Schokolade in Gefahr: Darum könnte es in 30 Jahren keinen Kakao mehr geben
Schokolade in Gefahr: Darum könnte es in 30 Jahren keinen Kakao mehr geben
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Schokolade in Gefahr: Darum könnte es in 30 Jahren keinen Kakao mehr geben

Schokolade könnte bald für immer verschwinden! Laut einer Studie der National Oceanic and Atmospheric Administration könnte der Klimawandel dazu führen, dass es in 30 Jahren keinen Kakao mehr gibt.

Was wäre, wenn wir eines Tages keine Milka-Schokolade und kein Ferrero Rocher mehr genießen könnten? Diese Katastrophe steht uns laut der amerikanischen Agentur zur Überwachung und Kontrolle der Ozeane und der Atmosphäre, der National Oceanic and Atmospheric Administration, bereits in 30 Jahren bevor.

Doch wie kann es dazu kommen?

Kakaobäume sind sehr empfindlich und können nur in einem bestimmten geographischen Raum wachsen: zehn Grad südlich und nördlich des Äquators. Für ein gutes Wachstum ist ein sehr spezifisches Klima notwendig: stabile Temperatur, hohe Luftfeuchtigkeit, reichlich Regen und vor allem ein stickstoffreicher Boden.

Das gesamte Gebiet sollte windgeschützt sein. Wir suchen also nach einem Regenwaldklima. Die drei größten Schokoladeproduzenten der Welt sind deshalb Indonesien, die Elfenbeinküste und Ghana. Die beiden afrikanischen Länder produzieren zusammen mehr als die Hälfte des weltweiten Bedarfs.

Klimaerwärmung ist Schuld

Der Grund, warum Kakao nun aber sehr bald verschwinden könnte, ist uns wohlbekannt: Der Schuldige ist einmal mehr die Klimaerwärmung. Laut einem Bericht des Weltklimarats (IPCC), der für die Untersuchung des Klimawandels zuständig ist, könnte die weltweite Durchschnittstemperatur bis 2050 um 2,1 °C steigen – sofern keine weitreichenden Maßnahmen gegen die Erderwärmung getroffen werden.

Diese Klimaveränderung würde den Kakaobäumen ein Überleben unmöglich machen, weshalb es auch keine Schokoladenproduktion im heutigen Sinne mehr geben könnte.

Das Problem ist nicht die Erwärmung selbst, sondern ihre Folgen: Sie führt nämlich zu einer höheren Wasserverdunstung in tropischen Regionen, wodurch sich das Grundwasser reduziert und somit das Wasser, das die Bäume zum Wachsen und zur Produktion der Kakaobohnen benötigen. Kommt auch noch Dürre hinzu, haben die Kakaobäume keine Überlebenschance mehr – was das Ende der Kakaoernte bedeutet.

Mögliche Lösungen

Will man in Ghana weiterhin Kakao anbauen, würden Kakaobäume im Hügelland gepflanzt werden müssen, das weniger anfällig für die Folgen des Klimawandels ist. Das Problem dabei: In diesen Gebieten ist der Anbau nicht zugelassen, weshalb wir vor der Wahl stehen, entweder den natürlichen Lebensraum der Flora und Fauna in diesen Zonen zu gefährden oder aber auf den Anbau von Kakao zu verzichten. Die Entscheidung wird nicht leicht fallen!

Von Martin Gerst

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