die Kontakte, gerade drinnen, erhöhen das Ansteckungsrisiko.
Zugluft fühlt sich für viele im Nacken oder im Gesicht unangenehm an – und ja, sie kann dazu führen, dass Nase und Hals trocken werden. Das bedeutet aber nicht, dass man sich automatisch erkältet. Kratzen im Hals oder eine laufende Nase nach einem langen Tag im Zugluftbereich sind eher Reizungen, keine Virusinfektion. Nur wenn schon Viren im Spiel sind, kann das Auskühlen den Ausbruch begünstigen. Also keine Panik, wenn’s mal durchzieht – lieber öfter lüften und so tatsächlich dabei helfen, dass Viren sich verziehen.
Kalte Füße – wirklich ein Fall für die Taschentücher?
Die Angst vor der „Kaltfüßigkeit“ hält sich ebenso. Doch laut RTL.de gibt es keine eindeutigen Beweise: „Es gibt keine ausreichenden Belege, dass kalte Füße direkt zu einer Erkältung führen.“ Zwar gilt: Wer bereits Kontakt mit Viren hatte, kann durch Auskühlung schneller Symptome bemerken. Das einzig Sinnvolle: Warme Socken schenken ein besseres Gefühl – und das reicht meist schon für das Wohlbefinden.
Das Experiment „Barfuß zur Bäckerei“ macht also keine Erkältung – auch nicht im Winter. Aber kalte Füße sind eindeutig unangenehm und können einem den Tag vermiesen. Wer ohnehin schon ein Virus in sich trägt (auch ohne es zu merken), kann durch das Frieren eventuell wirklich schneller Schnupfen bekommen. Ein weiterer Grund, öfter mal die Kuschelsocken zu tragen: Man fühlt sich gleich geborgener. Wer es gern gemütlich mag, kann den Tee auf dem Sofa also ruhigen Gewissens mit warmen Füßen genießen. Aber nur das schützt eben nicht mit Garantie vor Schnupfen – es geht eher um das eigene Wohlempfinden.
Was hilft nun wirklich: Warm anziehen, Hygiene und Abstand
Die wichtigsten Tipps: Sich warm einzupacken, wenn es draußen kalt ist, lohnt sich – fürs Wohlgefühl. Doch entscheidend bleibt, Viren nicht zu nah zu kommen. Deshalb schützt regelmäßiges Händewaschen und das Meiden beengter Innenräume am meisten. „Hygienemaßnahmen und Abstand sind entscheidend, um Virenübertragungen zu vermeiden“ – daran ändert auch ein warmer Schal nichts.
Gerade im Herbst und Winter ist Vorsicht im Alltag gefragt. Wer sich fit halten will, sollte im Bus, Zug oder Großraumbüro möglichst wenig berühren und öfter mal die Hände waschen. Menschen mit angeschlagenem Immunsystem sind besonders empfänglich für Erkältungsviren, wenn sie in dicht gedrängten, schlecht gelüfteten Räumen sitzen. Ein Tipp, den viele unterschätzen: Wer sich nach der Arbeit direkt aufs Sofa verzieht und sich warm einkuschelt, gönnt dem Körper Entspannung, vor allem nach langen kalten Tagen. Studien zeigen außerdem, dass genügend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung das Risiko für Infektionen senken können. So schützt man sich am Ende nicht nur mit Schal und Mütze, sondern vor allem durch den bewussten Umgang mit Virenquellen. Hände aus dem Gesicht und ab und zu ein Spaziergang an der frischen Luft helfen – ganz unabhängig von der Frisur.
Verwendete Quelle:
Erkältungsmythen im Check: Machen nasse Haare und Kälte krank?
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