Tödlicher, ansteckender, verbreiteter: Was wissen wir über die britische Corona-Variante?
Tödlicher, ansteckender, verbreiteter: Was wissen wir über die britische Corona-Variante?
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Tödlicher, ansteckender, verbreiteter: Was wissen wir über die britische Corona-Variante?

Von Maximilian Vogel

Seit mehreren Wochen sorgt die britische Variante des Coronavirus auf der ganzen Welt für Beunruhigung, sodass manche Regierungen zu radikalen Maßnahmen gegriffen haben. Doch was wissen wir wirklich über diese Mutation?

Die im Dezember in Großbritannien aufgetauchte Corona-Variante ist innerhalb weniger Wochen weltweit zu einem der größten Angstfaktoren geworden, da sie als deutlich ansteckender gilt als der Originalstamm.

Mehrere Länder haben daher zu radikalen Maßnahmen gegriffen und neben Deutschland hat sich auch England für einen erneuten Lockdown entschieden. Doch was wissen wir eigentlich über die britische Variante des Coronavirus, außer dass sie bereits im Land ist?

Ist sie ansteckender?

Mehrere Studien zu der englischen Variante, VOC 202012/01 oder B117, zeigen, dass sie eine höhere Übertragbarkeit aufweist als der Originalstamm. Der London School of Hygiene and Tropical Medicine (LSHTM) zufolge ist die Mutation zwischen 50 und 74 Prozent ansteckender.

Das englische Institut für Öffentliche Gesundheit, Public Health England, hat seinerseits eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass die neue Variante 50 Prozent ansteckender ist als der Originalstamm und das sogar bei Kindern.

Ist sie tödlicher?

Mitte Januar gibt Premier Boris Johnson bekannt, dass die britische Variante durchaus tödlicher sein könnte. Der wissenschaftliche Berater der britischen Regierung, Patrick Vallance, erklärt daraufhin, dass das Sterberisiko eines Mannes im Alter von 60 Jahren zwischen 13 und 14 pro 1.000 Einwohnern liege gegenüber 10 pro 1.000 Einwohnern bei dem Originalstamm.

Nichtsdestotrotz sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Insbesondere, weil die Autoren dieser Studie selbst erklären, dass die Wahrscheinlichkeit einer Verbindung zwischen dem Anstieg der Todesrate und der neuen Variante bei 40 bis 50 Prozent liege. Aber auch, weil nur acht Prozent der Todesfälle im Zeitraum der Studie davon betroffen waren.

Bisher bestätigt keine Statistik und keine Regierung irgendeine Steigerung der Sterblichkeit durch die britische Variante des Coronavirus. Daher ist es aktuell noch zu früh, um sagen zu können, dass diese Variante tödlicher ist.

Ist sie verbreiteter?

Seit einigen Wochen schon wird die britische Variante des Coronavirus als Hauptbedrohung gesehen, während auch andere Mutationen, wie die Südafrika- oder die Japan-Variante, entdeckt worden sind. Insgesamt ist das Virus seit Ausbruch der Pandemie schon tausendfach mutiert, warum also sorgt diese Variante für so viel Aufsehen?

Im Gegensatz zu vielen anderen Varianten, ist B117, wie bereits erwähnt, deutlich ansteckender und könnte auch tödlicher sein. Auch Kinder sind von diesem Virus stärker betroffen und hinzukommt, dass es sich mit sehr hoher Geschwindigkeit verbreitet. Daher wird in größter Alarmbereitschaft überprüft, ob die Impfstoffe auch vor den Mutationen schützen.

Die große Frage ist: Schützen alle Impfstoffe gegen die Mutationen? Wilfried Pohnke@Pixabay

Die WHO gibt Mitte Januar bekannt, dass die britische Variante bereits in 60 Ländern nachgewiesen werden konnte. Die Südafrika-Variante hingegen wurde erst in 23 Ländern identifiziert.

Auch in Deutschland wurden bereits einige Fälle der mutierten Variante gemeldet. Um herauszufinden, wie verbreitet die Variante in Deutschland wirklich ist, will man nun bei fünf Prozent aller positiven Covid-Tests eine Untersuchung des Genoms durchführen.


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